Er ist lila, hat einen wahnsinnig dicken Schädel und spuckt Feuer – nein, es geht nicht um uns am Neujahrsmorgen, sondern um den Kultdrachen Spyro. Und der kleine Brandmeister hat allerhand zu tun. So winkt ihm Gerüchten zufolge eine Filmkarriere und mitten in der „Legend of Spyro“-Trilogie steckt der Gute auch noch. Mit „The Eternal Night“ steht nun schon der zweite Teil des Dreierpacks vor der Tür. Wir sind – schuppenerfahren – unter die Flugviecher gegangen.

The Legend of Spyro: The Eternal Night - E3 2007 Trailer #1

Es gibt Dinge, die sind einfach unmöglich. So wird Schalke 04 niemals eine echte Spitzenmannschaft werden, Angela Merkel wird nie eine Rolle in gelungenen Männerträumen spielen, und ein „Spyro“-Artikel lässt sich nicht schreiben ohne mindestens eines der Worte „süß“, „knuddelig“ oder „knuffig“ zu verwenden. Und seit der kleine Drache seinen Geburtsort, die Playstation One, verlassen hat, kommen in solchen Artikeln leider auch immer Wörter wie „eintönig“ oder „monoton“ vor.

The Legend of Spyro: The Eternal Night - Knuffig, knuddelig, süß: Spyro bringt Licht in die ewige Nacht.

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Wie schon im Vorgänger sehen Figuren und Charaktere sehr hübsch aus.
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So konnte der erste Teil der „The Legend of Spyro“-Reihe zwar hinsichtlich der Präsentation und der Zugänglichkeit überzeugen, mit seinem simplen Gameplay richtete er sich jedoch in erster Linie an diejenigen, deren Hände noch Mühe haben, ein Gamepad zu umfassen. Wo sortiert sich also der zweite Teil ein?

Mach Sitz!

Klare Antwort: gleich hinter Teil Eins. Und das ist beinahe wortwörtlich zu nehmen. Denn chronologisch schließt „The Eternal Night“ fast nahtlos an seinen Vorgänger an. Spyro hat die Drachenlady Cynder in ihre riesigen Knie gezwungen und die Bekehrte zum Tempel der Drachen zurückgebracht. Dummerweise hat es das geschuppte Mädel nicht so sehr mit dem Stillsitzen und so wandert sie flugs wieder aus den heiligen Hallen hinaus.

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Mit seinen gewaltigen Feuerbällen heizt der kleine Drache seinen Feinden ein.
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Gerade als Spyro herausfinden möchte, was hinter Cynders Verhalten steckt, wird das Spiel affig. Denn Affenkönig Gaul und seine Lakaien fallen in den Tempel ein und sorgen für Radau. Glücklicherweise war zwischen genannten Abschnitten Zeit für eine kurze Einführung in die Steuerung, so dass man an dieser Stelle bereits die wichtigsten Attacken und die dazugehörigen Bewegungen und Knöpfe kennt.

Grundlage aller Attacken ist jeweils die Auswahl eines Elements. So bedient sich Spyro des Feuers, des Wassers, der Erde und der Elektrizität. Jedes Element bietet dem Jungdrachen dabei zwei Angriffe, die sich über die Knöpfe des Nunchuks anwählen lassen. Später lassen sich diese Attacken mit eingesammelten Kristallen zudem noch weiter verbessern.

Neben diesen Elementarangriffen steht Spyro, wie schon im Vorgänger, sein Dickschädel zur Verfügung. Entweder durch Wiimote-Schütteln oder durch die B-Taste sprintet der Drache durch Wände, Hindernisse oder Gegner hindurch. Neu dabei ist die Drachenzeit. Diese verlangsamt auf Knopfdruck den Zeitfluss, so dass man deutlich leichter durch Sprungpassagen oder ähnliche Gefahren gelangt. Die obligatorische Nennung eines Polizistennamens sparen wir uns an dieser Stelle – häufige Wiederholungen sind schmerzhaft.

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Leider verliert man ob der ungenauen Kamera immer wieder die Übersicht.
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Obwohl die Steuerung ordentlich funktioniert, merkt man ihr die Gamepad-Herkunft deutlich an. So lässt sich der Titel auch mit dem Classic-Controller kontrollieren und wirklich notwendig oder gar sinnvoll sind alle Schütteleien und Ruckeleinlagen nicht.

Drachen im Bootcamp

Thema „sinnvoll“: Wie sinnvoll es ist, gerade die Wii-Fassung eines „Spyro“-Titels sehr viel schwerer als den PS2-Vorgänger zu machen, können wohl nur die Entwickler selbst erklären. So ist „The Eternal Night“ durchweg zu schwer und zudem immer wieder frustrierend unfair. Häufig stürzt man bei Plattform-Sprüngen unnötig ab, weil Spyro nicht an der Kante hängen bleibt. Die Gegner sind derart aggressiv, dass manch ein Politiker sie momentan wohl in ein Disziplinierungslager schicken würde und die Kamera scheint vom „1, 2 oder 3“-Kamerakind eingestellt worden zu sein.

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Während die Texturen schwächeln, sind die Effekte durchaus gelungen.
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Dabei gibt es optisch durchaus einiges zu bestaunen. So ist die Spielwelt gelungen und vor allem die Zwischensequenzen wissen zu gefallen. Einzig aus der Nähe wirken die Areale durch selbst für Wii-Verhältnisse zu niedrig aufgelöster Texturen schwammig. Wenn Spyro jedoch eine ganze Gruppe Gegner in Flammen setzt und dann den Feinden mit einem gewaltigen Feuerstoß den Rest gibt, entschädigen die tollen Effekte für die breiigen Abschnitte. Und auch die Kreaturen sind wie in allen „Spyro“-Titeln überaus gelungen gezeichnet.

Vertont wird der bunte Held übrigens wie im Vorgänger von Timmo Niesner, der deutschen Stimme von „Ringträger“ Elijah Wood. Leider passen viele Sprachpassagen nicht so recht zum Geschehen, oft hat man das Gefühl, dass die Aufnahmen lediglich heruntergelesen wurden. Nichtsdestotrotz bilden die Geschichte und die Atmosphäre des Titels seine wenigen Pluspunkte. Insgesamt leidet „The Eternal Night“ jedoch unter seinem nicht stimmigen Konzept und vielen kleinen Frustmomenten. Eines müssen wir allerdings trotzdem noch loswerden: Spyro ist einfach süß, knuddelig und knuffig.