Spätestens seit Einführung der "The Fast and the Furious"-Filme, genießt das Fahrzeugtuning auch hierzulande einen großen Stellenwert. Während es den hiesigen Cruisern nicht an Ideen zur Fahrzeugverschönerung mangelt, reichen die Kontostände in den wenigsten Fällen für die Umsetzung aus. Maximales Tuning zum kleinen Preis ist das, was sich Autofans wünschen. Immerhin gibt es jetzt ein Tuningspiel zum kleinen Preis - doch hat es auch genügend Leistung?

Tokyo, Tokyo!
Nach Filmen wie "Nur noch 60 Sekunden", die ihrerseits schon auf den Autohype setzten, durchbrach "The Fast and the Furious" endgültig die Tuningschallmauer. Fette Beats, aufpolierte und mit Venyls verschönerte Importfahrzeuge, Lachgas und jede Menge PS waren die Hauptbestandteile der relativ handlungsarmen Kinoerfolge.

The Fast and the Furious: Tokyo Drift - Schnell und furios: Die PS2 lässt Tuner-Herzen höher schlagen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 7/101/10
Wer Tokyo Drift gesehen hat, wird sich sicherlich an diese beiden Hübschen erinnern.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Statt sündhaft teuren Luxusschlitten wurden hier erschwingliche Fahrzeuge zu Rennmaschinen aufgemotzt, die nahezu konkurrenzlos über den Asphalt fegten. Mit dem dritten Teil wurde schließlich die asiatische Rennszene rund um Nissan, Mitsubishi, Mazda und Toyota ins Visier genommen, und erstmalig waren auch Driftrennen fester Bestandteil des Handlungsplots.

Harakiri
An diesem dritten Teil orientiert sich auch das vorliegende Tuningrennspiel. Analog zum Film finden die Rennen bei Nacht statt und unterteilen sich in zwei Disziplinen. Zunächst gibt es Driftrennen, wie man sie aus dem Film kennt. So heizt ihr mit PS-starken Boliden durch relativ enge Kurven und punktet durch spektakuläre Drifts. Anders als im Film, in dem sich jedem Fahrer angesichts eines Lackkratzers der Magen umdreht, sind Kontakte mit Wänden und anderen Objekten hier jedoch kein Problem. Ein Schadensmodell gibt es nämlich nicht. Ihr könnt also jede Kurve völlig sorglos mit Vollgas angehen, da selbst ein Frontalcrash gänzlich unbestraft bleibt.

Alternativ zu den Driftrennen, dürft ihr eure Spritschleuder auch auf normalen Rennkursen, die allesamt auf den Straßen einer Großstadtmetropole angelegt wurden, an ihre Grenzen führen. Leider wirkt das Fahrmodell hier ein wenig schwammig und unpräzise - man hat stets das Gefühl, dass der Titel in erster Linie auf das Driften ausgelegt wurde und normale Rennen eher als komplettierendes Beiwerk dienen. In jeder Kurve neigt das Heck dazu, die Vorderachse zu überholen, was bei kurvigen Passagen ein wenig nervt.

The Fast and the Furious: Tokyo Drift - Schnell und furios: Die PS2 lässt Tuner-Herzen höher schlagen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 7/101/10
Wer mag, darf die Reifen ordentlich qualmen lassen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wie es sich für einen Tuningtitel gehört, stehen euch natürlich hunderte lizenzierter Felgen und Tuningteile zur Verfügung. Anders als bei der "Need for Speed"-Serie habt ihr hier allerdings von Beginn an den kompletten Überblick über den virtuellen Zubehörmarkt. Das Einzige, was euch zu Beginn von einer ausgiebigen Shoppingtour abhält, ist die fehlende Kohle, die ihr euch durch Rennerfolge verdienen müsst. Auf diese Weise hat man allerdings immer ein Ziel vor Augen und weiß, wofür man Gas gibt und spart.

Bastelstunden
Auch bei der Fahrzeugauswahl gibt es wenig zu beanstanden. Neben den obligatorischen Fernostimporten stehen analog zum Film auch amerikanische Muscle Cars auf den Höfen der Fahrzeughändler, die ihr über euer Navigationssystem erreicht. Ihr könnt euch ganz nach Belieben zwischen wendigen Hubraumzwergen und brachialen Big Blocks entscheiden und den Gegner mit allen Stärken und Schwächen des gewählten Untersatzes von der Strecke blasen. Das Gesamtangebot umfasst insgesamt mehr als 100 Fahrzeuge.

Da die Darstellung der Boliden samt umfangreichen Tuningteilen durchaus gut gelungen ist, macht das Basteln am schicken Gefährt eine Menge Spaß. Sämtliche Teile werden optisch sichtbar in das Fahrzeug eingesetzt. Selbst größere Ladeluftkühler lassen sich auf der Hebebühne erkennen. Zusätzlich zu den von anderen Tuningtiteln gewohnten Optionen dürft ihr bei "The Fast and the Furious" sogar den kompletten Motor austauschen oder einfache Saugmotoren durch Turbolader oder Kompressoren aufwerten - ein Feature, das ebenfalls an die Handlung der Kinovorlagen angelehnt ist.

Untermotorisierte KI
Während die normalen Rennen unter den angesprochenen Schwächen leiden, läuft das Spiel bei Driftrennen zur Höchstform auf. Hier geht die Steuerung wunderbar von der Hand, und sowohl die Charakteristik des Fahrzeugs als auch die der eingebauten Tuningteile wirken sich spürbar auf die Kurvenlage aus. Wie bei den Filmen werden die Wettbewerbe sehr schön in Szene gesetzt, was hauptsächlich durch interessante Kameraperspektiven, die an den ersten und dritten Film erinnern, erreicht wird. Nach und nach tretet ihr gegen die Mitglieder anderer Crews an, die ihr an speziellen "Hot Spots" findet.

The Fast and the Furious: Tokyo Drift - Schnell und furios: Die PS2 lässt Tuner-Herzen höher schlagen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 7/101/10
Die PS2-Grafik überrascht mit vielen schönen Effekten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Insgesamt erschien uns der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Tests ein wenig zu leicht. Sobald ihr die ersten Rennen gewonnen, das Konto gefüllt und die Karre eurer Wahl bis unter die Haube getunt habt, kann euch die Rennkonkurrenz kaum noch das Kühlwasser reichen. Mit relativ teuren Investitionen lassen sich relativ günstige Basismodelle in einen Leistungsbereich hieven, der jeden Lamborghini vor Neid erblassen lässt. Normale Rennen werden somit trotz Steuerungsschwächen locker gewonnen, während die Driftrennen aufgrund einkalkulierter Kollisionen ohnehin keine große Herausforderung darstellen.