„Tritt auf's Gas, sei kein Weichei, schneide die Kurven, werde Erster und erhalte wertvollen Loot für dein Auto.“ Moment mal. Loot? Eben noch sah ich mich einer Welt des Motorsports ausgesetzt, mit der ich seit dem Nintendo 64 keine Berührungspunkte mehr hatte und wanderte gedanklich durch den schrecklichen Floskel-Wald, als man mich mit einem Reizwort aus dem Alptraum erweckte: Ausrüstungsgegenstände und Autos, die sich weiterentwickeln – mein MMO-Herz schlägt höher. Ich bin ganz Ohr!

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Während mein Kollege Gregor bereits vor einiger Zeit einen intensiven Blick auf The Crew werfen konnte und von einigen, kleineren Anmerkungen eigentlich recht angetan wieder aus der digitalen Rennkiste ausstieg, stand mir der Ersteindruck noch bevor. Mit einer persönlichen Renngeschichte, die vor allem auf meinem Nintendo 64 stattgefunden hat, war ich sehr neugierig auf den interessant klingenden Mix aus Rollenspiel und Rennfahrerei. Ob The Crew durch diese Mischung auch als Einstiegspunkt für Genre-Rentner dienen kann?

Bevor ich selbst Hand ans Lenkrad anlegen konnte, erfuhr ich von einer Besonderheit des Spiels, die mich spontan mit Glücksgefühlen anfüllte: Im Spiel gibt es pro Automodell rund fünf verschiedene Auführungen, die an unterschiedliche Straßenbeläge perfekt angepasst sind. Für jede Ausführung und ihre Spezifikationen übernimmt der Spieler die Verantwortung – und das ist verdammt gut so.

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So hübsch wie hier geht es im Spiel leider nur selten zu.
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Denn während ihr durch Missionen und Herausforderungen verdiente Ausrüstungsteile auch bequem auf Knopfdruck direkt auf der Straße einbauen lassen könnt, dürft ihr natürlich auch den traditionellen Weg in die Garage antreten und Statistik um Statistik durch alle Einzelteile eines Autos wühlen.

Statistikfreunde werden hier glücklich: Während ungeduldige direkt mit dem neuen Teil losdüsen können, dürfen Freunde von Zahlen und Wertetabellen vergleichen und den Motor sogar jederzeit probestarten. Ich habe keine Ahnung wieso, aber das gefällt mir und ich verbringe rund 20 Minuten damit, meinen Camaro für alle möglichen Geländetypen möglichst optimal vorzubereiten.

Packshot zu The CrewThe CrewErschienen für PC, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Dann werde ich auf die Straße gelassen, zunächst ohne Missionsziel. Bereits nach den ersten Metern fallen mir direkt einige Dinge ins Auge: Während sich mein Auto extream realistisch und nachvollziehbar steuern lässt, reagiert meine Umwelt alles andere als nachvollziehbar. Agile Fußgänger, von denen sich die Leichtathleten dieser Welt noch einmal eine Scheibe abschneiden könnten, weichen meinem Auto zu jeder Zeit aus und glitchen vor Angst lieber in Häuserwände und Zäune, statt von meinem Camaro erfasst zu werden.

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Ansonsten herrscht nur wenig buntes Treiben in den Straßen, stattdessen scheint die Bevölkerung von ganz Amerika entweder in Häusern oder Autos zu sitzen. Auch die Grafik, die nicht an aktuelle Standards im Genre und auf der Konsole allgemein heranreicht, ist von einigen Momenten abgesehen keine Augenweide. Ja, das Spiel ist riesig, aber die Opfer, die dafür erbracht werden mussen, scheinen mir fast ähnlich groß.

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Dank des riesigen befahrbaren Spielplatzes dürfen wir bekannte Aussichtspunkte und Orte Amerikas bereisen - ohne Ladezeiten.
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Als dann schließlich die Mehrspielermodi aktiviert wurden und ich mit meinen Mitspielern im selben Raum Jagd auf NPC-Autos machte, Wettrennen fuhr oder Hochgeschwindigkeiten auf verschiedensten Strecken erreichte, spielt The Crew seine vollen Stärken aus. Im gemeinsamen Wettkampf macht die Rennsimulation am meisten Spaß. Die Schadensmodelle der Autos sehen gut aus und transporieren die oft dramatisch knappen Rennen sehr gut.

Auch die Polizei, die euch gelegentlich jagt, nimmt kein Blatt vor den Mund bzw. Fuß vom Gas und fährt überaus aggressiv gegen jeden Zentimeter Blech, den sie erreichen können.

Während zur Geschichte nicht viel Neues gesagt wurde, schürrten die Entwickler hingegen die Vorfreude auf das Endgame von The Crew: Sobald man alle Storymissionen hinter sich gebracht hat, eröffnet sich ein fast vollkommen neues Spielerlebnis. Die fünf Gangs, die sich zu diesem Zeitpunkt Amerika an verschiedenen Orten unter den Nagel gerissen haben, brauchen eure Unterstützung: Monatlich entscheidet sich der Spieler für eine Fraktion, fährt in ihrem Namen Missionen und vergrößert ihren Einfluss – die einflussreichste Partei am Ende des Monats in einer Region erhält exklusive Zusatzinhalte, über deren spezielles Aussehen allerdings noch nichts gesagt wurde.