The Elder Scrolls IV: Oblivion (PC Preview)
von Valentin Rahmel

Richtig gute Rollenspiele, die nicht über das Internet gespielt werden, gibt es leider nur noch selten. Die meisten Designer investieren die lange Entwicklungszeit lieber in ein MMORPG, schließlich liegt "Online" voll im Trend.

Dennoch gibt es mit The Elder Scrolls IV: Oblivion und Gothic 3 ein paar Hoffnungsträger, die das Genre wieder ins "Rollen" bringen könnten. Wir waren bei Take 2 in München und haben uns den potentiellen Hit Oblivion ein weiteres Mal angeschaut.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - PS3 Trailer15 weitere Videos

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Der potentielle RPG-Hit: Wir waren bei Take 2 und haben Oblivion gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 81/861/86
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bereits auf der E3 2005 konnten wir einen kurzen Blick auf den Nachfolger des erfolgreichen The Elder Scrolls III: Morrowind werfen, wie ihr auch schon in unserer ersten Vorschau nachlesen könnt.

Vor wenigen Tagen, einige Monate nach unserer ersten Expedition in die Fantasy-Welt, hat uns Take 2 eingeladen, das Spiel nochmals in einer mehrstündigen Session unter die Lupe zu nehmen. Natürlich lehnen wir eine solche Einladung nicht ab und schnappen uns früh am Morgen den ersten Flieger nach München - schließlich wollen wir lange zocken!Es hat sich einiges getan
Während die Version auf der E3 zwar sehr imposant, aber noch unfertig wirkte, konnte die aktuelle Fassung vor allem durch ihre Fehlerfreiheit und die weiteren Inhalte überzeugen. Entwickler Bethesda hat sich wirklich die Zeit genommen, um das Spiel möglichst ausgereift zu gestalten. Ganze vier Jahre Entwicklungszeit stecken in der abenteuerlichen Welt und das spürt der Spieler auch.

Der Blick für das Detail macht sich schon während der umfangreichen Charaktererschaffung bemerkbar. Insgesamt stehen 10 Rassen bereit, darunter Gattungen wie Orks, Elfen, Dunkelelfen oder verschiedene Menschenvölker. Wir entscheiden uns erstmal für einen "Nord" - eine Rasse, die uns stark an die Wikinger erinnert. Schnell müssen wir noch die Gesichtszüge des Protagonisten mit Hilfe von unzähligen Reglern einstellen und schon ist der tapfere Recke fertig. Ganz nach unseren Wünschen!

Du alter Knasti
Kaum ist der Held erstellt, wacht unser nordischer Geselle in einer Gefängniszelle auf. Während uns der Zellennachbar anpöbelt, bestaunen wir erst einmal die Grafik von Oblivion, die ohne Probleme mit aktuellen Shooterhits mithalten kann. Die Modelle wirken flüssig animiert und die Umgebung sieht dank Bump-Mapping, tollen Lichteffekten sowie einer realistischen Physik fast aus wie echt.

Sobald wir aus dem Staunen raus gekommen sind, hören wir Schritte. Eine Wache nähert sich unserer Zelle und fordert uns auf, an die Wand zu treten. Immerhin bekommen wir gleich Besuch vom König, den wir ja angreifen könnten. Sollten wir der Anweisung nicht folge leisten, sorgen die Wächter dafür.

Packshot zu The Elder Scrolls IV: OblivionThe Elder Scrolls IV: OblivionErschienen für PC, Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Was der liebe Herr Imperator von uns will? Große Gefahren trachten nach dem Reich, einige üble Burschen wollen den König umbringen. Zum Glück hat uns der Herrscher in einer Vision gesehen. Wir sollen seinen geheimen Sohn finden und so das Reich retten.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Der potentielle RPG-Hit: Wir waren bei Take 2 und haben Oblivion gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Per Multiple Choice System können wir dem Guten noch einige Fragen stellen. Viel kann uns der alte Mann aber nicht erzählen, denn die Zeit drängt.

Sobald das Gespräch beendet ist, schlägt es Alarm! Einige Assasinen sind in die Burg eingedrungen. Wir machen uns, mitsamt König und Leibwachen, durch eine Geheimtüre aus dem Staub. Doch dumm sind die Verfolger nicht, in den Tunnelgewölben kommt es zu heftigen Kämpfen, die einen Großteil des Spiels ausmachen. Mit der linken Maustaste schlagen wir auf unsere Widersacher ein und mit der rechten Maustaste können wir das Schild zum Blocken einsetzen.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Der potentielle RPG-Hit: Wir waren bei Take 2 und haben Oblivion gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 81/861/86
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wenn man die linke Maustaste gedrückt hält, bekommen die Schläge mehr Power, sind dafür aber langsamer. Das Kampfsystem ist denkbar intuitiv und dank dem ausgeklügelten Fertigkeitssystem auch anspruchsvoll gestaltet, doch dazu später mehr.

Damit wir uns nicht einsam fühlen, bekommen wir auf der Suche nach dem Ausgang diverse Tipps & Tricks, die uns weitere Funktionen des Spiels erklären. Ferner wählen wir hier die Klasse sowie ein Sternenbild, das je nach Typ unterschiedliche Vorteile hat. Da wir uns für einen Nord entschieden haben, schreiten wir als Krieger durch die Welt und wählen auch das entsprechende Sternenbild.Wer will, kann sich sogar seine eigene Klasse zusammenstellen.

Magie und andere Spielereien
Selbst ein Krieger verfügt in The Elder Scrolls IV: Oblivion über magische Fähigkeiten, auch wenn diese nur bedingt von Nutzen sind. In einer Übersicht können wir einen Zauberspruch auswählen und diesen per einfachen Tastendruck aktivieren. Besonders der Heilzauber ist für einen Kämpfer hilfreich, da er unserem Protagonisten in harten Zeiten wenigstens ein bisschen Lebensenergie verabreicht. Positiv: Seine Fähigkeiten steigert man, in dem man sie benutzt. Ein Krieger wird allerdings nie so gut zaubern können, wie ein echter Magier, auch wenn er viel trainiert.

Je nach Geschmack spaßig oder nervig sind die Minispiele wie Schlösserknacken, die in Oblivion nicht nur von der Fähigkeit des Charakters, sondern auch vom Geschick des Spielers abhängen.Wer eine verschlossene Kiste öffnen will, muss sein Feingefühl spielen lassen, was bei schweren Schlössern schon anstrengend sein kann. Weiterhin können Helden in Oblivion Tränke brauen und Rüstungen mit speziellen Hämmern reparieren.

Unglaubliche Landschaften
Nach vielen weiteren Kämpfen haben wir endlich einen Ausgang gefunden. Ein orchestraler Soundtrack untermalt das Geschehen und wir erblicken die detaillierte Wildnis der Welt namens Tamriel. Auf High-End Rechnern bewegen sich die Gräser und die Sichtweite beträgt locker 30 Kilometer. "Zu den Bergen in der Ferne könnt ihr hinrennen, da gibt es keine unsichtbaren Grenzen", erwähnt Take 2 PR-Manager Jochen Färber, als wir ihn auf die tolle Grafik ansprechen. Neben der Haupthandlung werden unzählige Nebenquests geboten, die von den über 1.000 Nicht-Spieler Charakteren vergeben werden. Zum Glück gibt es eine übersichtliche Karte, auf der man schnell hin und her reisen kann, wenn man den Ort schon entdeckt hat.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Der potentielle RPG-Hit: Wir waren bei Take 2 und haben Oblivion gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ansonsten hilft ein Kompass weiter, der uns in die korrekte Richtung leitet. Im späteren Spielverlauf bekommt man auch ein Pferd als Belohnung.

Wer sich einfach ein Ross aus einem Stall klaut, wird von den Wachen angegriffen und ist als Gesetzloser gebranntmarkt. Harte Recken können sich aus der Situation rauskämpfen - junges Säbelgemüse sollte aber lieber die Kaution zahlen oder in den Knast gehen. Zum Glück kann man sich längere Zeit schlafen legen.

Der Pferdehändler ist nach der Aktion allerdings nicht mehr gut auf den Spieler zu sprechen. Das erkennt man in The Elder Scrolls IV: Oblivion schon am Gesichtsausdruck der Nicht-Spieler Charaktere.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Der potentielle RPG-Hit: Wir waren bei Take 2 und haben Oblivion gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 81/861/86
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auch in Gesprächen wechselt die Mimik der virtuellen Persönlichkeiten, wenn man bestimmte Fragen stellt oder Antworten gibt.

Über die Höllenwelt Oblivion berichten wir in unserem Test. Im Spiel verschlägt es den Spieler nämlich nicht nur in die Welt Tamriel, Heimat der Elfen und Menschen, sondern auch eine düstere Unterwelt. Hier warten noch unfreundlichere Wesen auf den Spieler, die das angeschlagene Königreich bedrohen.

Ausblick
Die Reise nach München hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die englische Version von The Elder Scrolls IV: Oblivion macht nicht nur grafisch einen tollen Eindruck. Die Welt bietet eine packende Fantasy-Atmosphäre, die Kämpfe machen einfach Spaß und bei über 100 Dungeons sowie einer netten Storyline, kann eigentlich nicht viel schief gehen. Halb so wild, dass das Spiel nicht zu Weihnachten erschienen ist. Scheinbar ist das Produkt nun noch ausgereifter.

Wie die deutsche Lokalisierung abschneidet und die Höllenwelt aussieht, verraten wir euch in unserem Test. Das Spiel erscheint voraussichtlich am 24. März 2006.