Nach dem Release von „Diablo: Reaper of Souls“, das den König des Hack'n'Slay-Genres auch für alte Hasen erneut frisch und saftig aufbereitet hat, sind die Rechtsklickbegeisterten unter uns eigentlich wieder über beide Ohren beschäftigt. Doch fernab der Welten von Sanktuario locken andere Spiele und Genrenachbarn um die begrenzte Freizeit des Spielers: Der ambitionierteste Anwärter ist „The Mighty Quest for Epic Loot“ und winkt mit Burgenbau und natürlich fettem Loot!

The Mighty Quest for Epic Loot - Trailer zur Open Beta6 weitere Videos

In der fiktiven und überzeichneten Welt von Opulenzia schlüpft der Spieler in die Haut eines Burgenbauers und stolzen Schlossbesitzers: Während das eigene Schloss in der Wolkenstadt immer weiter ausgebaut werden sollte um die persönlichen Reichtümer zu schützen, müssen ständig neue Eroberungszüge gegen die Luftschlösser anderer Spieler geführt werden, um sie um den Inhalt ihrer Schatzkammer zu erleichtern. So weit, so gut! Aber kann dieses Spielprinzip so lange vor den Bildschirm fesseln, wie es sich Ubisoft und das Entwicklerteam ausgemalt haben? Die Antwort lautet: Nunja!

Das Spielprinzip: Ein Schloss mit sieben Siegeln

Das im Kern recht simple Spielprinzip offenbart beim näheren Hinsehen zahlreiche Details und Feinheiten, die den Spielspaß und die Wiederspielbarkeit deutlich in die Höhe schrauben. Mein später hoffentlich opulentes Schloss beginnt klein und sparsam eingerichtet: Um eine zentrale Schatzkammer werden mit wenigen Mausklicks dicke Mauern hochgezogen und ein langer Korridor auf den vorgegebenen Grundriss gehämmert. Doch darf der hauseigene Schatz durch noch weitaus mehr als nur Wällen und verschlossenen Türen beschützt werden: Mit allerlei Gewürm und Monstern, die ich in den Korridoren und Räumen frei und fast ohne Einschränkungen platzieren darf, erschwere ich zukünftigen Invasoren das gewaltsame Eindringen in mein Allerheiligstes.

The Mighty Quest for Epic Loot - Hier geht die Lootsie ab!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 46/501/50
Zu Beginn eurer Schlosskariere steht der Burgenbau.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der bestialische Fuhrpark, den wir für unsere Dienste ankarren dürfen, fällt erfreulich groß und vielfältig aus: Dinos, riesige Spinnen, Kraken und Hummer nisten sich nach Belieben neben riesigen Hühnern in meinen Schlossgängen ein.

Riesige Hühner? Ohja, richtig gehört. Spätestens jetzt wird klar, dass der humoristische Unterton, der sich bereits durch den Spieltitel „The Mighty Quest for Epic Loot“ durch das gesamte Spiel zieht. Sowohl die Grafik, die an überzogene Zeichentrickserien erinnert, wie auch das Monsterdesign und schließlich auch die karikarierte Grobzeichnung der spielbaren Helden legen ein Zeugnis für den Humor der Entwickler ab. Dieses überall mitschwingende schiefe Grinsen lockert das Spielerlebnis erfrischend auf und hebt das Spiel von Genrenachbarn ab – doch vom kuschligen Äußeren sollte sich der burgenbauende Spieler keineswegs einlullen lassen, denn schon beim ersten Angriff auf Nachbarbefestigungen spürt man den durchaus vorhandenen und teilweise sehr knackigen Schwierigkeitsgrad.

The Mighty Quest for Epic Loot - Hier geht die Lootsie ab!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 46/501/50
Die Verteidigungsmechanismen und Fallen sind angenehm vielfältig und überraschend.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auf die Frage, wie man auf so eine Spielidee kommen kann, steht uns Arnaud Jamin, der Game Director, Rede und Antwort: "'Magic The Gatherin'-Trading Card Spiele waren eine unserer Inspirationsquellen in Bezug auf die Vielfalt der Kreaturen, ihre Komplementarität und den Aufbau eines Decks. Das Deck entspricht quasi dem Schloss in unserem Spiel. Diablo war etwa wegen seines Hack'n'Say-Anteils, der einfachen Steuerung und dem Beutesystem so süchtig machenr und daher ebenfalls eine Inspiration für uns."

Ist die eigene Befestigung angemessen modifiziert worden, müssen wir sie allerdings noch selbst verifizieren, indem wir sie einmal durchspielen und „besiegen“: Nur dann werden die Änderungen wirksam und den zukünftigen Herausforderern entgegengeschmissen. Klappt das eigene Durchspielen nicht, werden die Änderungen verworfen oder müssen entsprechend vereinfacht werden. So wollen die Entwickler verhindern, dass übermächtige und uneinnehmbare Festungen aus dem Boden gestampft werden – und nehmen leider so auch in Kauf, dass selbst nach minimalen Änderungen am Verteidigungsdesign zunächst erst wieder das komplette Schloss durchgespielt werden muss.

Wer einsteckt, muss auch austeilen können

Die Burg ist eingerichtet, die Schatzkammer geschützt und der Schlüssel sicher unter der Hausmatte versteckt – was jetzt? Nun schlägt „The Mighty Quest for Epic Loot“ das nächste Gameplay-Kapitel auf und macht euch zum kriegsführenden Ritter und Eroberer: In einem Auswahlbildschirm düft ihr auf eurem Schloßbalkon stehend umliegende Schlösser und Burgen auswählen, denen ihr einen gewaltsamen Hausbesuch abstatten wollt; durch ein Levelsystem werdet ihr davor bewahrt, an einen ungleich höherrangigen Spieler zu geraten, der euren wackeren Streiter noch im Eingangsbereich pulverisiert.

The Mighty Quest for Epic Loot - Hier geht die Lootsie ab!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 46/501/50
Puh, das sieht nach einer knackigen Herausforderung aus!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nach einer kurzen „Anreise“ in der Heldenauswahl (dazu im nächsten Abschnit mehr) steht ihr auch schon vor dem gegnerischen Eingangstor, das ihr mit Schwung beziehungsweise Rechtsklick eintretet. In bekannter Hack'n'Slay-Manier verteilt ihr an den gegnerischen Monstern und Wächtern reihenweise Ohrfeigen und versucht, den sehr unterschiedlichen Fallen möglichst geschickt auszuweichen, ohne dass euch das Zeitliche segnet.

Trotz einiger weniger Kinderkrankheiten ein spaßiger Ausflug in die Free2Play-Welt von Opulenzia.Ausblick lesen

Mit verschiedenen Fähigkeiten könnt ihr eure normalen Angriffe verstärken oder um zusätzliche Treffereffekte aufbessern – und wenn der erste Durchgang nicht gelingt, könnt ihr euer neu erlerntes Wissen über die feindlichen Verteidiungsanlangen im neuen Anlauf (hoffentlich) gewinnbringend einsetzen. Lasst ihr euch mit der Wiederholungstat allerdings zu viel Zeit, kann es passieren, dass der gegnerische Spieler auf die Hinweismeldung, dass seine Burg angegriffen wurde, reagiert und die Verteidigungsmaßnahmen entsprechend ausbaut.

Dafür steht ihm eine Replay-Funktion zur Verfügung, mit der er den erfolgreichen oder hoffnungslosen Angriff noch einmal ansehen und so genau analysieren kann, an welchen Stellen in der Verteidigung noch Schwächen ausgemerzt werden müssen. Das gibt dem Spielprinzip und dem ewigen Hin und Her mehr Tiefe und macht jeden neuen Versuch spannend – ob nun auf Seiten der Verteidiger oder Angreifer.

Die vier Gefährten

Vor jedem Angriff werdet ihr vor die Wahl eines Helden gestellt, mit dem ihr dann den geplanten Eroberungskrieg durchstehen müsst. Das heroische Inventar stellt euch aktuell vier Recken zur Verfügung: Sir Painhammer (Ritter), Blackeye Bowgart (mürrischer Bogenschütze), der Baron von Boshaftigen (Wahnsinnier Magier) und die Ausreisserin (angehende Musikerin und Axtschwingerin).

Jeder dieser Charaktere bringt eigene Fähigkeiten und Kräfte mit sich, die je nach gegnerischem Schlossdesign von Vor- oder Nachteil sein können. Nach einigen Teststunden habe ich das Gefühl, dass die Entwickler mit dieser Auswahl alle strategischen Möglichkeiten ausreichend abgedeckt haben – aber über Zuwachs in der Zukunft freut man sich ja trotzdem immer, oder?

The Mighty Quest for Epic Loot - Hier geht die Lootsie ab!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 46/501/50
Trotz dem Comiclooks sieht das Spiel hübsch aus und zaubert uns ein Grinsen ins Gesicht!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch diese Helden müssen nicht schutzlos in den Kampf geschickt werden: Dank eines sehr reichhaltigen und gut sortierten Ingame-Shops können Ausrüstungsgegenstände wie Waffen, Schilde und Helme sowie Tränke gekauft werden, um den eigenen Streiter perfekt auf die nach und nach immer größeren Burgbelagerungen vorzubereiten.

Thomas Paincon, Marketing Director, erklärte uns die Ingame-Käufe: „Wir haben uns bei 'The Mighty Quest for Epic Loot' dafür entschieden, dass nichtzahlende Spieler ein ähnliches Spielerlebnis und gleiche Ausrüstungsgegenstände haben können wie zahlende Spieler. Die Blings – unsere Währung im Spiel, die man sich mit echtem Geld kaufen kann – ermöglichen es den Spielern, manche Dinge einfach leichter zu erreichen. Aber zu keinem Zeitpunkt sind Spieler darauf angewiesen, zahlen zu müssen, um im Spiel voranzukommen.“

Die Free2Play-Implementierungen scheinen hierbei fair reguliert: Weder wurde ich ständig dazu aufgefordert, mit Echtgeld zu zahlen noch sah ich mich ohne Extraequipment hoffnungslos unterlegen. Stattdessen schöpfte ich reich aus den Schätzen der Mitspieler, die mein Ingame-Konto so ordentlich aufstockten und mir Möglichkeiten zum Ausbau meiner eigenen Burg gaben. Durch die ständige Bedrohung der umliegenden Spieler war ich immer wieder dazu angehalten, regelmäßig in der Welt von Opulenzia nach dem Rechten zu sehen und die neusten Berichte über Angriffe auf meine Besitztümer zu überprüfen.