Nicht minder überrascht war ich von den Dimensionen des Studios, das immer noch weiter ausgebaut wird. Allein im nagelneuen Support-Center dürften in Zukunft gut 200 Mitarbeiter Platz finden - wobei der Support für Europa von Irland aus abgedeckt werden soll. Vergleicht man das mit dem bisweilen mageren Support manch anderer Studios, scheint ZeniMax hier durchaus Großes im Sinn zu haben. Und das ist man mittlerweile auch bereit zu zeigen.
Ich hatte im Vorfeld ja durchaus damit gerechnet, dass ich einen Blick auf das Spiel werfen würde, dass man mir ein paar Szenen vorführt, ein paar Videos zeigt. Dass ich jedoch selbst Hand anlegen dürfte, das hat mich dann vollkommen überrascht - immerhin befindet sich das Spiel derzeit noch nicht einmal im Alpha-Stadium. Mit der Veröffentlichung ist demnach kaum innerhalb der nächsten zwölf Monate zu rechnen. Und doch setzte man mich an einen Computer und ließ mich ohne Einschränkungen gewähren.
Und das war durchaus mutig. Immerhin stand ich dem Titel im Vorfeld eher kritisch gegenüber, habe insbesondere meinen Unmut darüber ausgedrückt, dass ZeniMax bei der Entwicklung auf die schwache Hero-Engine gesetzt hat, die weder optisch noch technisch wirklich überzeugen kann und insbesondere bei der Darstellung von Spielermassen und durch die vielen nötigen Instanzierungen schnell an ihre Grenzen stößt.
Doch schon die ersten Sekunden im Spiel bestätigten, was mir Matt Firor vorher mit einem gewinnenden Lächeln versichert hatte: Es steckt "nicht mehr viel" Hero-Engine in The Elder Scrolls Online. Im Laufe der Entwicklungszeit hat man bei ZeniMax das Schicksal des Spiels in die eigenen Hände genommen und die Engine derart umgestaltet und erweitert, dass sie selbst für geschulte Augen kaum noch zu erkennen ist.
Landschaftlich ist The Elder Scrolls Online auf der Höhe der Zeit – zumindest im Vergleich zu anderen MMOGs.Das beginnt schon bei der Grafik, die weit über das hinausgeht, was man von dieser Engine so gewohnt ist. Mein Abenteuer beginnt irgendwo in Skyrim - eintausend Jahre vor der bekannten Zeitlinie. Und obwohl ich weiß, dass ich mich in einem MMOG befinde, fühlt es sich gar nicht so an. Teilweise liegt das wohl an der stimmungsvollen Landschaft, die nur wenig mit den statischen Umgebungen gängiger MMOGs gemein hat.
Ursächlich für dieses ungewohnte Gefühl sind jedoch auch die Bewegungsabläufe, die generelle Spielmechanik und die Tatsache, dass computergesteuerte Gesellen, denen ich begegne, ein gewisses Maß an Eigeninitiative zeigen und nicht nur auf einem Fleck in der Landschaft stehen. Kurz: The Elder Scrolls Online spielt sich eher wie ein Teil der Serie und weniger wie ein klassisches MMOG.
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