Was für eine verfluchte Schande! Da ist man mit einem unheilbringenden Fluch belegt worden, die einzige Möglichkeit auf Erlösung ist ein Kreuzzug, und die einzige Person, die möglicherweise weiß, was hier abgeht, ist schon seit langen verschollen. Kein Wunder, dass Denz de Bayle und Esteban Noviembre nicht die beste Laune haben.

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Wir schreiben das Jahr 1202: Der Vierte Kreuzzug, ausgerufen von Papst Innozenz III., hat begonnen und in der Stadt Zadar ist der Teufel los. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen stehen die Kreuzritter direkt vor der sprichwörtlichen Tür, zum anderen sind zwei 'Edelmänner' unter ihnen, die der Hölle bereits zu Lebzeiten sehr nahe gekommen sind.

Der Ritter und sein diebischer Kumpel befinden sich nämlich in so einer Art 'Zweckfreundschaft', denn beide sind vom selben schrecklichen Schicksal betroffen: einem Fluch, der beginnt sie innerlich zu verbrennen; sprichwörtlich versteht sich, aber nicht sprichwörtlich genug, um nicht lebensgefährlich zu werden. Einzige Chance auf Erlösung: Der Bußgang durch den Kriegszug.

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Möge das fröhliche Geschnetzel beginnen.
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Gesagt, getan: Die beiden haben sich den plündernden Christen angeschlossen und ziehen nun über die Balkanhalbinsel. Dabei stellen sich ihnen viele Feinde in den Weg: manche, weil sie möglicherweise nicht möchten, dass ihre Heimat zerstört und geplündert wird, und andere, weil sie zu den Bösen gehören und eins auf den Deckel verdient haben.

Dabei greifen der Kreuzritter und der Dieb auf viele verschiedene Waffen und Geräte zurück, die in ihrer Aufmachung und dem Design stark an die realen Vorbilder angelehnt sind. Seien es Blankwaffen, Stangenwaffen, Fernwaffen, Schilde oder sogar bewegliche Schutzwälle: All das hat wirklich existiert und wurde in The Cursed Crusade 1:1 übernommen.

Packshot zu The Cursed CrusadeThe Cursed CrusadeErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Genauso realistisch sind die verschiedenen Kampfstile umgesetzt: Beim Spielen wird sofort klar, dass das Zweihandschwert des Protagonisten nicht umher geschwungen werden kann, wie von Cloud Strife mit seinem Limit-Break Stufe 4. Das Ding ist schwer! Und wenn man eine Attacke getätigt hat, dauert es logischerweise einen Moment, erneut zuschlagen zu können. Dafür wird der Feind aber auch gut zurückgedrängt, wenn er versucht, diesen Angriff zu parieren.

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Die Zweikämpfe werden auch oft durch Button-Mashing entschieden.
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Die Kämpfe selbst fallen dabei entsprechend realistisch aus. Wer also glaubt, er könne sich fröhlich in die Massen schmeißen und durch die feindlichen Linien metzeln, steht bereits nach wenigen Sekunden ziemlich blöd da: Die Gegner scheren sich nicht darum, dass man sich möglicherweise in einem Duell befindet. Da wird munter von den Seiten und aus dem Hinterhalt losgeschlagen und wer nicht rechtzeitig den Rückzug antritt und seine Strategie noch einmal neu überdenkt, ist sehr schnell ein sehr toter Kreuzritter.

Wem das zu langsam ist, oder wer einfach keine Zweihandwaffen mag, kann auch etwas actionreicher zur Sache gehen: In 'TCC' stehen Unmengen an verschiedenen Mordinstrumenten zur Verfügung. Und in welcher Variation man die verwendet, ist jedem frei überlassen. Schwert und Schwert, Schwert und Schild, Keule und Schild, Axt und Schwert, und so weiter und so weiter...

Viele gute Ideen - doch an der Umsetzung müssen die Entwickler noch feilen.Ausblick lesen

Einziges Manko: Vor allem im Koop-Modus arten die Auseinandersetzungen mit feindlichen Einheiten oft in Unübersichtlichkeit aus. Wo man sich nun eigentlich befindet, wer Freund und wer Feind ist und wo man sich möglicherweise in Ruhe zurückziehen kann, ist oft nicht ganz klar. Zusätzlich sind die Kämpfe erst ab einem höheren Schwierigkeitsgrad wirklich herausfordernd. Auf den unteren geht schnell der Spielspaß verloren, da die Gegner einem nicht viel entgegenzusetzen haben; auch wenn sie es verzweifelt versuchen.

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Schwert oder Axt? Wieso nicht beides?
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Damit das ewige Gekloppe gegen die Massen von Heiden auch nicht 'zuuu' eintönig wird, kann man jede mögliche Kombination getrennt von einander leveln, beziehungsweise verbessern. So lässt sich bei jedem Spielgang der Kampfstil des Helden neu festlegen. Man kann ganz genau so spielen, wie man es für richtig hält, oder besser gesagt am besten kann. Auch die Rüstungsteile, die Denz und Esteban tragen, können verbessert werden. Wo man also im ersten Kapitel noch mit dem Notdürftigsten dastand, spielt man in den höheren Leveln in kompletter Kreuzrittermontur.

Nun sei ein kleiner Rat der Warnung angebracht: Auch die Gegner sind von Kapitel zu Kapitel besser bewaffnet und ausgerüstet. Stärkere Schwerter, bessere Schilde, dickere Brustpanzerung. Um so weiter man kommt, um so besser sind die Feinde ausgerüstet. Da muss die Strategie oft ein zweites Mal überdacht und die Ausrüstung ausgetauscht werden. Aber zum Glück gibt es ja die Umgebung, die mit allerlei Gegenständen aufwartet, die man zum Kämpfen gebrauchen kann: So kommt es schon mal vor, dass Gegner in einen Brunnen geworfen werden oder mit dem Gesicht zuerst in einen Feuertopf gesteckt werden; schade nur, dass es davon so wenige gibt.

Jeder der Besiegten lässt dabei seine Waffe und sein Schild fallen, die von beiden Spielern aufgenommen werden können. Dabei tauscht der Charakter automatisch verschlissene Waffen gegen bessere Modelle aus: ja, ihr habt richtig gelesen. Die Schwerter, Armbrüste und Keulen nutzen sich mit der Zeit ab und werden im schlimmsten Fall völlig nutzlos.

Metzeln, metzeln, metzeln

Unterlegt mit den typischen Klängen von Heldensagen und geschichtsträchtigen Schlachten, metzeln sich die beiden Helden von Gebiet zu Gebiet. Wer dabei nicht auf einen realen Freund zurückgreifen kann, überlässt die Verantwortung über den Partner der KI. Die stellt sich zwar nicht immer sonderlich geschickt an, könnte aber um Längen schlechter sein.

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Das steht im Weg! Schieben wir es weg...
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Der Wechsel der Kampfgebiete erfolgt immer durch eine Partneraktion: Mal muss ein großer Karren zur Seite geschoben werden, mal hilft man sich gegenseitig, eine Mauer oder ähnliches zu erklimmen. Das erinnert stark an Hunted - Die Schmiede der Finsternis, ist jedoch nicht so schön umgesetzt worden. Wo man bei der Konkurrenz mit vielen verschiedenen Hindernissen aufwarten konnte, scheint es in The Cursed Crusade nur zwei oder drei zu geben.

Hat man sich dann endlich durch zahllose Gegner geprügelt und die etwas langgezogenen Zwischensequenzen überlebt, in denen ziemlich viel 'gelabert' wird und man sich bereits wünscht, wieder zum eben erwähnten Schnetzeln zurückzukehren, taucht meist ein Endgegner auf. Diesen gilt es im Zweikampf zu beseitigen: nur er, ihr und seine: Waaaaacheeeeeeen!

Logischerweise stellt sich der Anführer einer kleinen Armee ziemlich geschickt an. So muss einer der beiden Spieler die Soldaten auf Abstand halten, während der andere sein Können mit einem der besten misst. Der Unterschied zwischen einem normalen Gegner und einem solchen Boss besteht meist in der simplen Tatsache, das Zweiterer eine bessere Rüstung trägt und ergo mehr abkann. Also alles eine Frage der Ausdauer...

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Denz de Bayle: Verfluchter Kreuzritter.
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Nun, ja! Zumindest solange, bis man seinen Feind endlich besiegt hat. Dann kommt es in den meisten Fällen nämlich zu einer ganz anderen Art von Kampf: Einige Gegner, die sich den Helden auf ihrer Reise entgegenstellen, sind genauso verflucht wie die beiden Protagonisten. Diese Gegner wechseln in die 'Fluchwelt', einer Art Hölle, in der die Realität verschwimmt, das dämonische in den Menschen zu erkennen ist und andere Naturgesetze gelten, als wir sie kennen. So folgt oft ein etwas anspruchsvollerer Kampf, gegen Feuer schleudernde Krieger, die plötzlich sehr viel mehr Macht und Lebenspunkte haben als noch wenige Sekunden zuvor.

Aber keine Sorge: Auch Denz und Esteban sind ja verflucht, und so verwandeln sich die beiden gleich mit und nutzen im Endkampf ihre mächtigste Unterweltmagie. Die Fähigkeiten, die sie in diesem Modus haben, stehen ihnen auch im 'normalen' Alltag zur Verfügung. Praktischer Nebeneffekt: Die feindlichen Soldaten tragen in dieser Welt keine Rüstung und so schneidet man sprichwörtlich mit dem heißen Messer durch Butter.

Eine Leiste zeigt an, wie oft, beziehungsweise wie lange die beiden noch in der Fluchwelt überleben können. Danach zerrt die Kraft der Hölle an den Lebenspunkten der beiden Männer und Gevatter Tod erscheint persönlich um seine neuesten Opfer zu jagen.

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Eine Mischung aus Schön und Hässlich...
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Die Stärken des Spiels liegen auf dem ersten Blick also ganz klar auf dem Realismus, den es versucht aufzubauen, und dem gelungenen Koop-Modus, in welchem sich beide Helden unabhängig voneinander bewegen können; auch in der Fluchwelt. Spaßlindernd hingegen ist das ewig andauernde Gemetzel, auch wenn der Feind sich wirklich Mühe gibt, uns einen guten Kampf zu liefern. Aber für dauerhaften Spielspaß ist alles zu eintönig und wiederholt sich zu oft.

Eine verfluchte Grafik

Betrachtet man die Grafik von The Cursed Crusade wird sofort klar, dass das Hauptaugenmerk der Entwickler bei dem realistischen Design von Rüstungen und Waffen liegt. In diesem Bereich hat sich jemand wirklich viel Mühe gegeben, das Spiel überzeugend wirken zu lassen. Sei es die Ausrüstung, mit der die Helden in die Schlacht ziehen, der Aufbau der Burgen und Dörfer oder die Umgebungsobjekte, alle haben einen hohen Grad an Detailtiefe und vermitteln einen realistischen Eindruck vom Vierten Kreuzzug und den Ortschaften, die davon betroffen waren.

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... und einer guten Spielsteuerung im Kontrast zu sinnlosen Gemetzel.
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Weniger überzeugend ist die Grafik an sich: Alles wirkt schwammig, irgendwie pixelig. Sagen wir kurz und knapp: etwas veraltet. Und dieser Kontrast zwischen Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt scheint sich weiter durch das gesamte Spiel zu ziehen: Auf der einen Seite, haben wir sehr gute Synchronsprecher (zumindest auf Englisch), auf der anderen die typische 'Wow, ich bin ein Held und lauf durchs Mittelalter, untermalt das bitte entsprechend'-Musik. Hat man schon tausend Mal gehört und verbessert den Spieleindruck nicht wirklich. Um ehrlich zu sein, nervt es ab und zu sogar ein bisschen.

Im gleichen Sinne sind die Kämpfe auf der einen Seite sehr gut umgesetzt und zeugen von Einfallsreichtum (sehr, sehr blutigem Einfallsreichtum), sind auf der anderen Seite aber unschön animiert, so dass man sich nicht wirklich an den Finishern erfreuen kann. Dazu kommt, dass diese 'finalen Schläge' viel zu oft kommen und mit der Zeit nur noch stören. Kleiner Hoffnungsschimmer: Die Entwickler versprechen, dass es in höheren Leveln auch neue Endmoves geben wird.