The Incredible Hulk: Ultimate Destruction - (PC-Test)
von Nedzad Hurabasic

Die Verfilmung von Comic-Superhelden ist IN und die dazugehörigen Videospiele sind dann auch meist nicht mehr weit. Bei The Incredible Hulk: Ultimate Destruction verhält es sich da ein

wenig anders, denn der Kinofilm "Hulk" ist bereits vor zwei Jahren erschienen. Das damals begleitende, gleichnamige Spiel kam aber nicht besonders gut an und war eher ein Schnellschuss denn ein gelungenes Spiel. Mit "Ultimate Destruction" liegt nun quasi die Fortsetzung vor (hat aber mit dem damaligen Film nichts

mehr zu tun) und wir haben uns angesehen und überprüft, ob sich das knallgrüne Superwesen diesmal ein wenig wohler in seiner Konsolen-Haut fühlt.

Mutation de Luxe
Wer träumt nicht davon? Ein kleiner Chemieunfall, radioaktive Strahlung, die Geburt auf einem fernen Planeten oder auch magische Gegenstände und schon mutiert man zum Superhelden. Nach diesem Schema haben es gleich Dutzende Comic-Helden zu fantastischen Superkräften und Ruhm gebracht. Einer davon ist der "Unglaubliche Hulk".

Der Wissenschaftler Bruce Banner bekommt bei einem Experiment mit Gamma Bomben zu viel von der eigentlich absolut tödlichen Strahlung ab. Anstatt zu sterben, verwandelt er sich aber in ein von Urinstinkten gesteuertes, superstarkes Wesen. Die Verwandlung ist aber nicht permanent - vorzugsweise durch äußere Einwirkungen die Banner zur Weißglut bringen, wird die Transformation ausgelöst. Nach dem Abbau der Aggression(en)

verwandelt sich der Wissenschaftler wieder in sein verletzliches menschliches Alter-Ego und versucht mit wissenschaftlichen Mitteln die Verseuchung des eigenen Körpers zu bekämpfen und damit das immer wieder ausbrechende Urwesen zu verdrängen. Denn der "Hulk" lässt sich nur sehr begrenzt kontrollieren, Banners kognitiven Fähigkeiten sind im verwandelten Zustand weitestgehend unterdrückt.

Genau darum geht es natürlich auch in dem nun vorliegenden Videospiel. Das Game bietet keine Auswahl, was das Gameplay betrifft, lediglich der Story-Modus steht zur Verfügung. Mehrspieler-Modi oder gar kooperative Elemente gibt es nicht. Zwei Schwierigkeitsstufen (leicht, normal) sind auswählbar, wovon der normale Modus zwar anspruchsvoll, aber die Feinde meist nicht zu hart sind - einige Ausnahmen von dieser Regel gibt es aber gelegentlich, mutet der eine oder andere Zwischengegner doch ziemlich "overpowered" an. Wer das Spiel einmal durchspielt hat schaltet damit übrigens den "harten" Schwierigkeitsgrad frei.

Sparring-Partner ohne Ende
Bevor der Story-Mode so richtig beginnt, wird man in einem Tutorial auf seine Superhelden-Aufgabe vorbereitet und in die Steuerung des muskelbepackten Hulks eingewiesen. Das erweist sich sehr schnell auch als notwendig, denn einfach zu beherrschen ist der Koloss fürwahr nicht.

Zwar halten sich die Fähigkeiten zu Beginn noch im überschaubaren Rahmen, doch das ändert sich im Verlaufe des Spiels grundlegend. Stehen am Anfang nur einige grundlegende Bewegungs- und Angriffsmöglichkeiten zur Verfügung, so kann am "Ende" des Spiels aus einem Pool von mehreren Dutzend

The Incredible Hulk: Ultimate Destruction - Totale Zerstörung hat ihren Preis!

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Moves und Kombos ausgewählt werden. So lernt man zunächst wie verschiedenste Objekte als Waffen oder Wurfgeschosse verwendet werden können und praktisch die gesamte Umgebung dem Erdboden gleichgemacht werden kann - die ultimative Zerstörung eben. In der Tat kann wirklich so ziemlich alles vernichtet werden, von Bäumen, über Felsen, Fahrzeuge und sogar auch die meisten Gebäude können dank der Urkraft des Hulks pulverisiert werden. Darüber hinaus kann der grüne Held riesige Sprünge hinlegen, an Gebäuden entlanglaufen oder an ihnen hochkraxeln. Dem Spieler stehen sehr viele verschiedene Möglichkeiten offen, fast zu viele.Nachdem das Tutorial und die darauffolgende kurze Praxis-Mission absolviert sind, findet sich der Held nach einer Cutszene in einer Kirche wieder, die ab sofort als Rückzugspunkt und Hauptquartier dient. Hierher kann jederzeit zurückgekehrt werden, dies ist auch gleichzeitig der Startpunkt, falls der Hulk in einem seiner vielen Kämpfe mal unterliegen sollte.

Packshot zu The Incredible Hulk: Ultimate DestructionThe Incredible Hulk: Ultimate DestructionErschienen für GameCube, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Abzüge fürs Sterben gibt es übrigens nicht. Zur Action gelangt man mithilfe so genannter Jump-Markern, die zunächst von der Kirche wegführen, beispielsweise zur benachbarten Mega-City oder auch zu geheimen Militäreinrichtungen. Innerhalb der Stadt können auch weitere Marker aufgedeckt werden, die zur schnelleren Fortbewegung zwischen den verschiedenen Vierteln genutzt werden können. Eine Map gibt im GTA-Stil darüber Auskunft, wo weitere Missionen abgerufen werden können. Die Story bietet aber immer nur eine weiterführende Aufgabe an und ist damit absolut linear gehalten. Das Spiel überlässt aber dem Spieler, ob er die Story weiterführen möchte oder sichfrei in der Stadt bewegen möchte, um "Challenge"-Missionen anzunehmen oder auch einfach in der Gegend rumzurennen und alle zu zerstören, was ihm in die Quere kommt.

Story vs. Challenge
Challenge-Missionen bringen die Story nicht weiter voran, bieten aber immerhin die Möglichkeit sich nach Belieben auszutoben und prinzipiell ein Spiel mit "open end". Die Aufgaben sind meist simpel gehalten und reichen von "Bringe so viele Fahrzeuge wie möglich auf das Dach des Hochhauses" über Schnelligkeitsaufgaben bis hin zu Rettungsmissionen von Zivilisten.

Dort können weitere Smash Points verdient werden, die auch für das Beseitigen von Gegnern und auch Fahrzeugen oder Gebäuden zur Belohnung ausgeschüttet werden. Die erworbenen Punkte können im Einkaufsmenü investiert werden, um weitere Special-Moves oder andere Goodies freizuschalten. Dazu dienen übrigens auch 60 frei im Spiel verteilte Comics, mit deren Auffinden

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ebenfalls Specials wie Making-of-Videos verfügbar werden. Für neue Moves gibt es teilweise spezielle Tutorials, mit denen die neuen Fähigkeiten erlernt werden können.

Wenn man die Zerstörung in der Stadt zu weit treibt, erhöht sich automatisch die Bedrohungsanzeige. Erreicht sie ihr Maximum, wird eine Spezial-Eingreiftruppe alarmiert, die den Hulk auch mit schweren Geschützen und Kampfhubschraubern attackiert. Für das Vernichten dieser Spezialeinheiten gibt es ebenfalls Extra-Smash Points. Den Raketen steht unser grüner Held aber nicht wehrlos gegenüber - im Gegenteil. Besonders geschickte Spieler können die auf ihn abgefeuerten Projektile abfangen und gegen ihre ursprünglichen Besitzer wenden oder auch Fahrzeuge als Deckung und gleichzeitig Wurfgeschosse einsetzen. Wer die Story-Mission durchspielen möchte, wird dafür ca. 8-10 Stunden benötigen, abhängig vom Schwierigkeitslevel.

Der Spielablauf unterscheidet sich aber dabei nicht übermäßig von den kleineren Zwischenmissionen, nur die Aufgaben sind schwerer und nehmen mehr Zeit in Anspruch.

Außerdem trifft der Hulk dort einige Bossgegner und andere interessante Gegenspieler, die die Motivationskurve hoch halten sollen.

Chaos in da hood
Grundsätzlich ist die Steuerung des Hulks durchaus gelungen, vor allem die Vielseitigkeit kommt durchaus gut rüber. Allerdings gilt auch hier wieder: weniger ist meistens mehr. Wohl kaum jemand wird sich mehrere Dutzend Moves und Kombos merken können, daher ist es ratsam, sich ein Set an Fähigkeiten anzueignen und diese dafür umso effektiver gegen seine Feinde anzuwenden.

Auch wirkt die Steuerung in manchen Momenten ein wenig zu "schwammig". Vor allem wenn man auf oder an den Hochhäusern entlang rennt oder springt, so jagt man doch das eine oder andere Mal ohne Kontrolle am Ziel vorbei und aufgrund der oft vielen Feinde ergibt sich zuweilen ein recht chaotisches Spielgeschehen. Wie eine Filzkugel springt bzw. irrt der Held manchmal zwischen den Gebäuden umher und verliert so die Ziele schnell aus dem Fokus.

In grafischer Hinsicht haben wir schon viel bessere Vertreter der Comic-Videospiele gesehen.

Die Stadt beispielsweise ist zwar riesig, aber die Gebäude sind dafür auch mit wenigen Details ausgestattet und ähneln sich oftmals zu sehr. Ähnlich verhält es sich mit den verschiedenen Fahrzeugen und anderen Einheiten, die zu pixelig und auch zu klein dargestellt sind.

Dafür sind die Animationen des Superhelden größtenteils gelungen und die Effekte von Kampf-Kombos oder explodierenden Gebäuden und Fahrzeugen visuell anständig umgesetzt. Unterstützt wird dies von einem krachenden Sound, der den stampfenden Auftritt des Hulks authentisch ins Wohnzimmer dröhnen lässt.

Der Soundtrack ist dabei meist zurückhaltend und unterstützt das Geschehen dezent bis bedeutungslos. Auch die Voiceovers sind solide umgesetzt, reißen aber keinen vom Hocker.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ totale Vernichtung der Umgebung + Massen an Moves und Kombos + nette Effekte

Contra:
- kein Mehrspieler-Modus - zu wenig Abwechslung - "schwammige SteuerungPro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ totale Vernichtung der Umgebung + Massen an Moves und Kombos + nette Effekte

Contra:
- kein Mehrspieler-Modus - zu wenig Abwechslung - "schwammige Steuerung