Am Anfang gab es nur die kalte Leere der Dunkelheit. Dann schuf Gott das Licht, und das Universum entstand. Ursprünglich nur aus Planeten und Sonnen bestehend, doch dann entstanden die Menschen und verdrängten die Schatten weiter ins Nichts. Die Dunkelheit war erzürnt und begann damit, einen Wirt nach dem anderen zu suchen und zu bewohnen. Jeder einzelne hielt sich für den Meister dieser Macht, doch gingen sie alle an ihr zugrunde. Irgendwann im Ersten Weltkrieg bemächtigte sich die Dunkelheit des Körpers von Anthony Estacado und verweilt seitdem in der Blutlinie der Estacados...

Eine gelungene Fortsetzung

Ihrem letzten Wirt, Jackie Estacado, gelang es jedoch, die Dunkelheit zu überlisten und zu unterdrücken. Seitdem verweilt sie in den Tiefen seines Geistes und sucht einen Weg, wieder die Oberhand zu gewinnen. Genau hier beginnt das Abenteuer von „The Darkness II“. Jackie, der nun ein gefürchteter Mafiaboss ist, versucht alles, um sein altes Leben hinter sich zu lassen. Doch gibt es so einige, die von seiner wahren Macht wissen und ihn dafür beneiden.

Und so kommt es, wie es kommen musste: Eines Tages ergreift ein mysteriöser, hinkender Mann die Initiative und lässt die Mafiaorganisation rund um Jackie angreifen. Dieser wird selbst schwer verletzt und muss alle Willenskraft aufwenden, um nicht zu seiner „verbotenen“ Kraft zurückzugreifen. Doch am Ende reißen alle Stricke und das uralte Böse bricht wieder hervor.

The Darkness 2 - Erst in der Dunkelheit erkennt ihr das Licht

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Jackie ist wieder zurück.
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Es dürfte wohl kaum überraschen, dass dies der Beginn eines sehr blutigen Gemetzels ist. Unser beliebter Antiheld beginnt einen furchtbaren Rachefeldzug und lässt dabei seiner Wut freien Lauf. Gliedmaßen werden abgetrennt, Köpfe rollen über den Asphalt und Eingeweide dekorieren die Straßen in einem grauenhaften Rotton. Blut spritzt höher, als es physikalisch möglich sein sollte, und alles in Reichweite wird zweckentfremdet, um zu verstümmeln, zu quälen und zu töten.

Doch eines hat Jackie beim Beschreiten seines blutigen Pfades nicht bedacht: den unglaublichen Überlebenswillen der Dunkelheit und die Gier eines einzelnen, machthungrigen Mannes. Beides zusammen führt den jungen Mafiosi in einen Strudel des Hasses und unbeantworteter Mysterien, die er entschlüsseln muss, um sich selbst und die, die er liebt, zu retten.

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Die Darkness ist grausamer als je zuvor.
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Doch wie soll er jemanden aufhalten, der scheinbar alle Vorteile auf seiner Seite hat? Mit der Macht der Dunkelheit, könnte man meinen. Doch die wird leider immer mächtiger und übernimmt verstärkt die Kontrolle. Während Jackie in Selbstzweifeln versinkt, seiner geliebten Jenny hinterhertrauert und eine Schlacht nach der anderen verliert.

Düster, brutal und beängstigend. Gut gemacht, Jungs.Ausblick lesen

Ja, The Darkness 2 ist erzählerisch stark. Jeder, der sich für die Welt von The Darkness, Witchblade und The Magdalena interessiert, wird sich sofort in diesem düsteren Universum verlieren. Zwar könnte man sich an der einen oder anderen Stelle wünschen, die Geschichte würde sich stärker an der Comicvorlage orientieren, doch macht Digital Extremes hier schon einen guten Job.

Blutig und düster

Es wird das Beste aus der Geschichte herausgequetscht, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber auch ohne zu viel wegzulassen. Und um die Stimmung der Vorlage besser einfangen zu können, erstrahlt der zweite Teil in einem interessanten Comiclook mit dicken schwarzen Außenlinien um Objektränder herum. Da denkt man zwar anfangs: „Holy shit, ist das euer Ernst!?“, doch bereits nach wenigen Minuten legt sich diese Abneigung.

The Darkness ergibt als Comic einfach viel mehr Sinn. Die Szenen wirken im Sinne der Vorlage authentischer, die übertriebene Gewalt wird zum wichtigen Bestandteil statt zu einem perversen Gemetzel, und letztendlich fühlt man sich eher, als würde man einen interaktiven Comic erleben, statt in dem lächerlichen Versuch, auf realistisch zu machen, den Bezug zum Spiel selbst zu verlieren.

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Die Comicgrafik lässt das Spiel in keinster Weise harmloser wirken.
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Wo wir gerade bei dem Grad der Gewalt sind... Heilige Mutter Gottes! Selten gab es ein Spiel, das trotz Comicgrafik so brutal war. Um nicht zu sagen: übertrieben brutal. Wer sich wundert, warum dieses Spiel nur stark geschnitten in Deutschland erscheinen wird, sollte sich Folgendes vor Augen führen: Glaubt ihr wirklich, die USK lässt einen Titel zu, in dem ein mit scharfen Zähnen ausgestattetes Tentakel in den Anus eines Gegners eindringt, um ihm rektal die Wirbelsäule herauszureißen?

Das wirklich Kranke ist, dass es einfach zur Geschichte passt. Ein böser Mensch, dessen Gedanken durch die Dunkelheit Wirklichkeit werden, schlachtet in einem Blutrausch verhasste Gauner ab. Dazu noch eine Prise Einfallsreichtum und einen Hauch Perversität und... et voilà: Fertig sind die abgedrehten Hinrichtungen.

Begleitet wird Jackie von einem seiner Darklinge: kleine, durch und durch böse Geschöpfe, die ihrem Meister bis in den Tod folgen. Nur einer? Gab es da im Vorgänger nicht noch ein paar mehr? Ja, tatsächlich, doch wurde vieles aus dem ersten Teil abgeändert, beschnitten oder ganz aus dem Spiel entfernt. Dafür wurde anderen Bereichen mehr Zeit geschenkt, um sie stärker auszubauen.

The Darkness 2 - Erst in der Dunkelheit erkennt ihr das Licht

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Netter Scheinwerfer. Ist der auch kugelsicher?
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Der einzelne, in einen Union Jack gehüllte Darkling hilft geschickt im Kampf, ohne dass man ihn die ganze Zeit wie eine Mutter im Auge behalten muss. Das neue Levelsystem funktioniert sozusagen nebenbei und ist mehr als fair. Es stehen viele mächtige Kräfte und Fähigkeiten im Fertigkeitenbaum zur Verfügung und die Grafik ist genau das, was dieses Spiel brauchte.

Alles andere dürfte den Darkness-Fans bereits bekannt sein: Eure mächtigen Tentakel zerfetzen Gegner, halten sie fest und werfen sie durch die Gegend. Unheimliche Kräfte, etwa das alles verschlingende schwarze Loch, reißen die Realität entzwei, und mit jeder Lampe, die auf den Straßen erlischt, wird Jackie mächtiger. Aber auch die Quelle seiner Kraft schläft nicht. Sie lauert, redet auf uns ein, verspottet uns und... Gibt uns die Macht, unsere Gegner mit allen Mitteln zu zerschmettern. Auch wenn wir selbst unser größter Gegner sind. Aber wen soll man dann fürchten?