Es ist kurz nach 19 Uhr, die Bahn hatte Verspätung und trotz einer sonnigen Wetteranzeige lösen sich die ersten, dicken Tropfen aus den Wolken und landen auf meinem Kopf: Der Stress des Tages liegt wie ein feuchtkalter Mantel über meinen Schultern, als ich durch meine Haustür trete und ausatmen kann. Abgespannt schalte ich den PC ein, lese E-Mails, besuche Facebook, Twitter, YouTube – ehe etwas aufpoppt: The Elder Scrolls 3: Morrowind – Trailer

The Elder Scrolls - Offizieller Trailer

Wie von Zauberhand stiehlt sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich klicke, lehne mich zurück und bin doch nicht auf das vorbereitet, was mich erwartet: Die ersten, sanften Klänge sorgen für eine plötzliche Gänsehaut auf meinen Armen. So viele Stunden habe ich es gespielt, so viele Erinnerungen triggern mit einer abrupten Intensität, dass sogar meine Augen für einen Moment brennen. Und da wird mir klar: Morrowind ist und bleibt meine erste Rollenspiel-Liebe, mein erstes Open-World-Mal. Nun möchte ich hier mit euch einen nostalgischen Trip zurück ins Land der Dunmer wagen, auf dem vor allen Dingen eines nicht fehlen darf: Eine rosarote Retro-Brille, mit der ich auf alles Absurde Morrowinds blicken werde, was ich in den späteren The-Elder-Scrolls-Teilen sehnlichst vermisst habe.

Macht es euch bequem und lasst euch entweder zum ersten Mal oder erneut ins Universum von The Elder Scrolls: Morrowind entführen. Denn Nostalgie hin oder her – Morrowind hat mit seiner bizarren Welt vieles richtiggemacht und bleibt eine Perle des Rollenspiel-Genres.

Morrowind: Mit der rosaroten Retro-Brille - Was The Elder Scrolls 3 so genial machte

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Eine Vision der Aschelande
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Schräg, schräger, Morrowind – Was ich vermisse

Sie haben Euch aus dem Gefängnis der Kaiserstadt gebracht. Erst mit der Kutsche und jetzt mit einem Schiff. Im Osten liegt Morrowind – fürchtet Euch nicht, denn ich wache. Ihr wurdet auserkoren …

Rote Sandstürme untermalen die Vision, seltsame Schriftzeichen begleiten die verzerrte Stimme und dann ein Donnerschlag. Wie ein Vorbote prasselt Regen über die Wasseroberfläche, in welcher sich einer der Monde Tamriels spiegelt. Ich solle aufwachen, sagt er. Ob es mir gut gehe – Juib begrüßt mich auf dem Gefangenschiff vor Seyda Neen, auf welchem ich mein Abenteuer beginnen werde.

The Elder Scrolls 3: Morrowind wirft euch wie auch die nachfolgenden Teile in eine riesige, offene Spielwelt, die vor allen Dingen eins ist: Schräg. Anstatt Mittelalter- oder Wikingersetting ist die Dunmer-Insel Vvardenfell ein bizarrer Mix aus stürmischen Vulkangegenden und wuchernden Pilzgeflechten. Das spiegelt sich auch in den Kreaturen wieder, eine absurder und fantastischer als die andere – angefangen von springenden Würmern, den Kwama, über Krokodile auf zwei Beinen, den Alit, bis hin zu den Aschenghulen, die euch mit einem Rüssel im Gesicht begrüßen.

Morrowind: Mit der rosaroten Retro-Brille - Was The Elder Scrolls 3 so genial machte

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Warum gehen, wenn Ihr auch schreiten könnt?
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Und nicht zu vergessen die Schlickschreiter: Riesige Insekten, auf deren Rücken ihr euch durch die offene Welt von Vvardenfell tragen lasst. Denn warum gehen, wenn ihr auch schreiten könnt?

Originelle Kreaturen im Rollenspiel sind rar geworden, originelle Welten sind ein Kuriosum im Repertoire heutiger RPGs. Über viele ungewöhnliche Wesen und Orte hinweg erschafft Morrowind eine gar mystische Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Inhaltsverzeichnis:

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