Ubisoft Ivory Tower schickt mit The Crew 2 einen Koloss von Open-World-Rennspiel in den Ring. Zur Verfügung stehen euch dabei nicht nur Autos, sondern auch Motorräder, Flugzeuge und sogar Boote. Ein atemberaubender Racer? Oder geht es mit hundert Sachen gegen die Wand?

Launch-Trailer mit viel Gebrumm und schönen Landschaften:

The Crew 2 - Launch-Trailer-Ubisoft2 weitere Videos

Fans von Rennspielen warten seit Jahren auf den großen Wurf, denn das Genre dreht sich eigentlich nur im Kreis. Ubisofts hauseigenes Studio Ivory Tower bietet mit The Crew 2 nicht nur Renn-Action auf der Straße, sondern auch auf dem Wasser und in der Luft. Dafür wetteifert ihr in insgesamt zwölf unterschiedlichen Herausforderungstypen, bei denen neben diversen Fliegern und Booten auch noch Monstertrucks und Motorräder zum Einsatz kommen. All das verpacken die Macher in einer riesigen Spielwelt mit den USA als Vorlage. Ist The Crew 2 etwa der Heilige Gral unter den Racern?

Ein riesiges Straßennetz durchläuft die kompletten USA – oder zumindest das, was Ubisoft daraus gemacht hat. Ihr braucht viele Stunden, um alles abzufahren.

Vom Rookie zum Idol

Zockt ihr Rennspiele wegen der guten und packenden Story? Nein? Gut, denn auch in The Crew 2 bietet Ubisoft Ivory Tower in Sachen Geschichte eher dürftige Kost. Das ist aber halb so wild, denn als Rahmen passt die Story um einen aufstrebenden Racing-Star ganz wunderbar. Ihr wollt mit eurem Alter Ego an die Spitze und absolviert dafür Rennen in allen Formen und Farben. Für erfolgreiche Events ergattert ihr nicht nur die Ingame-Währung Bucks, sondern auch Follower, die wiederum euren Ruf steigern.

Zu Beginn seid ihr noch ein unbekannter Rookie, später avanciert ihr vom Star direkt zum Kultobjekt. Als Belohnung erhaltet ihr Zugriff auf neue Fahrzeuge und Herausforderungen von den vier im Spiel ansässigen Hauptquartieren Street Racing, Offroad, Freestyle und Pro Racing, die jeweils abwechslungsreiche Events anbieten. An der Spitze steht jeweils ein Champion, mit dem ihr euch gelegentlich duelliert. Immerhin erfahrt ihr durch diese Charaktere aber etwas über die Welt und teils sogar über historische Ereignisse, die zu entsprechenden Rennen führten.

Allerdings warten nicht nur Straßen auf einen Ausflug: Auch die Flüsse, Seen und Meere im Game sorgen für viel Abwechslung und bieten oft heiße Rennen im kühlen Nass.

The Crew 2 beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Straße, auch Wasser und Luft bieten genug Platz für ausgefallene Renn-Action. Über die ganze Karte verteilt findet ihr außerdem noch Foto-Aufgaben, die ein Bild mit einem vorgegebenen Motiv von euch verlangen: Macht beispielsweise einen Schnappschuss von der Freiheitsstatue oder von einem wilden Bären. Außerdem findet ihr Dinge wie Slalomfahrten oder Radarfallen, die euch entsprechendes Fahrvermögen abverlangen. Für all diese Dinge bekommt ihr ebenfalls Bucks, Follower und manchmal auch Tuning-Teile für euren Boliden.

Nicht schön, aber schnell

Nach jedem Rennen findet ihr zudem Gegenstände für euer Vehikel. Damit motzt ihr die Karren auf und erhöht so etwa die Höchstgeschwindigkeit oder reduziert die Zeit für die berüchtigte Viertelmeile. Die Items unterscheiden sich außerdem in Sachen Wertigkeit. Rare oder epische Bauteile bieten neben tollen Werten auch noch zusätzliche Effekte wie mehr Follower oder Bucks nach einem Rennen. Löblich: Sämtliche Verbesserungen nehmt ihr direkt über das Menü vor, ein Ausflug in die Werkstatt ist nicht nötig. Ihr gehört zu den absoluten Rennspiel-Cracks und beherrscht das Tuning perfekt? In den Profi-Einstellungen nehmt ihr zusätzlich Einfluss auf ganz besondere Dinge wie die Bremskraftverteilung, den Radsturz oder die Reifenhaftung.

Für optische Spielereien bietet The Crew 2 bei den Fahrzeugen jedoch leider weniger Möglichkeiten. Neben Farben und verschiedenen Decals von Entwickler und Spieler fehlt es quasi an allen Ecken. Seitenschweller, Felgen und Stoßfänger für Front und Heck stellen absolute Ausnahmen dar; die meisten Fahrzeuge bleiben quasi in dem Zustand, in dem ihr sie kauft. Tuning-Anbeter werden hier sicherlich nicht glücklich.

Aus der Luft greift ihr ebenfalls an und überbrückt Strecken im Nu. Zwar sehen Metropolen aus der Ferne wirklich beeindruckend aus, allerdings lädt das Spiel die Texturen von Straßen und Gebäude nur sehr langsam nach.

Riesige Spielwelt

Zum Ausgleich bietet Ubisoft Ivory Tower eine Welt, die ihresgleichen sucht. Die kompletten USA landen einfach mal als riesige Spielwiese im Game – wenn auch in einer ganz eigenen Version. Natürlich passt nicht eine ganze Nation eins zu eins in ein Videospiel, doch Metropolen wie San Francisco, New York oder Las Vegas sind in The Crew 2 ebenso anzutreffen wie wichtige Monumente in Form des Mount Rushmore oder des beeindruckenden Grand Canyon. Überhaupt: Flora und Fauna bilden so etwas wie das Herzstück der Ubisoft-Produktion, denn die Landschaften sehen einfach unglaublich gut aus. Egal, ob Gebirge, Wüste, weite Graslandschaften oder die offene See – alles versprüht einen ganz eigenen Charme und macht einfach Spaß. Abgerundet wird dieses Erlebnis von wechselnden Wettereffekten bis hin zum Schneesturm sowie wechselnden Tagezeiten. Super: Bei den meisten Rennen entscheidet ihr selbst, ob ihr bei Tag oder bei Nacht fahrt, nur selten gibt euch das Spiel etwas vor.

The Crew 2 bietet einen riesigen Spielplatz mit tollen Möglichkeiten. Leider trüben viele fragwürdige Design-Entscheidungen das Gesamtbild.Fazit lesen

Weniger Spaß machen leider die Städte, denn diese sind furchtbar langweilig, monoton und fast schon steril gestaltet. Auf den Straßen trifft man kaum auf Zivilisten, nirgends entdeckt man den natürlichen Unrat einer Großstadt, und überhaupt sehen die Gebäude alle irgendwie gleich aus. Zum Glück bin ich – abgesehen von den Rennen – nicht gezwungen, an diesen Orten zu verweilen. Keine Lust auf Chicago? Dann springt in euer Auto und fahrt einfach los. Euch steht der Sinn eher nach einem maritimen Abenteuer? Dann wechselt auf euer Boot. Lieber mit dem Flieger durch die Welt jetten? Kein Problem! Ihr wechselt eure Fahrzeuge in der freien Fahrt jederzeit innerhalb einer Sekunde. Das lohnt sich in dieser großen Spielwelt aber auch – für eine komplette Überquerung der USA benötigt ihr zwischen 30 Minuten und drei Stunden. Echtzeit, versteht sich!

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