Comicverfilmungen sind beliebt wie nie zuvor: Waren es vor einiger Zeit unter anderem "Spiderman" und "Hellboy", folgten Frank Millers "Sin City" sowie die kürzlich in den Kinos angelaufene Metzelorgie "300". Die Welt der Spiele scheint ebenfalls langsam auf den Geschmack an diesem Ideen-Recycling gekommen zu sein.

Neben dem coolen Shooter "XIII" bedient sich auch der PS2-Actioner "The Red Star" bei seiner Umsetzung fleißig an entsprechender Comic-Ästhetik. Wir sagen euch im Review, ob "The Red Star" wohl besser ein Comic hätte bleiben sollen oder nicht.

The Red Star - Trailer #1

Ist doch eh egal...
Unter dem Kommando von Skymarshall Urik Antares führten Majorin Maya Antares und ihr treuer Beschützer Kyuzo die Besatzung der Konstantinov durch zahllose Gefechte. Doch nun, mitten im Kampf um die Herrschaft über die abtrünnige Republik Nokgorka, treffen Maya und Kyuzo auf eine Widerstandskämpferin namens Makita.

The Red Star - Brachiale Comic-Action auf der PS2: Russland auf dem Weg zur Weltherrschaft!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 4/81/8
So, wer will jetzt Kloppe haben?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese wilde junge Kriegerin besitzt den Schlüssel zu einer dunklen Verschwörung. Wie sich herausstellt wird die gesamte U.R.R.S. von zwei üblen Gestalten beherrscht, dem finsteren Lord Imbohl und seinem obersten Vollstrecker Troika. Makita, Kyuzo und Maya verbünden sich, um die zersplitterten Red-Star-Republiken zu einen und aus der Herrschaft des Tyrannen zu befreien.

Dieses 08/15-Gerüst aus Handlungsfetzen reicht dem Spiel in Anlehnung an den berühmten Comic rund um einen an die Sowjetunion gemahnenden Staat, der von Tyrannei zerfressen ist. Im Hauptmenü angekommen, entscheiden wir uns sogleich für die Kampagne - andere Spielmodi gibt es nämlich nicht. Als Nächstes steht die Wahl des favorisierten Charakters an.

Packshot zu The Red StarThe Red StarErschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Masse und Klasse...
Entscheiden wir uns für Kyuzo, haben wir eine geballte Feuer- und Muskelkraft, müssen jedoch eine verminderte Geschwindigkeit in Kauf nehmen. Bei Makita ist es genau andersherum. Sie kann sich schneller bewegen, teilt dafür aber nicht ganz so kräftig aus. Last but not least wäre da noch Maya, die wir aber erst freispielen müssen.

The Red Star - Brachiale Comic-Action auf der PS2: Russland auf dem Weg zur Weltherrschaft!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 4/81/8
Ihre Schönheit ist wahrlich blendend...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dass "The Red Star" von Anfang an auf Old-School-Action setzt, merkt man bereits in den ersten Spielminuten. Komplett frei bewegen dürfen wir uns nicht, stattdessen laufen wir ähnlich einem Sidescroller wie "Duke Nukem: Manhattan Project" von links nach rechts. Ab und zu steuern wir unseren Charakter komplett aus der Vogelperspektive, bei der jedoch die Übersicht ab und zu etwas flöten geht.

Es dauert nicht lange, dann bekommen wir schon den ersten Gegner vorgesetzt. Ohne Probleme heben wir diesen in die Luft, hauen ihn auf den Boden und vermöbeln ihn mit unserem Speer. Herrlich, solche Combos! Im Folgenden stellen sich uns immer mehr und mehr Soldaten entgegen, die wir natürlich ebenso problemlos auf die Bretter schicken.

"Es ist die perfekte Welle..."
Irgendwann ist der Punkt erreicht, bis stärkere Gegner auf uns zukommen. Schwertschwingende Offiziere, wuchtige Mechroboter oder Granatwerfer-Teams: "The Red Star" bietet ein reichhaltiges Sortiment an Todbringern. Öfters haben wir es auch mit mechanischen Feinden in Form von gefährlichen Lasern, Raketengeschützen oder MG-Stellungen zu tun. Das Spiel bleibt jedoch dem altbekannten Gameplay treu.

The Red Star - Brachiale Comic-Action auf der PS2: Russland auf dem Weg zur Weltherrschaft!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 4/81/8
Party im Zappelbunker: Den grünen Lasern sollte man sich aber nicht nähern.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wenn man sich also geschickt bewegt, kann man locker den meisten Schüssen ausweichen. In diesen Momenten stellt "The Red Star" eine Art "R-Type auf zwei Beinen" dar. Laser schneiden bestimmte Muster, in deren Barrieren man sich besser nicht bewegen sollte, zündende Triebwerke gefährden euch und müssen geschickt umfahren werden. Exaktes Timing ist in solchen Szenen das A und O.

Was wir dagegen zu setzen haben? Nun ja, neben der geballten Feuerkraft dürfen wir mächtig mit den Fäusten austeilen. Vor allem der stämmige Kyuzo hat brachiale Moves drauf, mit denen man gleich mehrere Gegner ins virtuelle Nirwana schicken kann. Hat man ordentlich Keile gegeben, schlägt der Spezialbalken Alarm und man darf einen besonders heftigen Move ausführen.

Geil, Upgrade!
Nach Ende der immer länger werdenden Missionen bekommt ihr ein Rating, welches durch eure Spielweise beeinflusst wird und euch Punkte zukommen lässt, die ihr dann in bessere Waffen, stärkere Angriffe oder bessere Schadensverträglichkeit stecken könnt. Dennoch sind diese RPG-Anleihen in "The Red Star" nur rudimentär vorhanden und nicht wirklich spielentscheidend. Die meiste Zeit verbringt ihr damit, Gegner zu plätten und Fallen auszutricksen, auf anspruchsvollere Features á la Inventarführung wurde rigoros gepfiffen.

The Red Star - Brachiale Comic-Action auf der PS2: Russland auf dem Weg zur Weltherrschaft!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 4/81/8
Double Team: Der Koop-Modus ist gelungen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Spiel ist und bleibt dennoch spaßig. Abwechslung findet sich vor allem in den unterschiedlichen Gegnertypen, die variable Taktiken erfordern. Ansonsten bleibt der Spielablauf auf recht konstantem Niveau. Gelungen ist jedoch der Koop-Modus für maximal zwei Spieler, in denen man sich mit einem Freund zusammen durch die Levels kloppen kann. An die Erhöhung der eingestreuten Medipacks wurde gedacht, jedoch leider nicht an eine Vermehrung der Feinde, weswegen man zu zweit nur recht selten unter Stress steht.

Optisch bietet "The Red Star" genau das, was man sich von einem Old-School-Titel erwartet: keine Highlights bezüglich des Level- oder Charakterdesigns, aber dafür umso knalligere Grafik-Effekte. Hier dreht das Spiel richtig auf, vor allem die Explosionen der vielen Stahlkolosse sehen gut aus. Dazu läuft das Spiel stets angenehm flüssig. Wuchtig wird es auch bei den Soundeffekten, die noch einmal deutlich machen, dass es hier um nichts Anderes geht als geballte Action. Ergo: Hintergrundmusik und Sprachausgabe halten sich dezent zurück.