Gerade in diesen Wochen ist es äußerst selten, dass uns ein Spiel besonders fasziniert. Bei der riesigen Flut an Neuerscheinungen schaffen es nur ganz wenige Titel, sich aus der Masse hervor zu heben. Einer dieser Titel ist „The Eye of Judgment“ das mit einer völlig innovativen Fusion aus konventionellem Sammelkartenspiel und modernster Technik begeistert. Aufgepasst, wir mischen die Karten!

Bereits in unserer ausführlichen Vorschau haben wir euch auf „The Eye of Judgment“ aufmerksam gemacht. Nun können wir euch endlich von unseren Erfahrungen mit dem fertigen Spiel berichten. Geliefert wird das Spiel standesgemäß in einer schicken schwarzen Box, die neben der Disc in gewohnter Blu-Ray Hülle ein gefaltetes Stoffspielfeld, die brandneue „Playstation Eye“ Kamera samt Stativ, ein Starterdeck und einen so genannten Booster beinhaltet.

The Eye of Judgment - GC 2009 TrailerEin weiteres Video

Ein Spaß für Technikfreaks!

Das wohl interessanteste Objekt des Spielumfangs ist sicherlich die völlig neue Kamera, die gegenüber der alten EyeToy Cam deutlich aufgewertet wurde. Zunächst einmal wurde die Bilderfassung dank höherer Auflösung deutlich verbessert – dazu später mehr. Zudem verfügt das „Playtstation Eye“ über ein eingebautes Mikrofon, das bei Onlinespielen für die Sprachübertragung genutzt werden kann. Sony hat speziell dafür ein aufwändiges Verfahren entwickelt, mit dem störende Hintergrundgeräusche und sämtliche Tonwiedergaben, die von der Konsole selbst erzeugt werden, herausgefiltert werden.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 83/901/90
Das Spielfeld von The Eye of Judgment zeigt alle Kreaturen in schickem 3D!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ein Nachteil der Kamera ist allerdings, dass sie lediglich über ein gut zwei Meter langes USB Verbindungskabel verfügt, dessen Länge ihr für den komfortablen Spielaufbau am Besten durch ein USB Verlängerungskabel erweitert. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten – zum einen muss das Verlängerungskabel USB 2.0 unterstützen, zum anderen sollte es nicht länger als 2,5 Meter sein, da sonst die kritische Kabellänge von maximal 5 Metern überschritten wird, was zu Übertragungsproblemen führen kann.

Wenige Handgriffe auf dem Weg ins Abenteuer!

Zur Spielvorbereitung zählt das Ausbreiten des Textilspielfeldes, das einen Spielplan von drei mal drei Feldern zeigt. Zur besseren Abtastung durch die Kamera empfiehlt es sich, die Knickfalten einmalig durch ausgiebiges Bügeln zu entfernen und das Spielfeld zukünftig zu rollen anstatt es zu falten.

Packshot zu The Eye of JudgmentThe Eye of JudgmentErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Am Rande des Spielfeldes befinden sich Markierungen auf denen ihr die Kamera samt Stativ platzieren solltet, damit eure Spielaktionen problemlos erfasst werden können. An welchem Rand des Spielplans ihr die Cam aufbaut, ist euch dabei selbst überlassen – die Position muss dem Spiel lediglich im Optionsmenü mitgeteilt werden.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden7 Bilder
Wer mag darf das Spielfeld per rechtem Analogstick drehen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Zusammenbau des Stativs mit anschließender Montage der Kamera gestaltet sich denkbar einfach. Schade ist allerdings, dass die Leichtbauweise des Stativs (Plastik) dazu führt, dass sich die Konstruktion relativ leicht verschieben lässt. Habt ihr den Spielplan und die Kamera auf einem Tisch vor euch in Position gebracht, kann es losgehen. Trotz Karten und Spielplan solltet ihr allerdings nicht vergessen, dass ihr für ein optimales Spielvergnügen möglichst freie Sicht auf den Bildschirm haben solltet.

Kompetente Partner für ein ganz besonderes Spiel!

The Eye of Judgment ist ein Sammelkartenspiel, das von den „Magic the Gathering“ Machern „Wizards of the Coast“ entwickelt wurde. In einer fiktiven Welt irgendwo zwischen Fantasy und Science Fiction, fechten Kreaturen unterschiedlicher Elemente einen verheerenden Kampf aus. Geführt werden sie dabei von mächtigen Magiern.

Diese Informationen entnehmt ihr dem prächtigen Intro – die deutsche Version des Handbuches wurde im Vergleich zur US Fassung leider derart beschnitten, dass ihr kaum Hintergrundinformationen zur Story erhaltet. Auch die Spielregeln werden euch in Form des Handbuches kaum erläutert. Stattdessen empfiehlt es sich, eure Aufmerksamkeit den eher langweilig gestalteten Tutorialvideos zu schenken.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 83/901/90
Kommt es zum Kampf, wechselt das Spiel in eine 3D Arena!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In jedem Duell treten zwei Spieler gegeneinander an. Dabei könnt ihr entweder gegen einen Freund an einer Konsole spielen, gegen drei unterschiedlich starke KI Kontrahenten antreten oder online einen Mitspieler rekrutieren. Runde für Runde führen die Spieler abwechselnd ihren Zug aus, wobei sie stets mit ihrem Mana haushalten müssen.

Zeitlose und taktisch komplexe Fusion, aus klassischem Sammelkartenspiel und multimedialer Präsentation! Eines der Highlights des Jahres!Fazit lesen

Jede Kreatur die ins Spiel gebracht wird, fordert Beschwörungskosten. Wollt ihr eine bereits im Spiel befindliche Kreatur zum erneuten Angriff bewegen, fallen Aktivierungskosten an – dies gilt ebenso für das Drehen einer Kreatur. Der Spieler der als erstes fünf der neun Spielfelder besetzt hat gewinnt das Spiel.

Elementarer Spielspaß!

Interessant wird das Spiel insbesondere auch durch die Wechselwirkung der Elemente. Jede Kreatur verfügt über Angriffs- und Lebenspunkte, die je nach Untergrund variieren können. Verfügt eine Wasserkreatur beispielsweise über 2 Lebenspunkte, erhält sie auf einem Wasserfeld einen zusätzlichen Bonus von zwei Punkten.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden7 Bilder
Die Kampfanimationen können sich allesamt durchaus sehen lassen!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Würde man sie auf ein Feuerfeld beschwören, würde dies dagegen zum sofortigen Tod der Kreatur führen. Da die Karten nicht nur Kreaturen sondern auch Zaubersprüche umfassen, kommen weitere interessante Elemente ins Spiel. So dürft ihr beispielsweise durch den Einsatz von Mana eine Spielfeldplatte wenden. So kann aus einem Feuerfeld urplötzlich ein Wasserfeld werden – mit allen Konsequenzen für die Kreatur, die auf diesem Feld steht.

Was zunächst recht simpel klingt, entpuppt sich aufgrund der vielen verschiedenen Kreaturen mit ihren individuellen Fähigkeiten, schnell als komplexes Taktikspiel. Jeder Spieler stellt sich zu Beginn ein Kartendeck bestehend aus 30 Karten zusammen. Da „The Eye of Judgment“ insgesamt 130 unterschiedliche Karten umfasst, fällt die Wahl je nach vorhandener Auswahl nicht leicht.

Der Lieferumfang bietet mit dem Starterdeck und den acht zusätzlichen, zufälligen Karten die jeder Booster enthält, zunächst noch wenige Variationsmöglichkeiten. Dies ist jedoch nicht unbedingt als Nachteil zu sehen, da sich die sinnvolle Zusammenstellung eines Decks dem interessierten EoJ Spieler erst nach vielen Stunden Spielzeit erschließt. Ärgerlich ist dagegen die Tatsache, dass ihr „out of the box“ kein Duell gegen einen menschlichen Mitspieler bestreiten könnt, da hierfür schlicht zu wenig Karten vorhanden sind.

Grandiose Bedienung dank toller Kamera!

Die Bedienung des Spiels geschieht völlig intuitiv und kommt ohne Gamepadeingaben aus. Vor jedem Duell mischen beide Spieler ihr Deck und legen es umgedreht auf den Tisch. Zu Spielbeginn darf dann jeder „Magier“ fünf Karten aus seinem Deck ziehen, die er fortan auf der Hand hält. Pro Runde ziehen beide Duellanten jeweils eine weitere Karte aus ihrem Deck. Möchtet ihr eine Kreatur herbei beschwören, so legt ihr die entsprechende Karte einfach auf eines der neun Spielfelder.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 83/901/90
Wer mehr über seine Kreaturen erfahren möchte, zeigt sie dem „Auge“.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Ausrichtung der Kreatur spielt dabei eine große Rolle, da die meisten Kreaturen nur in bestimmte Richtungen attackieren können und bei rückwärtigen Angriffen besonders verwundbar sind. Selbst spezielle Aktionen wie etwas das Beenden einer Runde oder Statusabfragen lassen sich über spezielle Steuerungskarten, die jedem Starterdeck beiliegen, bewerkstelligen. Im Test führte selbst eine gedimmte Beleuchtung zu einer insgesamt guten Kartenerkennung. Nur selten musste eine Karte mal neu platziert werden, damit sie erkannt wurde.

Sobald euch das Sammelfieber gepackt hat, könnt ihr für rund 14 EUR zu jedem der fünf Elemente (Wasser, Feuer, Holz, Erde und Biolith) ein spezielles Starterdeck erwerben. Jedes dieser Decks ist auf das entsprechende Element ausgerichtet, enthält aber auch Kreaturen der anderen Elemente. Einsteiger die noch nicht genug Erfahrung mit dem Spiel gesammelt haben, sind mit der Zusammenstellung dieser Decks gut beraten. Zusätzlich zu den Decks könnt ihr für rund 3,50 EUR so genannte Booster erwerben, die jeweils acht Karten beinhalten.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden7 Bilder
Fortgeschrittene Spiele stellen sich individuelle Decks zusammen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Sämtliche Karten von The Eye of Judgment sind in fünf verschiedene Kategorien unterteilt, die ihre Seltenheit ausdrücken. So gibt es gewöhnliche, ungewöhnliche, seltene und super seltene Karten. Die fünfte Kategorie bilden die extrem seltenen Phantomkarten, von denen es pro Element jeweils nur eine Karte gibt und die inzwischen bei Auktionsplattformen zu unglaublichen Preisen gehandelt werden.

Sammeln, tauschen, Spaß haben!

Wer einen Booster kauft erhält in der Mehrzahl gewöhnliche und ungewöhnliche Karten – darüber hinaus jedoch auch eine seltene, super seltene oder gar eine Phantomkarte. Die Zusammenstellung der Booster ist dabei immer zufällig, wogegen die Elementardecks stets die gleichen Karten beinhalten. Da die Elementardecks jeweils auch eine super seltene Karte enthalten, dürften sie für EoJ Fans gleich doppelt interessant sein.

Abgerundet wird das Spiel durch einen gut durchdachten Onlinemodus, bei dem ihr euer Deck zuvor anmelden müsst. Dazu zeigt ihr dem Auge alle Karten, die Bestandteil eures Decks sein sollen. Möchtet ihr eine bestimmte Karte mehrfach verwenden, müsst ihr die Karten gleichzeitig auf den Spielplan legen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ihr tatsächlich genügend Exemplare der gleichen Karte besitzt und eine besonders starke Karte nicht mehrfach ausspielt.

The Eye of Judgment - Sony legt die Karten auf den Tisch: Der innovative Magic-Klon entpuppt sich als echtes Highlight.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 83/901/90
Solche Kampfmaschinen sind stark aber träge.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Im Onlinespiel übernimmt die PS3 dann für euch das Mischen des Decks und gibt euch zudem vor, welche Karten ihr aus dem Deck zieht. Auf diese Weise wird möglichem Cheaten weitestgehend vorgebeugt. Ein nettes Gimmick ist zudem die Möglichkeit zur Betrachtung der Kreaturen. Hier dürft ihr eine Karte auf eure Handfläche legen und sie „dem Auge“ präsentieren.

Nun seht ihr auf dem Bildschirm eure ausgestreckte Hand samt Karte, aus der nach kurzer Erfassungszeit die entsprechende Kreatur entspringt. Wer mag darf die Kreatur nun sogar noch mit der anderen Hand anstoßen und sie somit zu sehenswerten Animationen bewegen. Zudem lässt sich die Karte frei drehen und neigen, wodurch ihr die Kreatur von allen Seiten betrachten könnt.