Die Legend-of-Zelda-Serie gehört zu jenen Nintendo-Marken, die sich mit beinahe jedem Turnus neu erfinden. Neuer Grafikstil, neue Umgebung, neues zentrales Spielthema. Was blieb, waren gewisse Stilmittel wie etwas Herzteile, die man suchen sollte, Helden und Feinde, die einem erneut zur Seite standen, das Master-Schwert und weitere Konstanten, die der Neuinterpretation des Stoffes einen stabilen Wiedererkennungswert innerhalb der Saga verschafften. Doch im neuesten Ableger, The Legend of Zelda: Breath of the Wild, ist alles anders. Nintendo ließ keinen Stein auf dem anderen und schafft es dennoch, die gleiche Magie zu versprühen wie zuvor. In einigen Belangen übertrumpft es sogar seine Vorgänger bei weitem.

Solltet ihr Zelda-Veteranen mit Erfahrung in Wind Waker und Twilight Princess sein, dann kennt ihr bereits die ausufernd großen Dimensionen des magischen Königreichs Hyrule. Größe ist somit kein Kriterium, mit dem Breath of the Wild ein neues Kapitel aufschlagen könnte. Dennoch ist die Welt, in der sich der Jungspund Link diesmal austobt, so viel größer, so viel lebendiger und so unglaublich viel komplexer als das, was man von dieser Serie kennt.

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Größe ist mehr als Fläche und Anzahl

Nein, es geht nicht nur um schiere Fläche, um die Quadratmeter der Oberwelt oder die Anzahl der zu erforschenden Dungeons. Es geht auch nicht darum, mit wievielen Personen man spricht oder wieviele Waffen man verwenden kann, auch wenn letzteres durchaus beeindruckend erscheint. Es ist die Komplexität all dieser Faktoren in Verknüpfung miteinander. Zelda erfährt in Breath of the Wild eine völlig neue Interpretation. Neu interpretieren bedeutet nicht nur anders erzählen: Es geht um eine Intensivierung des Erlebnisses, eine Vertiefung und Verquickung, die kaum ein Spiel abseits der Elder-Scrolls-Reihe vermitteln kann. Wodurch sich selbst Skyrim hinten anstellen muss. The Elder Scrolls fühlte sich nie so magisch und märchenhaft an, wie dieses Spiel. Link tritt eine Reise an, die locker hundert Spielstunden füllt, weil es so viel zu tun und zu entdecken gibt, dass der Zweck der Reise gelegentlich zweitrangig wirkt.

Traditionell dreht sich die Hauptaufgabe um die Befreiung der Prinzessin Zelda aus den Klauen des üblen Ganon, der dieses Mal das Hyrule-Schloss besetzt hält und seit hundert Jahren Kräfte sammelt. Die Mär wird ausschweifend erzählt, denn ihr geht ein Versagen aller Protagonisten voraus, die in einem Erholungsschlaf des Helden resultiert. Dummerweise verlor der tapfere Recke bei dieser Maßnahme sein Gedächtnis und all seine Fertigkeiten. Auf der bevorstehenden Reise soll er all das und mehr wieder erlernen, um Ganon die Stirn bieten zu können.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das beste Zelda aller Zeiten

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Angriffslustig: Auf eurer Reise begegnet ihr mächtig fiesen Bossgegnern
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Zu erlernen gibt es einiges. Man kann stundenlang am Lagerfeuer stehen, einfach nur Zutaten in einen Topf werfen und Kochrezepte ausprobieren. Ob ein heilender Festschmaus, eine wirksame Medizin oder ein unkenntlicher Matsch dabei herauskommt, hängt nämlich von der Zusammensetzung ab. Oder wie wäre es mit der Erkundung einer unüberschaubaren Anzahl an Schreinen? Das sind Mini-Dungeons mit Rätseln,deren Schwierigkeitsgrad zwischen „Schaff ich im Schlaf“ und „mir raucht der Schädel“ rangiert.

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Manchmal ist das eine ganz schön kniffelige Angelegenheit, denn Link muss mit vier Spezialfertigkeiten, sogenannten Modulen, hantieren. Mit der ersten Fertigkeit wirft er Bomben, die unbegrenzt nachwachsen, aber nur in Intervallen verwendet werden können. Mit dem Magnetismus-Modul lassen sich schwere Metallgegenstände verschieben. Das Kryo-Modul lässt dagegen Eisblöcke aus dem Wasser wachsen, die man gefahrlos betreten kann. Manchmal dienen sie auch als Blockade. Das letzte Modul lässt einen Gegenstand in der Zeit erstarren, sodass er sich einige Sekunden nicht bewegen kann, selbst wenn er von außen beeinflusst wird. Stößt man ihn in der Starre an, bewegt er sich nach Einstellung des Zeiteffekts um so schneller. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel schwere Gesteinsbrocken aus dem Weg schaffen.

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