Erinnert ihr euch noch an den Moment, als plötzlich bekannt wurde, es solle einen Online-Ableger von The Elder Scrolls geben? Während sich so mancher MMO-Fan auf eine neues, riesiges Online-Abenteuer mit allen Fantasy-Standards wie Orks, Drachen und Co. freute, runzelten viele Verfechter des Singleplayer-Epos die Stirn. Ich war einer von ihnen. Mein The Elder Scrolls; das Spiel meiner Kindheit und mein Lieblings-RPG soll online gehen? Obwohl ich es mir doch im Grunde immer darum ging, NICHT mit echten Menschen reden zu müssen, während ich mich in eine Fantasy-Welt vertiefe?

Das kann ja gar nicht gut gehen - dachte ich jedenfalls. Zum Glück macht TESO aber einiges anders, als die üblichen MMOs.

The Elder Scrolls Online - Morrowind: Rückkehr nach Vvardenfell Trailer36 weitere Videos

MMO? Singleplayer? Singleplayer-MMO!

The Elder Scrolls Online bietet mehr Story als so manches MMORPG und enttäuschte am Ende des Tages eher diejenigen, die ein zweites WoW erwarteten. Das Spiel bewegte sich auf einem schmalen Grat zwischen MMO und Singleplayer, wobei sich Entwickler ZeniMax Studios von dem Begriff des Massively-Multiplayer Online-RPG abgewandt hat:

The Elder Scrolls Online: Morrowind - Eine Stunde angespielt!

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The Elder Scrolls Online - kein traditionelles MMO
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„ESO ist nicht wirklich ein traditionelles MMO, weswegen wir den Begriff im Büro eigentlich kaum benutzen – und es ist genau diese Unterscheidung, die uns von anderen Spielen abhebt.“

Mittlerweile wurden über 8.5 Millionen Kopien des Spiels verkauft, was es zu einem erfolgreichen Durchstarter im MMO-Genre macht. Dabei hatte es doch keinen guten Start, was Kritiken zum Release des Spiels angeht – wie konnte es sich also über die Jahre hinweg über Wasser halten? Ganz einfach: The Elder Scrolls Online optimierte Schritt für Schritt das Gameplay, setzte auf ein Level-System, das mit dem Spieler wächst und verspricht mittlerweile über 100 Stunden Singleplayer-Content in Tamriel.

Jetzt geht die Reise weiter – und zwar nach Vvardenfell. Wir haben The Elder Scrolls: Morrowind eine Stunde gespielt und uns dabei eine Frage gestellt: Wie Morrowind-ig ist TESO: Morrowind?

Tutorial: Schiffbruch & Sklavenhändler

Die Aschländer flüstern von Etwas … im Wind, ein Sturm braut sich zusammen. Das Chaos erhebt sich. Sie flüstern vom Ende von Morrowind. Unser aller Ende. Zeit, zu den Waffen zu greifen; Zeit, in den Kampf zu ziehen.

Zeit für die Rückkehr nach Morrowind.

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In TESO: Morrowind erwarten euch die typisch-bizarren Pilzgeflechte auf der Dunmer-Insel
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Der Boden schwingt unter meinen Füßen; das Wasser klatscht gegen den Bug des Schiffs und mein Blick fällt auf den Brief der vor mir liegt: Nach Vvardenfell soll es gehen, denn wo könnte ein Morrowind beginnen, wenn nicht auf einem Schiff? Sofort fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt, wenngleich mich natürlich kein Jiub begrüßt. Wie auch, denn die Geschichte der neuen TESO-Erweiterung spielt circa 700 Jahre vor dem Singleplayer-Klassiker Morrowind – der rote Berg schlummert im Aschland und andere Gefahren bedrohen den Frieden in Vvardenfell.

Ein Knall! Ich lege den Brief gerade ab, da brechen die Planken neben mir und Wasser flutet das Schiff; ich versuche zu entkommen und habe doch keine Chance. Alles wird schwarz. Und wo finde ich mich wieder, als ich erwache? Natürlich in einer Zelle, denn auch das ist ein bekannter Startpunkt im The-Elder-Scrolls-Universum. Sklavenhändler haben mich auf eine Insel vor Vvardenfell verschleppt, sodass es nun gilt zu entkommen.

The Elder Scrolls Online: Morrowind hält, was es verspricht und führt euch zurück ins Land der Dunmer. Nostalgie pur für alle, die Vvardenfell lieben lernten.Ausblick lesen

Nachdem ich aus der Zelle ausgebrochen bin, treffe ich auf die Morag-Tong-Legende Naryu Virian, die bereits im Hauptspiel von TESO ihr Unwesen trieb. Sie gibt mir Tipps, lehrt mich zu kämpfen und hat die erste Quest für mich in petto: den Sklavenhändlern das Handwerk legen.

Ich schleiche mich also in typischer Assassinen-Manier hinter meine Feinde, stehle einen Schlüssel und sammle das erstes Equipment für mein Abenteuer im Heimatland der Dunmer. Bald brennt das Sklavenschiff lichterloh und ich klopfe mir gedanklich auf die Schulter. Tutorial abgeschlossen – auf geht’s nach Vvardenfell.

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Was für ein Gefühl: Zurück in Seyda Neen
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Nostalgische Highlights: Zurück in Vvardenfell

Endlich wieder in Seyda Neen. Das nächste Schiff bringt mich unversehrt ins Reich der Dunmer und ich beginne genau dort, wo auch The Elder Scrolls: Morrowind seinen Anfang nahm. Dabei fällt mir sofort auf, wie detailreich die berüchtigte Stadt nachgebaut wurde. Ich erkenne nicht nur Gebäude, sondern auch Räume und sogar kleine Easter-Eggs wie den Notar wieder, bei dem ich zu Beginn der berühmten Vorlage meine Klasse festlegen konnte. Die Ähnlichkeit ist so verblüffend, dass ich drauf und dran bin, in den Wald vor Seyda Neen zu rennen, um nach dem fliegenden Zauberer Ausschau zu halten – doch ich reiße mich am Riemen, denn es gibt ja auch noch Dinge wie eine Hauptquest, die mich zunächst nach Vivec lotst.

Schnellen Fußes mache ich mich also auf in die Hauptstadt. ,,Was”, fragt ihr euch vielleicht, ,,Ist das nicht ein bisschen weit?” Leider nein, denn die Insel ist auf ihrer Reise vom Singleplayer zum MMO merklich geschrumpft: In nur wenigen Minuten erreiche ich mein Ziel, doch der bittere Nachgeschmack verschwindet schnell. Vivec ist zwar noch im Aufbau, erinnert aber bereits stark an den bekannten Irrgarten in Pyramiden-Form. Im Palast treffe ich dann eine recht bekannte Persönlichkeit - um wen es sich handelt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. (Natürlich verraten wir euch alle Details im kommenden Test.)

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Nostalgie pur: So schön sieht Balmora jetzt aus
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Nach Vivec folgen Suran und Balmora, die mit nur ein paar wenigen Veränderungen im Gegensatz zum Original aufwarten und sofort motivieren, nach Übereinstimmungen zu suchen. Dazu spielt die bekannte Melodie in abgewandelter Form und ich kann mich langsam kaum noch einem Gefühl der Heimkehr erwehren. Pilzgeflechte schießen im Osten der Insel gen Himmel, Klippenläufer und Netch-Kühe schweben durch die Lüfte und der rote Berg glimmt rauchend am Horizont; stumme Warnung und Erinnerung zugleich.

Die Frage bleibt: Ist die Rückkehr nach Vvardenfell gelungen?