Offene Welt, offener Weg

Links Reise ist beschwerlich, weil das Überleben in der Wildnis viel mehr Vorbereitung voraussetzt als jemals zuvor. Anstelle ausufernder Tutorials und ewigen Erklärungen (wie etwa im biederen Skyward Sword) tritt ein plumper Fall ins kalte Wasser, bei dem ihr alles selbst erlernen müsst. Nach einer kurzen Einleitung auf dem vergessenen Plateau geben nur noch grobe Hinweise die Richtung vor. Wann mit welcher Waffe wohin? Alles offen! Genial, denn dadurch ist das Spielgefühl von Breath of the Wild ähnlich wie das des allerersten Zelda auf dem NES. Da bekam man ein Schwert in die Hand und wurde ganz alleine in der Pampa ausgesetzt.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das beste Zelda aller Zeiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 63/671/67
Nicht nur für euch ist diese Reise beschwerlich: Auch dieser Gorone braucht dringend ein Päuschen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ging in früheren Zeldas die Lebenskraft zur Neige, dann genügte es, ein paar Büsche zu zerschnippeln und Herzchen aufzulesen. In Breath of the Wild hilft nur noch eine ordentliche Mahlzeit oder eine Fee. Außerdem muss man erstmal eine Waffe im Inventar haben, die überhaupt erst Gräser, Büsche und Bäume zerkleinern kann - ganz zu schweigen von aggressiven Feinden.

Egal ob Holzkeule, Reiseschwert, Axt, Bogen, Bumerang oder monströse Überklinge: Waffen, die ihr auf der Reise an allen erdenklichen Orten auflest, zerbrechen schneller als ihr euch an deren Stärke gewöhnen könnt. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn Schmiedemeister reparieren gewisse Waffen bei Bedarf - allerdings nicht umsonst.

Ohne ein Arsenal an Verteidigungswerkzeugen im Gepäck findet die Reise spätestens bei Nacht ein jähes Ende, wenn fiese Skelette aus dem Boden wachsen und geisterhafte Gestalten unserem Helden an die Wäsche wollen. Geht gar der rote Blutmond auf, eilen Ganons Schergen in doppelter Anzahl heran. Zum Glück gibt es Methoden, das anfangs stark begrenzte Inventar um einige Lagerplätze zu erweitern.

Auch cool: Der E3 Trailer aus dem Jahre 2016. Was hat sich seitdem verändert?

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - E3 2016 Trailer65 weitere Videos

Dabei hat jede Waffe ihre eigenen Stärken und Schwächen, die dem Kampfsystem auf unterschiedliche Weise zuträglich sind. Nimmt man etwa einen schweren Hammer oder eine Holzfäller-Axt in die Hand, so erinnert deren Trägheit in gewisser Weise an Dark Souls. Timing und Positionieren spielen plötzlich eine wichtige Rolle. Klar, Zelda wird nie so frustrierend schwer wie der genannte Bandai Namco-Titel, aber es leiht sich ein paar seiner Eigenschaften, um sie in verbesserter Form einzuflechten.

Packshot zu The Legend of Zelda: Breath of the WildThe Legend of Zelda: Breath of the WildErschienen für Nintendo Switch und Wii U kaufen: Jetzt kaufen:

Keine Geschenke

Nie und nirgends fliegen gebratene Tauben in euren Mund hinein. Ihr müsst aufmerksam bleiben, buchstäblich jeden Stein umdrehen, kleine Nebenaufgaben für Dorfbewohner verrichten und nicht zuletzt strategisch mit euren Ressourcen "hausieren", um Hindernisse zu überwinden und neue Freunde zu gewinnen, die euch auf der Reise helfen. Dazu gehören auch Reittiere. Vornehmlich wilde Pferde, die Link mit Geduld, Zuspruch und ein paar Möhren zähmt. Aber auch Exotisches, wie etwa einen Bären, kann er als Fortbewegungsmittel nutzen.

Ohne Pferd wären einige Distanzen nur mit quälend langen Märschen überwindbar. Das war früher nicht anders, allerdings müssen erfahrene Zelda-Recken nun neue Regeln annehmen. Keines der Pferde taucht aus dem Nichts auf, nur weil Link nach ihm ruft. Kann es sein Pfeifen nicht hören, weil es zu weit entfernt steht oder ein Hindernis nicht überwinden kann, habt ihr Pech - dann quietschen die Lederstiefel. Dies passiert wegen der teils sehr steilen Topographie öfter als man zuerst annimmt, denn Link kann zwar spitze klettern – wenn es sein muss, sogar an steilen Felsformationen entlang - aber sein geliebter Gaul kann das garantiert nicht.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das beste Zelda aller Zeiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Wunderschön groß und sagenhaft abwechslungsreich: Die Welt von Breath of the Wild
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und selbst Link kommt nicht überall hoch, wenn das dynamische Wetter zickig wird. Bei strömendem Regen erlischt jedes Feuer, verschwinden Dorfbewohner in ihren Hütten und Felsen werden so glitschig, dass jeder Kletterversuch in einer Slapstick-Comedy mündet. Blitzt es dazu noch, mutiert das Tragen von Waffen und Schilden aus Metall zu einem Selbstmord-Roulette. Gegen klirrende Kälte hilft dagegen nur ein mit Chili angereichertes scharfes Gericht, das von innen wärmt. Es sei denn, Link findet einen Wintermantel.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: