Zelda Windwaker Test
(von Richard Löwenstein)

Sie vermissen den Rausch des Ungewissen, es drängt Sie in die Ferne? Keine Bange: Nehmen Sie doch einfach teil am vielleicht großartigsten Action-Abenteuer des Jahres!

Held ist der junge Link, dessen Schwester vom gewaltigen Vogel Roch entführt wurde. Nur kurz bleibt dem Spieler Zeit, die Feinheiten der Steuerung kennen zu lernen. Macht aber nichts: Basisfunktionen wie laufen, kriechen und schleichen gehen präzise von der Hand. Icons am rechten oberen Bildrand erklären, welche Aktionen gerade möglich sind.

Wenn Link an eine Klippe kommt und springen oder klettern soll, tut er das automatisch.

Per Piratenschiff verlässt Link den Ausgangspunkt seiner Südseeinsel und reist zum düsteren Eiland der Monster. Dort beginnt das Abenteuer von »Zelda: The Windwaker«. Bald trifft Link auf ein putziges Drachenboot, mit dem er die Weltmeere bereist, von Insel zu Insel. Mindestens 40 Stunden Spielspaß, sagt Nintendo, verbergen sich zwischen den Wellen. Wir schätzen: Wer allen Extra-Geheimnissen auf die Spur kommen will, wird eher doppelt so lang beschäftigt sein.

Versteckte Geheimnisse
Kein Zeitlimit macht Druck, das Tempo bestimmt der Spieler. Man kann schnurstracks die gestellten Aufgaben erledigen und weitersegeln oder das Gelände Meter für Meter absuchen. Wer das tut, kann beim Schiffeversenken, im Labyrinth und bei anderen Bonusspielen Gold sammeln oder eine Fee namens Tingle finden. Die bringt einen an den Gamecube angeschlossenen GameBoy Advance ins Spiel:

Via Tingle beziehungsweise GameBoy Advance können Sie nun allerlei Hindernisse sprengen, Link über Schluchten hinwegtragen oder ihn heilen.

Das macht einem das Leben leichter, aber übertrieben schwer ist es sowieso nicht. Speichern ist jederzeit erlaubt. Die putzig gezeichneten Wachen, Greife und Biester kämpfen fair. Ein Lob für das raffinierte Kampfsystem: Link hat nur Schwert und Schild zur Verfügung, aber was er damit alles anstellen kann - großartig! Mit nur drei Feuerknöpfen kann man Attacken von links und rechts abwehren und leichte oder schwere Angriffs-Kombinationen starten.

Damit die ihr Ziel finden, muss man mit deutlich mehr Timing und Präzision kämpfen als beim ähnlichen »Starfox Adventures«. Die Gegner in den ersten zwei bis vier Stunden sind Kanonenfutter. Das vermeidet Frust.
Mit Link gemeinsam über mobile Plattformen zu hüpfen, am Enterhaken schwingend Endgegner auszumanövrieren und viele andere Geschicklichkeitstest zu bewältigen, ist ein Vergnügen. Erfreulich: Die Kollisionsabfrage entscheidet im Zweifelsfall zugunsten des Spielers.

Knifflige Puzzles
Die Puzzledichte nimmt im Verlauf der Handlung zu. Dabei erwecken die Knobeleien zu keiner Zeit den Eindruck, nur die Spieldauer künstlich verlängern zu wollen. Leerlauf? Pustekuchen! Hier erwarten den Spieler Überraschungen und Geheimnisse en masse! Selbst die Kämpfe in den Dungeons töten nicht mehr den Nerv, wie das in vergangenen Zelda-Abenteuern der Fall war, denn sie sind deutlich kompakter geworden.

Was die Qualität der Grafik betrifft, sind die Meinungen in der Redaktion gespalten. Die eine Hälfte mag den interessanten Zeichentrick-Charme und kontrastreichen Cel-Shading-Look, die andere Hälfte kann sich mit der mutigen Detailarmut nicht anfreunden.Doch selbst diese Hälfte ist vernarrt in Zeldas Abenteuer. Nicht wegen, aber trotz des ungewöhnlichen Looks.

Umstrittener Look
Tatsache ist: Hier und da stören ein paar Polygonkanten zu viel den runden Gesamteindruck, außerdem wirken einige Spezialeffekte (wie beispielsweise die suchenden Scheinwerfer auf der düsteren Insel der Monster) nicht ausgegoren. Tatsache ist aber auch: Die Qualität der Animation ist auf Zeichentrick-Niveau. Die Mimik der Wachen, Elvis-Imitatoren und aller generell völlig überdrehten Typen übertrifft alles bisher Dagewesene. Die Figuren reden sprichwörtlich mit Händen und Füßen und unterstreichen das Gesagte mit Mundwinkeln und Augenbrauen. So muss eine lebendige Spielewelt aussehen!

Tipp für Soundgourmets: Schließen Sie Ihren Gamecube an die Hifi-Anlage an! Die Calypso- und Orchester-Remixes der bekannten Zelda-Musikstücke unterstreichen das Spieltempo unauffällig.

The Legend of Zelda: The Wind Waker - Der Kult kehrt zurück

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Die Soundeffekte passen wie eine Faust auf die Ohrmuschel. Allein das markerschütternde Bass-Erdbeben in den Lava-Dungeons wird Ihre Nachbarn in die Verzweiflung treiben, versprochen!