Hype ist ein zweischneidiges Schwert, denn mit ihm steigen die Erwartungen ins Unermessliche. Während die Gaming-Welt The Legend of Zelda: Breath of the Wild als grandiose Rundumerneuerung der Zelda-Formel feiert (auch wir vergaben 10 von 10 Punkten für die Switch-Version, siehe unser Test), scheint eine kleine Handvoll Spieler arg enttäuscht zu sein. Diese sehr kleine (aber zuweilen sehr laute) Gruppe beschimpft es sogar als schlechtestes Zelda aller Zeiten. Auch wenn wir die Begründung nachvollziehen können, stimmen wir ihr nicht zu. Die vorliegende Wii-U-Fassung beweist, dass Technik nicht der ausschlaggebende Punkt ist. Und der Rest ist sowieso um Welten ausgereifter als früher.

Die Kritik einiger Spieler am neuen Zelda stützt sich auf Eigenschaften zweier Kriterien. Einerseits fällt die Bildrate gelegentlich auf 20 FPS, was am technischen Schauwert nagt, andererseits beklagen gewisse Leute, es gäbe gar keine echten Dungeons mehr, wodurch und Link keinen Gegenständen mehr hinterher jage, die ihm Zutritt und Lösungsansätze zu neuen Gegenden, Puzzles oder Kämpfe gegen Obermotze gewähren.

Damals, als Breath of the Wild noch exklusiv für die Wii U erscheinen sollte

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - E3 2016 Trailer

Nun, der technische Aspekt lässt sich nicht leugnen. Zugleich sei aber betont, dass die Aussetzer in der Bildrate nie an kritischen Stellen vorkommen. Link schlägt in keinem Bosskampf verspätet zu, weil die Bildrate nicht hinterherkommt. Genau genommen ist das selbst bei Wald-und-Wiesen-Monstern eine höchst seltene Angelegenheit. Es geht bei diesen Aussetzern ja auch nicht um mangelnde Rechenkraft, sondern um ein ungeschickt eingefädeltes Speichermanagement, das zu Verzögerung beim Laden und Darstellen gewisser Landschaftsmerkmale führt. Angesichts der riesigen offenen Welt, die nur selten künstliche Barrieren bereithält, ein Lapsus, den man mit Wohlwollen übersehen kann.

Ein Schönheitsfehler

Ob Wii-U-Version oder Switch-Fassung macht nach bisheriger Beobachtung keinen Unterschied. Beide ziehen gelegentlich die Bildraten-Handbremse, wenn auch an anderen Stellen. Auf der Wii U sieht man solche Einbrüche zum Beispiel in Dörfern wie Kakariko oder Hateno, die auf der Switch butterweich davonkommen.

Auf der Wii U ist Zelda nur geringfügig schwächer als auf der Switch, wenn es um die Technik geht. Der Rest wird dem Hype nach wie vor gerecht.Fazit lesen

Klar, daran kann man sich technikverliebter Spieler stören. Gravierend sind die Framedrops aber nicht, denn sie haben keine Auswirkung auf den Spielablauf. Mal zur Erinnerung: Das zuvor als beste Zelda-Episode betitelte „Ocarina of Time“ lief auf dem N64 durchweg mit 20 FPS. Störte bisher niemanden, egal ob rückblickend oder im Rahmen aktueller Konkurrenz im Jahr 1998. Und was ist mit GTA? Egal welche Episode, auf Konsolen lief es abseits der PS4 und Xbox-One-Neuauflagen nie wirklich flüssig und litt unter sehr ähnlichen Nachlade-Beschwerden. Teils inklusive unscharfen, nachladenden Texturen. Und zwar mitten in kritischen Schießereien, in Autorennen und Flugpassagen.

Ein oberflächlicher Schönheitsfehler – mehr stellt die absackende Bildrate in Zelda: Breath of the Wild ist nicht dar. Wenn überhaupt Grund zum Meckern besteht, dann geht er auf Kosten der Auflösung. Auf der Wii U müsst ihr euch mit 720p zufriedengeben, was angesichts der fehlenden Kantenglättung selbst auf gut skalierenden HDTVs etwas grober wirkt als die gewohnten 900p im Dock-Modus der Switch. Ebenfalls bedauerlich: Das Wii-U-Gamepad bleibt in seinen Vorzügen ungenutzt. Ein Druck auf den Touchscreen ermöglicht die Wiedergabe auf eben jenem, aber Weder Inventar noch Landkarte werden separiert angezeigt, obwohl solche Features in der Entwicklungsphase angedeutet wurden.

Weitere Unterschiede zur Switch-Version entdeckt man nur bei akribischem suchen, um nicht zu sagen bei Haarspalterei. So resultieren ein paar der Kochrezepte auf Wii U in geringfügig schwächeren Mahlzeiten, deren Buffs minimal kürzer anhalten oder ein bis zwei Herzen weniger Lebenskraft spendieren. In allen anderen Belangen gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen, egal ob grafisch oder inhaltlich.

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