The I of the Dragon (PC-Test)
(von Manfred Duy)

Normalerweise wird ein PC-Spiel in den USA erdacht und wandert dann via Westeuropa weiter gen Osten.

Bei diesem Action-Rollenspiel verhält es sich genau umgekehrt - sozusagen ein Ost/West-Transfer.

Bereits Ende 2002 hat das Moskauer Entwicklerteam Primal Software seine Drachen auf die russische Bevölkerung losgelassen. Nun werden sie auch den westeuropäischen Himmel verdunkeln, um danach gen Amiland weiterzuziehen.

The I of the Dragon - The I of the Dragon Trailer 640x480Ein weiteres Video

Drachen sind hier ausnahmsweise keine Untiere sondern ganz im Gegenteil Heilsbringer, welche die Menschheit vor dem Bösen beschützen sollen. So sieht es jedenfalls die Hintergrundgeschichte vor. Die kündet von einem göttlichen Drachen, welcher der Menschheit des Fantasiereichs Nimoa zu Hilfe eilen soll.

Das prachtvolle Polygonland wird nämlich vom Dämonen Skarborr und seinen teuflischen Schergen tyrannisiert. Sie sollen in die Drachenhaut schlüpfen, um dem garstigen Getier zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Dämon Skarborr jedenfalls lässt in den zwölf Provinzen des Landes Brutstätten entstehen, aus denen unentwegt garstiges Ungetier in vierzigerlei Sorte entfleucht. Der Schoß ist fruchtbar noch...

Diese Drachen machen Sachen
Ihre Aufgabe als Drache ist es, in rund zwanzig Missionen unzählige Brutstätten nebst Monstern zu vernichten und in jeder Provinz eine Stadt aufzubauen. Der mehrstufige

The I of the Dragon - Farbenprächtiger Strategie-Nachschub für Drachen-Fans!

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Stadtaufbau geschieht nach einem simplem Mausklick vollautomatisch. Wichtig ist nur, dass Sie die werdende Stadt solange vor Monsterangriffen schützen, bis diese fertig errichtet wurde. Danach können sich die Stadtbewohner mit Verteidigungstürmen und Zauberern - die übrigens auf hübsch anzuschauenden fliegenden Teppichen daherreiten - selbst verteidigen. Sobald eine Stadt ausgebaut ist, verhindert sie automatisch, dass neue Brutstätten entstehen.

Schon gilt die entsprechende Provinz als befriedet und Sie können sich neuen Aufgaben, will sagen einer neuen Provinz zuwenden.
Anfangs wählen Sie einen von drei zur Verfügung stehenden Drachen, die über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen: Der schwarze Drache ist ein sehr lahmer, aber dafür umso kampfkräftigerer Koloss, der flinke blaue Drache ist ein wendiger Meister der Magie, während die Eigenschaften des roten Drachen irgendwo zwischen diesen beiden Burschen angesiedelt sind.

Packshot zu The I of the DragonThe I of the DragonErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

In der spielerischen Praxis beschränken sich die Unterschiede jedoch auf ein Minimum, denn die Feuerkraft aller drei Drachen reicht dicke selbst für das stärkste Monster aus und selbst die behäbige schwarze Flugechse schafft es locker, den allermeisten gegnerischen Schüssen auszuweichen. Die Steuerung funktioniert eher indirekt: Sie klicken in die Landschaft und der Drachen begibt sich gemächlich dorthin. Ähnlich verhält es sich mit den Angriffen: Sie klicken auf ein feindliches Monster und schon macht sich der Drachen auf den Weg, fliegt dabei oft auch noch dieeine oder andere überraschende Schleife und sinkt dann gemächlich zu Boden, bevor er seinen Feuerstrahl ablässt. Bis dahin ist das Monster übrigens oftmals längst enteilt und der Schuss geht ins Leere. Man muss also schon gefährlich nahe an den Feind rankommen, um einen sicheren Treffer anzubringen.Angriff ist die beste Verteidigung
Grundsätzlich besitzt jeder Drachen zwei Angriffsarten: Zum einen wäre da sein Mundgeruch, will sagen seine Fähigkeit Feuer, Säure oder Eis zu speien. Je länger Sie die Maustaste gedrückt halten, desto tiefer holt der Flatterich Luft, entsprechend intensiver ist der tödliche Hauch.

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Das hat natürlich den Nachteil, dass sich die Feinde in der Zwischenzeit locker vom Acker machen können oder gar zuerst feuern.

Mit zunehmender Erfahrung sammelt der Drache zudem einen ganzen Schwung von Zaubersprüchen an. Die magische Bandbreite reicht von tödlichen und lähmendenGeschossen, dem Beschwören helfender Kreaturen (Untote, Insekten...) bis hin zu Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkan) und Schutzzaubern (Unsichtbarkeit, reflektieren feindlicher Geschosse, Stärkung der Verteidigungskraft...).

Je nach Erfahrungswert können Sie mehrere der insgesamt etwa 60 Sprüche abrufbereit halten, nach der Aktivierung dauert es ein paar Sekunden, bis derselbe Zauberspruch wieder aufgeladen ist. Aber auch das Initiieren eines magischen Angriffs dauert ein Weilchen und solange sollte der Drachen zwecks Zielgenauigkeit möglichst unbeweglich verharren.

Und genau wie bei der Atemattacke ist das leider auch die beste Chance für die zumeist am Boden krauchenden Gegner, einen Treffer anzubringen. In der Kampfpraxis dreht sich daher mehr oder weniger alles darum, den richtigen Moment für ein Ausweichmanöver respektive einen Angriff abzupassen. Noch schwieriger wird es, wenn Sie ausnahmsweise in die Rolleeines reitenden Generals schlüpfen, um den Feind mittels Speer am Boden zu bekämpfen. Denn in solchen Nahkämpfen bleibt für taktische Finessen gar keine Zeit mehr, es regiert das Prinzip "Hau drauf und Schluss".

Lerne für das Leben
Für jeden erledigten Feind, jeden Endgegner, jede ausgeräucherte Brutstätte und jede abgeschlossene Quest ("Erledige Feind X" - "verteidige Stadt Y" - "erobere Brutstätte Z") gibt es Erfahrungspunkte, welche Sie in die Geschwindigkeit, die Lebenskraft, das Lungenvolumen, das magische Talent und neue Zaubersprüche investieren.

Zusätzlich spucken manche Brutstätten bei der Zerstörung bunte Murmeln von dreierlei Farbe aus und wenn Sie fünf gleichfarbige eingesammelt haben, bekommen Sie ein Update bei der Lebenskraft, der Geschwindigkeit oder der magischen Energie. Von Zeit zu Zeit wird der Drachen übrigens hungrig und damit erlahmt auch seineRegenerationsfähigkeit, da ansonsten gilt: Die Zeit heilt alle Wunden, sowohl die Ihres Drachens, als auch die der Monster. Zum Glück ist unser Drakonier aber in punkto Kost nicht allzu wählerisch, denn etliche der Monster munden ihm ganz ausgezeichnet.

Fazit-Start:
Im Zeitalter der Wiederholungstäter, Add-On-Endlosarbeiter, Sequel-isten und Plagiatoren gibt es erst mal ein Sonderlob dafür, ausgetretene spielerische Pfade hinter sich zu lassen und etwas Neues zu riskieren. Auch ist die Präsentation mit den elegant animierten Drachen, den schicken Tag/Nachtwechseln und farbenprächtigen Explosionen ausnehmend hübsch anzuschauen - und dank des vorbildlichen Tutorials auch ohne jegliches Handbuchstudium sehr leicht erlernbar.

Die regulierbare Geschwindigkeit und etliche Schwierigkeitsstufen tragen das ihre dazu bei, dass Einsteiger und Profis gleichermaßen ihren Spaß dabei haben werden,

mit Feuer und Zaubersprüchen um sich zu werfen und unzählige Monster zu rösten. Nach einem gewissen Weilchen macht sich jedoch negativ bemerkbar, dass viel zu wenig Wert auf Abwechslung gelegt wurde.

Die drei zur Auswahl stehenden Drachen unterscheiden sich nicht allzu sehr und sämtliche Feinde verhalten sich gleich - nämlich durch die Bank dämlich, da viel zu stereotyp.Demzufolge bleibt auch die Angriffsstrategie während des gesamten Spiels exakt die selbe: Feindlichen Schüssen ausweichen und versuchen, selber einen Treffer anzubringen. Und dies geht aufgrund der Drachen-Trägheit bei Flug und Angriff nicht so flott vonstatten, wie es bei einem Action-Rollenspiel angebracht wäre.

Zu guter letzt gibt´s auch noch einen kleinen Punktabzug für die lahmen deutschen Synchronstimmen, die mit der Leidenschaft eines übermüdeten Nachtportiers ihrem Handwerk nachgehen.Demzufolge bleibt auch die Angriffsstrategie während des gesamten Spiels exakt die selbe: Feindlichen Schüssen ausweichen und versuchen, selber einen Treffer anzubringen. Und dies geht aufgrund der Drachen-Trägheit bei Flug und Angriff nicht so flott vonstatten, wie es bei einem Action-Rollenspiel angebracht wäre.

Zu guter letzt gibt´s auch noch einen kleinen Punktabzug für die lahmen deutschen Synchronstimmen, die mit der Leidenschaft eines übermüdeten Nachtportiers ihrem Handwerk nachgehen.