Wir kennen das ja: In den meisten Hack-n-Slay-Games wirbeln wir durch Horden von Feinden, um an sagenhafte Schätze zu gelangen. In Ubisofts The Epic Quest for Mighty Loot ist das aber nur die eine Hälfte der Gleichung - Teil zwei des Spielprinzips basiert darauf, dass ihr eure eigene Festung mit wirksamen Verteidigungsmaßnahmen bestückt, die sich möglichst schwer überwinden lassen. Wie das funktioniert, haben wir bei einem Besuch in der französischen Hauptstadt erkundet.

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Stress lass nach!

Wie jeder Burgherr fange auch ich klein an - das Verlies, das andere Spieler oder computergesteuerte Rivalen vom Plündern abhalten soll, ist zunächst nur ein paar wenige Räume groß. Genug, um sich mit den Grundprinzipien des Spiels vertraut zu machen. Bevor also abschreckende Monster, tödliche Fallen und sonstige Verteidigungsanlagen installiert werden können, muss ich ein kleines Startkapital erkämpfen.

Also flugs in den Offensiv-Status des Free-To-Play-Games gewechselt und das nächstbeste fremde Bollwerk attackiert. Das sollte sich möglichst in meinem Levelspektrum befinden, sonst machen mich Viecher und Hindernisse zu schnell platt - und der Hausherr verdient sogar ein paar Münzen und vielleicht einen verlorenen Gegenstand an mir.

Allerdings kann ich nicht in meinem mir sonst eigenen behäbigen Tempo durch die Gänge schlurfen: Wenn ich das Ziel nicht innerhalb der vorgegebenen drei Minuten erreiche, habe ich zwar ein paar Münzen oder Ausrüstungsteile ergattert - die dicke Schatztruhe bleibt dann aber unerreichbar hinter soliden Gitterstäben verborgen.

Das kann frustrieren, aber auch motivieren, es noch einmal zu versuchen. Allerdings: Die Bastion eines menschlichen Spielers lässt sich nur alle sechs Stunden attackieren. Das soll verhindern, dass in meiner Abwesenheit meine prall gefüllten Habseligkeiten vollständig abhandenkommen.

Es soll ja niemand im Frust die 400 MB des Client-Games wieder deinstallieren und löschen... Der beste Schutz ist aber, die eigene Defensive möglichst effektiv aufzustellen. Das funktioniert zwar recht intuitiv, um alles zu erfassen, benötigte ich aber trotzdem eine halbe Stunde. Schließlich hängen die Optionen beim Bau der Anlagen auch von meinem Level, dem Schlosslevel und dem Inhalt des Geldbeutels ab. Ihr könnt euch vorstellen, dass bei dieser Art Spiel auch der reale Zaster eine Rolle spielt. Wer will, kann sich Juwelen kaufen, mit denen die eigene Offensive und Defensive kräftig aufgepeppt wird.

The Mighty Quest for Epic Loot - Der etwas andere Diablo-Herausforderer

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Mighty Quest for Epic Loot spielt sich wie Diablo, hat aber noch mehr zu bieten.
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Man kann aber nicht wild Drauflosbauen - das heißt, ich könnte schon, aber es wäre nicht sonderlich clever. Denn jeder der bis zu 50 Räume verfügt über eine gewisse Anzahl von Verteidigungspunkten. Ich muss also entscheiden, ob ich lieber ein "Bossmonster" für 20 Punkte haben will oder doch eher vier bis fünf kleinere Feinde ins Feld schicke, die den Angreifer beschäftigen oder niederknüppeln.

Wie sich im Praxistest gezeigt hat, ist es von Vorteil, die Fertigkeiten einzelner "Mobs" und Fallen genau zu studieren. Oft sind bestimmte Kombinationen besonders schlagkräftig und wirken nachhaltiger, als einfach hippelig in den Zimmern postierte Hindernisse und Aufpasser. Heiltränke sind teuer und je mehr der Widersacher an Substanz verliert, desto besser gelingt es mir, den Kontrahenten zur Strecke zu bringen, kann er sich zwar wiederbeleben - er kann aber am Ende den Schatz nicht plündern. Außerdem hinterlässt er Münzen und Items, die ich nur aufsammeln muss.

Packshot zu The Mighty Quest for Epic LootThe Mighty Quest for Epic LootRelease: PC: 2013

Ein Schlachtplan für die Defensive

Ihr könnt übrigens alle in Abwesenheit absolvierten Abwehrschlachten nochmals (auch im Zeitraffer) anschauen und damit die Schwachpunkte eurer Defensive studieren. Die Heldenfiguren (Ritter, Bogenschütze, Magier) rüstet ihr in gewohnter Manier mit Gegenständen aus - auch hier habt ihr die Wahl, ob ihr lieber alles mit harter Arbeit ergattern wollt oder den Geldbeutel sprechen lasst.

Diablo trifft Tower Defense: Ein ziemlich spannender Genre-Mix.Ausblick lesen

Die Steuerung der Recken funktioniert wie in den meisten Diablo-Klonen: Einfach ein bisschen in der Gegend herumklicken und ihr werdet die Feinde schon irgendwann treffen. Bei The Epic Quest for Mighty Loot hatte ich aber noch das Gefühl, dass die Hitboxen zu fein eingestellt waren und man häufiger ins Leere schlug - oder loslief, anstatt zu schlagen/schießen. Das letzte Wort ist in diesem Punkt auch angesichts der frühen Entwicklungsphase (Alpha) noch nicht gesprochen, wie auch die Ubisoft-Mitarbeiter erklären.

Die Talentbäume werden aber lange nicht so umfangreich sein, wie bei herkömmlichen Genre-Vertretern. Es lassen sich wohl nur immer zwei Fertigkeiten mit in die Schlacht nehmen, was den Spielablauf insgesamt ziemlich übersichtlich gestaltet. Auch das Design der Räume ist - zumindest bisher - noch recht geradlinig und etwas einseitig ausgefallen.

The Mighty Quest for Epic Loot - Der etwas andere Diablo-Herausforderer

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Neben dem üblichen Hack n Slay müsst ihr auch eure "Basis" verteidigen.
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Die Entwickler überlegen aber, ob sie noch Geheimräume implementieren, um die Erkundung der Festungen spannender zu gestalten. Unterm Strich spielen sich die Gefechte aber flott und bei clever ausgetüftelten Barrikaden bedarf es schon einiger Anstrengung, das Ziel rechtzeitig zu erreichen.