Ein sprechendes Kaninchen, das den Protagonisten in eine magische Parallelwelt voll zauberhafter Orte und witziger Charakter führt? Na, da hat Daedalic wohl bei „Alice im Wunderland“ gespickt. Inspiriert vom Kinderbuchklassiker erschaffen die Adventure-Spezialisten ihr ganz eigenes Wunderland.

„Von den Machern von Edna bricht aus, The Whispered World, Harveys neue Augen, Deponia und Satinavs Ketten“, wird es vermutlich auf der nächsten Verpackung der deutschen Adventurespiele-Meister heißen. Die Reihe von Erfolgen der Hamburger Entwickler ist lang. Deswegen ist Daedalic längst selbst zur gefragten Marke mit einer treuen Anhängerschaft geworden.

Und eben diese Fans dürfen sich nun freuen: Neben „Chaos auf Deponia“ erscheint dieses Jahr das märchenhafte Abenteuer „The Rabbit's Apprentice - Im Bann des Zaroff“ von Daedalics Neuzugang Matthias Kempke. Der machte durch die Indie-Adventures „What Makes You Tick?“ und dessen Fortsetzung „What Makes You Tick: A Stitch in Time“ auf sich aufmerksam.

Willkommen in Mauswald

In seinem neuen Spiel wird der zwölfjährige Jeremias „Jerry“ Haselnuss in eine zauberhafte Welt im Stil von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ entführt. Doch diesmal folgt nicht das Kind dem Kaninchen, sondern das Kaninchen kommt zum Kinde. Jerry findet am letzten Tag der Sommerferien merkwürdige Fußspuren im Blumenbeet vor seinem Fenster. Davon lässt er sich nicht beunruhigen, denn der tapfere Junge ist ein waschechter Abenteurer, und so zieht er hinaus in den Wald, um vor Schulbeginn noch einmal richtig was zu erleben.

Traumhaft schön! Daedalic bringt mit diesem Familienadventure kleine und große Spielerherzen zum Schmelzen.Ausblick lesen

Dadurch gelangt er in die Stadt Mauswald, in der viele Portalbäume stehen. Ganz in der Nähe befindet sich sogar einer der „Ersten Bäume“. Letztere sind so alt, dass ihr Wurzelwerk das Netzwerk des Reiches der Träume und Fantasie bildet. Zauberer, so genannte „Baumläufer“, machen sich die magischen Kräfte der Bäume und Natur zu Nutze. Deswegen ist diese Region seit alter Zeit ein Ausbildungsort für Magier.

The Night of the Rabbit - Daedalic im Wunderland

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Jerry im Wunderland: An seinem letzten Ferientag erlebt der junge Zauberlehrling das Abenteuer seines Lebens.
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Jerry träumte schon immer davon, einer von ihnen zu werden. Und so wird er vom Marquis de Hoto – einem riesigen Kaninchen, das wie alle anderen Tiere in Mauswald auf zwei Beinen läuft – unter die Fittiche genommen und zu dessen Zauberlehrling gemacht.

Packshot zu The Night of the RabbitThe Night of the RabbitErschienen für PC kaufen: ab 10,56€

Mit Hilfe der Portalbäume können die Bewohner zu verschiedenen Regionen und Welten gelangen. Auch Jerry entdeckt die Macht der Bäume und erlernt in fernen Gebieten seine ersten Zauber. Doch um diese Macht wissen natürlich auch andere. Und so bleibt die Idylle in Mauswald nicht ungetrübt, ein böser Zauberer droht alle Welten zu unterwerfen. Zauberlehrling Jeremias ist die letzte Hoffnung…

Daedalic vom Feinsten

Auf seiner Reise gelangt Jerry an über 45 handgezeichnete Locations. Daedalic-typisch sind diese wieder wunderschön und phantasievoll gestaltet. Gleiches gilt für die über 40 Figuren, auf die Jerry trifft. Das sind hauptsächlich Waldbewohner: vom gemütlichen Maulwurf über ein fröhliches Eichhörnchen bis hin zum hübschen Fuchsmädchen.

Dabei bleibt sich Daedalic treu und würzt dieses zauberhafte Märchen natürlich mit einer gehörigen Portion Humor. So begegnet Jerry in Mauswald auch den beiden Handelsvertreter-Mäusen „Kirchenmaus & Sohn“. Vater Kirchenmaus ist ein eifriger Geschäftsmann, flink mit der Zunge und wortgewandt. Besonders stolz ist er auf seinen Sohn, der schon bald die Geschäfte übernehmen soll. Doch der ist das genaue Gegenteil seines Vaters: wortkarg und irgendwie… apathisch. Das ungleiche Mäuse-Duo sorgte bei der Spielepräsentation schon für tränenreiche Lacher.

Dafür verantwortlich sind natürlich auch die Synchronsprecher, die wieder einmal ausgezeichnet besetzt wurden: Der deutsche Synchronsprecher René Dawn-Claude leiht Jeremias Haselnuss seine Stimme, während der Marquis de Hoto von einem alten Bekannten übernommen wird: Martin Sabel, der schon den Schlüsselmeister in „Edna bricht aus“ gesprochen hat. Für den märchenhaften Hintergrundklang sorgt Tilo Alpermann, der den Soundtrack komponierte.

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Die Grafik ist wie immer bei Daedalic handgemacht und herzallerliebst.
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Frischer Wind im Adventureland

Die überbordende Fantasie der Entwickler geht sogar so weit, dass sie selbst traditionelle Genrestandards mit Witz und Cleverness umkrempeln: So wehrte sich Matthias Kempke zu Beginn der Entwicklung mit Händen und Füßen gegen eine Hotspot-Funktion, ließ sich letztlich aber doch von deren Nutzen überzeugen. Doch, so sagte er sich, wenn sie schon ins Spiel muss, dann sollte sie zumindest in die Geschichte integriert sein: Und so lässt sie sich nun durch eine Zaubermünze mit einem Loch in der Mitte auslösen, durch die Jerry guckt, um alle Gegenstände und Personen zu sehen, mit denen er interagieren kann. Diese erhält er allerdings erst im Laufe des Spiels, wenn die Rätsel langsam schwieriger werden.

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Grafikkunst: eine der Spielkarten, die ihr auf eurer Reise sammelt.
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Doch die Zaubermünze kann noch mehr: Sie findet außerdem versteckte Gegenstände. Laut Gamedesigner Matthias Kempke soll im Spielverlauf aber immer ersichtlich sein, wann die Münze zwingend benötigt wird, um Geheimes aufzudecken. Und dann wären da natürlich noch die Zaubersprüche, die man lernt und im Spielverlauf auch anwenden muss…

Hinzu kommt die „Tag/Nacht-Funktion“. Wie im wahren Leben, sind manche Tiere tagaktiv, andere nachtaktiv. Jerry wird in Mauswald ein Bett angeboten, in das er sich legen kann, um zu schlafen. Um mit bestimmten Bewohnern sprechen zu können, muss er den Wald bei Nacht erkunden. Zwischen den Tageszeiten kann Jerry so oft wechseln, wie er will bzw. wie es der Spieler benötigt, um die Rätsel zu lösen.

Ein weiteres Gimmick werden Spielkarten sein, die Jerry mancherorts findet. Es ist eine Art Quartett, das der Spieler auf seiner Reise durch die zauberhafte Welt noch benötigen wird. Was genau es damit auf sich hat, verriet Kempke zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.