Autor: Christopher Link

Terroristen jeglicher Art sind eine der beliebtesten Gegnerarten in Spielen. Diese Tatsache zieht sich seit jeher durch alle Wertungsregionen. Seien es brillante Taktik-Shooter wie »Operation Flashpoint« oder »Ghost Recon: Advanced Warfighter«, Durchschnittsware im Stile eines »Rainbow Six: Lockdown« oder absoluter Müll, wozu unter anderem die »Terrorist Takedown«-Reihe gehört.

Auch in »The Mark« dienen diese bösen Buben wieder als Kanonenfutter für ach so heroische Weltenretter. Wie uns das Spiel abseits der mehr als konventionellen Story gefallen hat, erfahrt ihr im Review.

B-Movie mit B-Story...
Im Mittelpunkt der Story von »The Mark« stehen die beiden Söldner Fletcher und Hawke: Ersterer verliert bei einem harmlos erscheinenden Auftrag sein gesamtes Team, zudem wird seine Schwester entführt. Hawke hingegen ist ein Eigenbrötler und darauf angesetzt, Fletcher zu beschützen. Von wem, das wird leider viel zu früh verraten. Der Auftrag lautet für beide, Terroristen daran zu hindern, London mit einem nuklearen Atomschlag in Schutt und Asche zu legen. Soviel zur Geschichte. Jeder B-Movie-Fan dürfte sich also sofort wohl wühlen.

The Mark - Ohne Schnörkel, Sinn und Verstand - und trotzdem ganz... markig irgendwie.

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Das Aufeinandertreffen unserer Helden verläuft anders als geplant.
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Wer jetzt wegen der zwei Hauptcharaktere witzige Sprüche und kuriose Situationen wie in einem Buddy-Movie erwartet, wird allerdings enttäuscht. Wirklich witzig ist in »The Mark« keiner, stattdessen zählen aufgesetzt wirkende Coolness und eine Handvoll eher peinlicher Sprüche. Dem Spielspaß tut dies allerdings keinen Abbruch, vielmehr verleiht es dem Spiel einen nicht von der Hand zu weisenden Trash-Charme. Wie bereits erwähnt ist »The Mark« ein Ego-Shooter. Wer den Zusatz »Taktik« in Verbindung mit dem Spiel benutzen will, dürfte damit aber kläglich scheitern. Denn hier wird geballert, was die eigenen Magazine und die der erledigten Gegner hergeben.

Taliban-Lemminge und endlose Gegneraufkommen...
Dementsprechend rasch ist auch der Spielablauf: Im Prinzip rennt man - je nachdem für welchen der beiden Protagonisten man sich entschieden hat - wie auf Drogen durch die Szenerien, verballert dabei alles, was man hat, und schickt gut ein paar Dutzend Gegner pro Level in die ewigen Jagdgründe. Und diese tauchen ähnlich zahlreich auf wie in Brachial-Shootern der Marke »Serious Sam 2«.

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"Mahlzeit, Hawke, was macht die Terroristenjagd?"
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An jeder Ecke habt ihr es mit neuen Feinden zu tun. Das wirkt jedoch entgegen aller Erwartungen so schnell nicht ermüdend, wie es in anderen Spielen der Fall war - man denke hier zum Beispiel an »Will Rock«. In »The Mark« nach Rätseln oder auch nur irgendeiner Form von mentaler Anstrengung zu fragen, ist genauso sinnlos, wie sich am Nordpol nach dem Weg zu erkundigen. Hawke und Fletcher scheißen grob gesagt auf künstlich wirkende Rätsel, lieber schießen sie sich den Durchgang frei.

Etwas Auflockerung in den straighten Shooter-Alltag bringen auch die gut gemeinten Spezialfähigkeiten der beiden Charaktere nicht. Bei Fletcher läuft auf Tastendruck alles in Zeitlupe ab, was besonders bei einer Übermacht an Gegnern des Öfteren den virtuellen Hintern retten kann. Hawke hingegen aktiviert seine Spezialbrille, mit der man auch in schlecht ausgeleuchteten Räumen keine Probleme mit den KI-Lemmingen haben dürfte, denn diese werden fortan mit einem Zeichen markiert. Richtig innovativ sind keine der beiden Fähigkeiten, trotzdem möchte man sie nach einiger Zeit nicht mehr missen.

Im Spiel bekommt ihr es übrigens mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gegner zu tun. Kurios und auch gleichzeitig etwas brisant dürfte das Irak-Level mit seinen Turban tragenden Terroristen und Selbstmordattentätern sein, die sich auch gerne mal auf einem fahrenden Moped in die Luft sprengen. Ob hier Anlass zur Kritik besteht, ist Geschmackssache. Zum Gegner-Repertoire hinzu gesellen sich dann noch in schwarz gekleidete Agenten, schwer bewaffnete Einsatzteams sowie russische Terroristen. Das reicht dem Durchschnittszocker für eine Spielzeit von circa sechs Stunden. Aber, liebe Entwickler: Beim nächsten Mal die Feinde bitte mit ein wenig mehr Intelligenz ausstatten! So wenig Hirn hat selbst Paris Hilton nicht vorzuweisen…

Mehrspielerfreuden für mehr Spieler...
Ein definitives Highlight von »The Mark« ist der Mehrspielermodus: Neben dem gewöhnlichen Team-Deathmatch begeisterten uns vor allem die beiden Modi Cooperative und Massive Cooperative.

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Wie Moorhuhn, bloß brutaler!
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Im Kern sind beide das Gleiche, bei letzterem geht es den Feinden jedoch zusammen mit wesentlich mehr Spielern an den Kragen - ein potenzieller Knaller, auch wenn nicht alle Levels des Einzelspielermodus zur Verfügung stehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen, da auf den meisten Servern noch gähnende Leere herrscht. Über LAN sieht die Sache dann aber schon wesentlich anders aus. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß.

Grafisch ist »The Mark« ein zweischneidiges Schwert: Während Viele über die etwas staksigen Animationen und polygonarmen Charaktere murren werden, unterstützt das Spiel dennoch recht fortschrittliche Features. Da wäre zum einen die HDR-Technologie, die die Levels in ein atmosphärisches Licht taucht. Zum anderen wäre da noch der hervorragende Einsatz von Tiefeunschärfe. Beispiel gefällig? Lädt man eine Waffe nach, konzentriert sich wie im echten Leben das Auge der Figur auf die Waffe, folglich verschwimmt die ganze Umgebung. Ist der Vorgang abgeschlossen, erscheint wieder alles klar. Besonders weit entfernte Objekte werden dennoch verschwommen dargestellt. Auch die Texturen wirken recht detailliert. Etwas mehr optische Abwechslung in den Levels hätten wir uns dann aber doch gewünscht.

The Mark - Ohne Schnörkel, Sinn und Verstand - und trotzdem ganz... markig irgendwie.

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Die Tiefenunschärfe macht die Gefechte noch intensiver.
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Lässt man die etwas überfordert wirkenden deutschen Synchronsprecher mal außen vor, ergibt sich beim Sound ein recht gutes Gesamtbild. Der Soundtrack ist gelungen und passt perfekt ins Action-Thema, auch die knackigen Effekte können begeistern. Dabei pfeifen euch die Kugeln nur so um die Ohren. Glück für denjenigen, der eine Surroundanlage mitsamt leistungsfähigem Subwoofer sein Eigen nennt.