Eine unvergessliche Reise

Unglaublich, wieviel Umwälzung Nintendo auf einen Schlag gelungen ist. Hyrule ist zerklüftet, ausladend und dem Titel entsprechend voller Wildnis, ohne abschreckend zu wirken. Obwohl man quasi nie einfach geradeaus laufen kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wird jede Furcht, auf der Landkarte verloren zu gehen, von einem nimmersatten Forscherdrang überflügelt. Tageszeiten spielen mit Emotionen und erzeugen eine Magie, die weit über den rein technischen Anschauungswert eines dynamischen Wettersystems hinausgehen. Daher stört es auch überhaupt nicht, dass nur vier große Dungeons auf dem Reiseplan stehen. Einerseits fallen diese schwierig genug aus, andererseits gibt es so viel mehr zu tun als nur von A nach B zu rennen, um irgendwelche besonderen Items einzusacken, wie es in früheren Zeldas der Fall war.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das beste Zelda aller Zeiten

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Sammeltrieb: Items gibt & gilt es natürlich trotzdem viele zu finden
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In Breath of the Wild ist der Weg das Ziel, und dieser Weg hat so viele Facetten, so viele Lösungswege und Abwandlungsmöglichkeiten, dass jeder Spieler sein ganz eigenes Abenteuer erleben kann. Dadurch wirkt dieses Kunstwerk so unglaublich modern und frisch, beinahe, als hätte sich nie zuvor jemand an das Erschaffen einer solch offenen Rollenspielwelt gewagt.

Irre, wieviel Realismus in allem steckt. Rätsel basieren meist auf nachvollziehbarer Physik, Gegner purzeln Abhänge hinunter, wenn sie unachtsam sind und selbst die Zusammensetzung der eigenen Rüstung folgt einer Logik, die aus mehr besteht als nur vorbestimmten Verteidigungs-Attributen. Wenn das frisch gezähmte Pferd bockt und in eine anderen Richtung galoppiert als vorgesehen oder wenn Fackeln im Regen erlischen, obwohl man sie für eine Quest nacheinander anzünden soll, dann erlebt man zwar kurz Frust, weil man die aktuelle Aufgabe nicht sofort erfüllen kann. Aber die Gewissheit, ein Abenteuer in einer lebenden, atmenden Welt zu bestehen, kompensiert das so schnell, dass aus der Frustschnute ein helles Lachen wird.

Nintendo entfernt sich spielend leicht von vielen Zelda-Klischees, die in Stein gemeißelt schienen, und es ist eine Wonne, all diese Veränderungen zu entdecken. Zum Beispiel das Ausbleiben eines durchgehenden Soundtracks. Stille und Wind-Soundeffekte unterstreichen das Erlebnis mit selten eingespielten, wunderschönen Klavier-Arrangements bekannter Jingles und kurzen Melodien. Vorbei die Zeit, in der das Öffnen jeder kleinen Kiste mit Tusch und Fanfaren zelebriert wurde. Umso mehr freut man sich über alles, was betont musikalisch untermalt wird.

Es werden keine Kisten und Steinblöcke mehr verschoben oder Pfeile in das Auge einer Statue geschossen, um das Fehlen ordentlicher Puzzles zu kompensieren. Manchmal raucht der Kopf und es macht richtig Spaß, sich an einer Herausforderung festzubeißen. Klasse!

Einziger Kritikpunkt

Der einzige ernstzunehmende Kritikpunkt ist ein technischer, denn an manchen Stellen geht die Bildrate auf der Switch in die Knie. Vornehmlich, wenn das Bild über die Switch-Dock auf den Fernseher geworfen wird. Das passiert aber nicht oft und stört nur selten. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Folge aus der Umsetzung von der WiiU auf die technisch komplett neue Plattform Switch. Zudem soll noch ein Day-One-Patch erscheinen, der das womöglich ausmerzt. Daher lässt sich dieser Mini-Lapsus ignorieren.

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