Der Weltraum … unendliche Weiten: Schnallt euch an für The Long Journey Home, eines der besten Science-Fiction-Abenteuer unserer Zeitrechnung. In unserem Test zum Daedalic-Epos waren wir mit dem fiktiven Cpt. Gamona auf einer Reise an den Rand der Galaxie... und noch weiter.

Star Trek, Firefly, Babylon 5, Dr. Who … Sci-Fi-Odyseen sind rar geworden; Action-Blockbuster ziehen sich wie Unkraut durch die Milchstraße und diplomatische Beziehungen zu Außerirdischen werden auf gigantische Weltraumschlachten beschränkt: Die Menschheit wird von Will Smith gegen böse Fremdling angeführt und überall kracht und explodiert etwas; ein Feuerwerk an Visual Effects in Film und Spiel. Was ist mit der obersten Direktive, mit intergalaktischen Beziehungen, originellen Alien-Rassen und der Faszination an neuer, fantastischer Technologie?

The Long Journey Home - Teaser TrailerEin weiteres Video

Daedalic gibt Antwort und startet in The Long Journey Home eine Rettungsmission an den Rand des Universums.

Inhaltsverzeichnis

36.000 Parsecs von der Erde entfernt

Logbucheintrag Cpt. Gamona: 001
„Kirsten, was siehst du da unten?“ –„Versuch - krzzz Sturm krrrzzz – Verletzt, MayDa-krrrrz – kommen rauf, Krankensta—bitteKRZZZZZ-“

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 12/181/18
The Long Journey Home im Test: Stellt á la Minecraft einen Seed für eure zufallsgenerierte Sternenkarte ein
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Mein Schiff kreist um einen fremden Planeten, in einer fremden Galaxie – wir sind gestrandet; ein Fehler mit dem Antrieb? Wir sind allein, unser Schiff ist beschädigt und eines meiner vier Crewmitglieder wurde während einer Außenmission auf einem Eisgiganten schwer verletzt. Wir wollten Rohstoffe abbauen; Helium für den Antrieb, Metalle zur Reparatur unseres Raumschiffes.

Wir bleiben stark. Wir werden es schaffen.

Der ruhige Sci-Fi-Titel vom deutschen Entwickler Daedalic schießt euch á la Star Trek: Voyager quer durch den Weltraum an einen zufallsgenerierten Ort fernab eurer Heimat: Survival trifft auf Rogue-Like trifft auf Sandbox – ein Singleplayer-Sci-Fi-Epos, der ohne bedeutende Visuals, Cut-Scenes und Action-Sequenzen in euren Köpfen real wird; eine Geschichte, die berührt und ein Planetensystem, das fasziniert. Im Spiel kommt es durch einen Fehler zu einem Unfall und anstatt nur ein paar tausend Kilometer im Sonnensystem zu springen, landet ihr am Rand der Galaxie: Einsam, gestrandet … und nicht so allein, wie ihr dachtet.

The Long Journey Home ist interessantes Gameplay, mitreißende Story und pures Science-Fiction – ein Spiel, ebenso fremd wie faszinierend.Fazit lesen

Wie in No Man's Sky? Nein, denn das All ist nicht leer, sondern lebendig; beherrscht von Alien-Rassen, deren Beziehungen zu anderen Völkern festgeschrieben und kompliziert sind. Sie sprechen kein Englisch und Kommunikation funktioniert nur über Stichwörter, die schnell falsch verstanden werden können. Diplomatie ist gefragt. Allianzen müssen geknüpft werden, denn ihr seid die einzigen Menschen auf etliche Lichtjahre Entfernung; ihr seid allein. Und ihr müsst überleben.

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Riesige Fellknäule: Die Kommunikation mit dem Meorcl muss vorsichtig angegangen werden - ein falsches Wort und es könnte zu einem Kampf kommen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Erste Kontakt: Die Crew wird unruhig

Logbucheintrag Cpt. Gamona: 087

Wir sind nicht allein.

Sie heißen ‚Meorcl‘ und sie sehen aus wie verdammte Fellkugeln – wir haben versucht, mit ihnen zu kommunizieren, können aber nicht sicher sein, ob sie überhaupt verstanden haben, was wir wollten. Sie sind so… anders. Wir können nicht einmal sicher sein, ob uns das nächste Schiff dieser Rasse nicht sofort angreift. Ash versucht, mehr über die Flora und Fauna eines ihrer Planeten herauszufinden, aber sie beobachten uns …

Seit Kirsten gestorben ist, ist die Moral noch weiter gesunken. Ich glaube, sie alle haben mit ihrem Tod auch einen Teil ihrer Hoffnung verloren. Ich bin dafür nicht ausgebildet worden. Ich wünschte… ach, verdammt.

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 12/181/18
Die Crew ist mir bereits nach wenigen Stunden ans Herz gewachsen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Euer Team besteht aus vier Menschen: Astronauten, Ingenieure, Wissenschaftler – vor Beginn eurer Reise könnt ihr eure Crew aus zehn Kandidaten wählen, wobei alle eine Geschichte und gewisse Talente mitbringen. Nikolay Lebedev, einer der besten Forscher unserer Zeit oder doch Kristen Brassador, eine junge, begnadete Astronautin, die jedoch an Krebs leidet?

Daedalic schafft es mit erzählerischem Feingefühl, mich bereits vor Beginn des Abenteuers an meine Gefährten zu binden; und dann wären da natürlich noch die Easter-Eggs: Ob es nun um Zoe Creed, eine blauhaarige Journalistin geht, die einer gewissen Chloe doch recht ähnlichsieht – oder um die Rettungskapsel ‚Serenity‘: Wohin das Auge auch blickt, überall ploppen kleine Erinnerungs-Splitter aus 200 Jahre Sci-Fi-Geschichte auf und bohren sich mit bittersüßen Stichen in mein Gedächtnis.

Über Rost und Tode

Logbucheintrag Cpt. Gamona: 109

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Eine pflanzliche Alien-Rasse: Es ist beinahe unmöglich, ihre kryptische Zeichensprache zu verstehen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wir haben die Landekapsel verloren, konnten aber auf Aldebaran mithilfe von Skizzen eine neue entwerfen lassen. Ich glaube, das Wesen meinte, es würde dafür einen Planeten unseres Sonnensystems beanspruchen wollen… was auch immer.
Unser Schiff sieht nicht gut aus. Nach unserer Begegnung mit einer… Knolle? – einem pflanzlichen Wesen, das wohl vom Aussterben bedroht ist, haben wir diesen Zweig von den Aliens an Bord. Ash versucht, sich um ihn zu kümmern, aber nach dem Unfall im Lander ist er nicht mehr derselbe.

Der Zweig verkümmert. Es ist lächerlich, wie sehr mich das mitnimmt – wir sollten den Zweig auf einem Planeten pflanzen; aber wir finden keinen und wir haben keine verdammte Zeit dafür. Aber er verkümmert, genauso wie diese Knollen-Rasse; genauso, wie wir.

Nachtrag: Wir haben einen Planeten gefunden, doch es gab einen weiteren Unfall. Nikolay ist … er hat es nicht geschafft.

The Long Journey Home ist gnadenlos, kreativ und wunderbar realistisch: Die ersten Minuten sind beinhart, denn die Steuerung eures Raumschiffes ist keineswegs einfach und erinnert an Kerbal Space Program: Es gilt, die Anziehungskräfte im All zu beachten und sie bestmöglich zu nutzen. Euer Schiff fliegt keine gerade Linie, wenn ihr die Hände von Maus und Tastatur nehmt; es wird je nach Entfernung und Größe eines Planeten angezogen und abgelenkt. Kommt ihr einem größeren Raumkörper zu nahe, ist die Gravitation zu stark und ihr schleift über die Atmosphäre des Körpers, wobei eure Schilde beschädigt werden.

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 12/181/18
Um euer Raumschiff zu steuern, braucht es Übung: Die Anziehungskräfte verschiedener Objekte im Weltraum wirken auf euch
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Trotz des anfänglichen Tutorials wurde ich die erste halbe Stunde immer und immer wieder abgetrieben: weg vom Planeten; umkehren, versuchen, in die Umlaufbahn zu gelangen – fehlschlagen, zu nahe kommen, abtreiben. Noch einmal. Es braucht Zeit, das eigene Schiff richtig zu steuern, Zeit und Übung. Doch nach einer Weile ist das kreative und realistische Bewegungs-Konzept ein Grund mehr, vor The Long Journey Home den Hut zu ziehen.

Sind die ersten frustrierenden Minuten überwunden, folgen weitere Probleme: Euer Schiff wird nicht etwa nur im Kampf beschädigt, nein, es rostet und nutzt sich ab, bis die Systeme nacheinander allesamt ausfallen. Um das zu verhindern, heißt es Rohstoffe sammeln, mit Aliens handeln (und bestenfalls dabei Allianzen schließen) und immerwährend reparieren. Denn in diesem Teil der Galaxie lauert eine Unmenge an bizarren Gefahren, die nur darauf warten, eurer Reise ein Ende zu bereiten.
Auch mein erster Ausflug nimmt bald ein jähes Ende.

Logbucheintrag Cpt. Gamona: 112 [Letzter Eintrag]

The Long Journey Home - Wir sind verliebt

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Das Ende
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wir sind zu weit abgekommen. Falls das hier jemand findet… aber wer sch[fehlender Datensatz] Der Antrieb ist nach den ersten Kollisionen ausgefallen. Wir treiben und die Lebenserhaltung ist seit… ich weiß gar nicht, wie viel Zeit vergangen ist; die Borduhr funktioniert auch nicht mehr. Aber es wird stickig. Ash ist verschwun[fehlender Datensatz]

Mein Schiff explodiert in den nächsten Minuten und der Verlust durchdringt mich wie ein Messer: Ich habe nicht damit gerechnet, wie sehr es mich mitnehmen würde. Es fällt schwer, den Endscreen wegzuklicken und der Gedanke, von Neuem zu beginnen, widerstrebt mir.

Ich vermisse meine Crew. Wie konnte mich dieses Spiel in so kurzer Zeit so sehr mitnehmen? Nach einer längeren Pause will ich es herausfinden und lasse mich erneut an den Rand der Galaxie katapultieren. Ich bin gespannt, welche Abenteuer ich dieses Mal erleben darf.