Endlich ist es so weit! The Elder Scrolls IV: Oblivion, der erste dicke Leckerbissen für Rollenspieler im Jahr 2006, steht seit dem 24. März in allen Händlerregalen. Warum sich die Warterei gelohnt hat und wir auch nach unzähligen Stunden kaum aufhören können? Weiterlesen!

Montag, der 20. März 2006 - Die deutsche Version von The Elder Scrolls IV: Oblivion hat ihren Weg in unsere Redaktion gefunden und wird sofort installiert. Schnell sagen wir alle privaten Treffen ab, denn jetzt wird nächtelang gezockt! Schließlich wissen wir bereits nach unserer ersten großen The Elder Scrolls IV: Oblivion Session bei Take 2 in München, dass eine geballte Ladung Rollenspiel auf uns wartet! Doch wie gut ist die deutsche Version wirklich?

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Zurück zur Story
Dunkle Mächte trachten nach dem schönen Reich Tamriel! Die bösartigen Daedra schreiten über Höllenportale ins liebliche Land und wollen die kaiserliche Familie sowie deren Untertanen beseitigen.

Noch im Tutorial erzählt uns der Kaiser persönlich, wie brenzlig die Situation ist. Seine Familie wurde umgebracht und wir sollen seinen geheimen Zögling finden, der das Reich retten kann. Auf der Flucht stirbt der Imperator und wir machen uns auf die Suche nach dem verlorenen Prinzen. Möge das Abenteuer beginnen…

Auch wenn sich der Grundplot ein wenig altbacken anhört - die Hauptgeschichte hat es in sich. In knapp 30 Stunden muss der Held diverse Aufträge erledigen, die vor Action, Rätseln und Gesprächen strotzen.

The Elder Scrolls IV: Oblivion - Wir haben die deutsche Version durchgezockt und sagen euch, was das Rollenspiel kann!

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Der Spieler verteidigt Städte, dringt in düstere Katakomben ein und stattet der feurigen Höllenwelt Oblivion einige Besuche ab. Doch das ist noch lange nicht alles! Wer jegliche Abenteuer in der Fantasy-Welt bestehen will, kann über 200 Stunden einrechnen.

Unzählige Nicht-Spieler-Charaktere halten Aufträge bereit. Das geht von normalen Botengängen bis hin zu nervenaufreibenden Jagden nach Artefakten oder besonderen Gegenständen, die versteckt in den über 100 Dungeons liegen. Zwielichtige Burschen agieren sogar als Meuchelmörder im Namen der "Dunklen Bruderschaft", doch dazu später mehr.

Das bin doch ich
In unseren vorherigen Artikeln zu The Elder Scrolls IV: Oblivion, haben wir schon von der umfangreichen Charaktererschaffung geschwärmt. Insgesamt stehen zehn Rassen zur Auswahl. Neben unterschiedlichen Menschenvölkern sowie typischen Vertretern wie Elfen und Orks, kann der Spieler auch Exoten wie die katzenartigen Khajiit oder Argonier ausersehen. Weiterhin werden über 21 Klassen wie Krieger, Ritter, Magier, Meuchelmörder oder Bogenschütze geboten. Erfahrene Spieler können sich sogar ihre eigene Klasse kreieren, genau wie beim Vorgänger Morrowind.

Packshot zu The Elder Scrolls IV: OblivionThe Elder Scrolls IV: OblivionErschienen für PC, Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Altbewährtes hat man auch mit den verschiedenen Sternzeichen beibehalten, die einige Vorteile mit sich bringen und ebenfalls gewählt werden können. Ein Krieger, der auch im Zeichen des Kriegers geboren worden ist, kann beispielsweise von Beginn an ein wenig mehr Muskelkraft vorweisen.Der umfangreiche Gesichtsgenerator, mit dem der Spieler jegliche Merkmale und Gesichtszüge verändern kann, sollte schon fast die Phantombildzeichner bei der Polizei ersetzen. Alleine für die Form der Nase stehen über zehn Regler bereit. Anspruchsvolle Rollenspieler werden daran ihre helle Freude haben!

Wer mit Gothic 2 oder dem Vorgänger Morrowind etwas anfangen kann, der sollte sich für The Elder Scrolls IV: Oblivion schon einmal Urlaub nehmen.Fazit lesen

Für Ehre und Stärke
Stille, der Wind bläst leise durch das Gewölbe. Plötzlich hören wir Schritte. Ein Bandit befindet sich im Nebenraum, hat uns allerdings noch nicht gesichtet. Wir schleichen uns an, halten die linke Maustaste lange gedrückt und überraschen den Feind mit einem Sturmangriff. Noch zwei Schläge und schon fällt der Schurke physikalisch korrekt zu Boden.

Der Spieler betrachtet das Geschehen wahlweise aus der Third-Person- oder Ego-Perspektive und attackiert seine Gegner mittels Maus und Tastatur. Intuitiver könnte das System kaum sein: Mit der linken Maustaste führt man eine normale Attacke aus - hält man die Maustaste gedrückt, wird der Angriff automatisch stärker.

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Auch Magier und Bogenschützen müssen ihr Ziel lediglich mit Hilfe eines Fadenkreuzes anvisieren (leider nur in Ego-Perspektive sichtbar) und attackieren den Gegner per Knopfdruck. Einen beliebigen Zauberspruch kann man zuvor im Charakterfenster auswählen.

Wem das Rollenspiel trotz einfacher Steuerung und oftmaliger Hilfe von Nicht-Spieler-Charakteren zu schwer oder gar zu leicht ist, kann den Schwierigkeitsgrad stufenlos wählen. So kommen Profis und Einsteiger auf ihre Kosten.

Das System
Bei jedem Kampf steigert der Spieler die jeweiligen Fähigkeiten automatisch, indem er sie benutzt. Das gilt ebenfalls für friedliche Fertigkeiten wie Schlösserknacken, Wortgewandheit oder Akrobatik. Weiterhin können sich reiche Abenteurer von verschiedenen Lehrern fortbilden lassen und sich so wesentlich schneller verbessern.

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Um eine Stufe aufzusteigen, muss man allerdings ins Gefecht ziehen. Ist es nach einigen harten Kämpfen so weit, kann der Spieler seine Eigenschaftswerte, wie Körperkraft, Intelligenz und Geschicklichkeit steigern. Kräftige Burschen richten größeren Schaden an und können mehr tragen. Wer seinen Fokus auf Intelligenz legt, hat nachher mehr Mana (Magische Energie).Abgesehen von den normalen Waffen werden im Spiel auch diverse magische Gegenstände geboten, die dem Abenteurer das Leben in Tamriel sowie Oblivion erleichtern. Das geht von mächtigen Schriftrollen bis hin zu einzigartigen Schwertern. Interessant: Im späteren Spielverlauf ergattert der Spieler spezielle Siegelsteine, mit deren Hilfe man Standardwaffen mit magischen Fähigkeiten versehen kann. Seine eigene Waffenkreation kann man nach abgeschlossener Kombination sogar benennen. Genial!

Du bist, was du spielst
Handlungsfreiheit haben die Jungs von Bethesda mit The Elder Scrolls IV: Oblivion definitiv groß geschrieben. Es gibt massig Möglichkeiten! So kann der Held einer Gilde beitreten, diverse Aufträge erledigen, einfach die Welt erkunden oder gar ein Haus kaufen. Besonders die Gilden sind interessant, da die Gruppierungen unterschiedlichen Idealen folgen. Wer der Magiergilde beitritt, hat Zugang zu geheimen Wissen an den Universitäten.Düstere Gesellen, die für die "Dunkle Bruderschaft" Leute um die Ecke bringen, werden mit netten Spezialgegenständen belohnt.

Wer einen Bürger ermordet oder bestiehlt, sollte allerdings auf der Hut sein. Die Wachen jagen Gesetzesbrecher gnadenlos und Nicht-Spieler-Charaktere merken sich das Gesicht des Übeltäters. Wird man dennoch mal erwischt, kann man sich der Verhaftung widersetzen, sich freikaufen oder einfach hinter schwedische Gardinen wandern.

Betroffene Opfer erkennen allerdings nicht nur das Antlitz des Spielers. In The Elder Scroll IV: Oblivion haben alle Bürger ihren eigenen Tagesablauf. Ein Händler aus der Kaiserstadt steht beispielsweise nur tagsüber hinter der Ladentheke und zecht am Abend in der Kneipe mit seinen Kollegen. Das hat auch jedoch auch Nachteile: Die Städte wirken manchmal ein wenig leblos, da es zu wenige computergesteuerte Persönlichkeiten gibt. Scheinbar war die Implementierung sehr aufwändig.

Spielereien
Bei Nicht-Spieler-Charakteren wie Händlern oder Auftragsgebern kann man sich auch "einschleimen". Dazu haben die Macher ein interessantes Minispiel eingebaut, dass das Ansehen bei der jeweiligen Person steigern oder verschlechtern kann.

Auch Schlösserknacken und Tränkemischen laufen über ein Minispiel ab. Wer einen mittelalterlichen Energydrink brauen will, muss erst ein paar Nahrungsmittel ernten und kann diese danach zu einem Ausdauermix verknüpfen. Die Möglichkeiten sind dank der vielen Reagenzien so gut wie grenzenlos.

Die technische Seite
Die Grafik von Oblivion ist, einen guten Rechner vorausgesetzt, wirklich unglaublich. Die Lichteffekte, Modelle und Umgebungsdetails sind bis auf wenige Schattenfehler absolut gelungen. Die Gräser und Bäume bewegen sich im Wind und Wettereffekte verstärken die Atmosphäre immens.

Musik, Sound und Sprachausgabe müssen sich auch nicht verstecken. Es macht einfach Spaß, durch ein düsteres Dungeon zu wandern und dabei grusligen Klängen zu lauschen. Die orchestrale Untermalung hätte auch gut zu einem Kinofilm gepasst.

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Schwächen
Bei all den Lobeshymnen müssen wir euch dennoch auf die Schwächen von Oblivion aufmerksam machen, die sich vor allem auf die deutsche Version beziehen. Die deutschen Texte sind teilweise schlecht übersetzt und wenige Passagen noch in englischer Sprache. Sätze wie "Schwer Rüstung" oder "23th of März" dürften im Jahr 2006 eigentlich nicht mehr vorkommen. Ferner heißt ein Heilzauber in der deutschsprachigen Fassung Feuerball. Grund: Die amerikanischen Entwickler haben die Lokalisierungsarbeiten selber in die Hand genommen. Glücklicherweise ist die deutsche Sprachausgabe sehr gut. Anspruchsvolle Spieler dürfte das dennoch stören, ein Patch ist allerdings nur eine Frage von Wochen oder Tagen.

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Auch das Inventar weist Mängel auf: Zwei Dutzend Untermenüs wurden in nur vier Kategorien unterteilt. Übersichtlich ist was anderes. Dauernd muss sich der Spieler durch ellenlange Listen wuseln. Hinzu kommen kleinere Bugs und seltene Clippingfehler, die den Spielspaß aber nur geringfügig trüben.