Bei Panini erschien jüngst „The Evil Within“, der offizielle Comic zum erfolgreichen Spiel, der aber keine Vorgeschichte erzählt, wie das häufig der Fall ist, sondern einfach eine unabhängige Geschichte wiedergibt, die in der albtraumhaften Welt des Spiels stattfindet.

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Alles beginnt mit Dana, einer jungen Frau, die nach ihrer vermissten Freundin Kate sucht, sich aber plötzlich mit einer Panne mitten im Nirgendwo wiederfindet. Das ist ein geradezu klassischer Anfang für eine Horrorgeschichte, der folgerichtig zu einer unheimlichen Begegnung führt. Denn Dana kommt zu einer verlassenen Tankstelle. Dort trifft sie Paul, der auf der Flucht vor monströsen Gestalten ist.

Dana versteht nicht, aber im Angesicht der Gefahr nimmt sie die Beine in die Hand. Beide fliehen und geraten von einem Ort des Schreckens zum nächsten: einem Krankenhaus, in dem eine Gestalt mit einem Safe auf dem Kopf und einem riesigen Hammer nach ihrem Leben trachtet. Sie fliehen und werden in eine Stadt versetzt, in der sie mit Ruth und Jack zwei weitere Menschen finden, die ebenfalls diesen Albtraum durchleben, der sich aus ihren eigenen Ängsten speist.

The Evil Within - Der offizielle Comic zu Shinji Mikamis Horrorspiel

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"Den kenn ick!"
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Das Leben ist ein Albtraum

Was die Geschichte betrifft, so bietet Ian Edginton leider nicht mehr als routinierten Durchschnitt. Er ist als Autor erfahren genug, um zu wissen, dass ihm das Albtraumszenario, mit dem er hier arbeiten kann, erlaubt, ohne Rücksicht auf Logik und Kontinuität von einem Ereignis zum nächsten zu springen.

Das kann man, wie es das Zitat auf der Rückseite suggeriert, durchaus mit der „vagen, zusammenhanglosen Natur von Albträumen“ in Einklang bringen, man macht es sich damit aber auch etwas arg leicht.

So jedoch gerät die persönliche Hölle, die die vier Protagonisten durchschreiten, zur Nummernrevue, die dazu da ist, die aus dem Spiel beliebten Killer-Figuren wie Ruvik, den Keeper oder Reborn Laura ins rechte Licht zurück.

Packshot zu The Evil WithinThe Evil WithinErschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Das würde auch funktionieren, wären die Zeichnungen nur etwas extravaganter. Aber hier hat man nicht auf Star-Zeichner – oder zumindest routinierte Handwerker –, sondern Newcomer gesetzt. Mit durchwachsenem Ergebnis.

Optisch durchwachsen

Es ist nicht von Vorteil, dass zur Mitte der Geschichte der Zeichner wechselt. Während Alex Sanchez bei den Figuren deutlich sicherer ist und auch eine überzeugende Anatomie bieten kann, wirken die Handlungsträger, die Ed Anderson zu Papier bringt, ausgesprochen steif. Das gilt dann auch für das komplette Layout, das versucht, den durchaus interessanten visuellen Ideen der ersten Kapitel zu folgen, diesem Anspruch aber nicht gerecht wird.

The Evil Within - Der offizielle Comic zu Shinji Mikamis Horrorspiel

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Die Comicadaption fällt eindeutig in die Kategorie "Kann man haben, muss man aber nicht."
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Obwohl Sanchez‘ Zeichnungen besser sind, gilt aber generell für den gesamten Comic, dass die visuelle Darbietung etwas spröde ist. Bei einer Geschichte, die in ihren besten Momenten an „Silent Hill“ erinnert, wäre ein expressionistischerer Künstler die deutlich bessere Wahl gewesen.

Durchwachsen: Die Zeichnungen sind nicht überragend, die Geschichte routiniert.Fazit lesen

Nur bedingt zum Gruseln

Natürlich hat es ein Comic immer schwerer, beim Leser wirklich ein Gefühl des Unbehagens zu erzeugen. Romane sind dabei direkter, weil sie die Phantasie des Rezipienten stärker anregen, Filme und Spiele vollumfänglicher, weil sie audiovisuell wirken. Der Comic steht da zwischen allen Stühlen. Was in der Regel funktioniert, ist psychologischer Horror.

Den sucht man bei „The Evil Within“ aber vergeblich, denn der Comic versucht, die Schock- und Gruselmomente des Spiels zu imitieren, das aber eben nur bedingt erfolgreich.