Es ist bereits 20 Jahre her, dass Arnold Schwarzenegger den "Running Man" im gleichnamigen Film mimte und als zu unrecht zum Tode Verurteilter eine letzte Chance erhielt, sein Leben in einer brutal-aberwitzigen Fernsehshow zu retten. In The Club sind die Vorzeichen zwar umgekehrt, trotzdem geht es im Endeffekt aber auch hier darum, das Töten menschlicher Wesen als Entertainment zu verkaufen.

Man kann sicherlich geteilter Meinung sein, ob man dies bei einem Videospiel als moralisch verwerflich ansieht oder die Pixel auf dem Schirm als reine Schießbudenfiguren wahrnimmt. Unstrittig ist jedoch, dass sich Entwickler Bizarre Creations mit diesem Spiel auf ein völlig neues Terrain wagt.

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Shooter+Rennspiel = ?

Schließlich werden die meisten unter euch dieses Studio vor allem von der Rennspielserie Project Gotham kennen und schätzen gelernt haben. Wer The Club jedoch ein wenig genauer unter die Lupe nimmt, erkennt ziemlich schnell, dass sich Bizarre nicht vollkommen von seinen Wurzeln gelöst hat. Was zunächst als astreiner Shooter erscheint, entpuppt sich rasch als eine Melange aus Actionspiel und Elementen, die man so ähnlich auch von Rennspielen kennt.

The Club - Wenn Sonic zur Kalaschnikow greift: In dieser Simpel-Ballerei bedeutet Geschwindigkeit alles.

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Ist das mein Blut?
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Wie ich auf diese Theorie komme? Ganz einfach: Auch bei The Club geht es in erster Linie darum, eine Art Ideallinie zu finden, die euch am besten durch den Parcours bringt. Je besser ihr euch einprägt, wo in den Arenen die Widersacher platziert, Health-Kits oder Munition deponiert sind, desto effektiver seid ihr beim Punktesammeln.

Bizarres Shooter stellt euch nämlich vor die Aufgabe, in insgesamt acht verschiedenen Szenarien, wie beispielsweise einem Stahlwerk, einem Gefängnis oder auch in Venedig, möglichst viele Punkte durch den Abschuss von Gefangenen einzuheimsen. Dabei steht ihr im Wettstreit mit sieben anderen Computer-Widersachern, die jedoch alle separat auf Highscorejagd gehen, um am Ende selbst in der Rangliste ganz oben zu landen.

Packshot zu The ClubThe ClubErschienen für PS3, Xbox 360 und PC

Der Spielablauf ist mit herkömmlichen Shootern kaum vergleichbar, eine Story bei der ihr die Welt rettet, gibt es nicht. Ihr schlüpft lediglich in die Haut eines der acht Protagonisten und macht euch auf Rekordjagd. Die in den Arenen wartenden Widersacher sind nur wenig mehr als Schießbuden, von einer KI kann hier kaum die Rede sein. Dafür treten die laufenden Zielscheiben jedoch in rauen Mengen auf und heizen euch mächtig ein.

Obwohl moralisch bedenklich bietet The Club einige interessante Gameplay-Ansätze.Fazit lesen

Mach hinne!

Jeder Parcours stellt euch vor andere Herausforderungen: Mal geht es darum lediglich eine möglichst hohe Punktzahl zu ergattern, dann wiederum gilt es so lange am Leben zu bleiben, bis die Zeit abgelaufen ist, oder in einem Rennen gegen die Stoppuhr durch den gesamten Level zu laufen.

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Einer nach dem anderen, ihr bekommt alle was ab!
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Das hört sich jedoch einfacher an, als es ist: So läuft in diesem Beispiel nicht nur stetig die wenige Zeit ab, ihr werdet auch noch von diversen bis an die Zähne bewaffneten Gefangenen attackiert. Ballert ihr diese über den Haufen, kassiert ihr Bonuszeit. Zudem wird euch Zeit gutgeschrieben, wenn ihr einige spezielle Zielscheiben von den Wänden holt. Für all das kassiert ihr stetig Punkte, doch um an die Spitze der Highscoreliste zu gelangen, bedarf es schon deutlich mehr.

Hier kommen bei The Club nämlich noch einige Multiplikatoren ins Spiel: Ihr erhaltet beispielsweise für zielgenaue Treffer wie Headshots Zusatzpunkte. Besonders wichtig und der Knackpunkt für eine besonders hohe Endwertung sind jedoch die Kombos, die euch mit zigfachen Punkten belohnen, solange der spezielle Timer dafür läuft.

Boah, ich treff nix!

Damit dieser nicht unterbrochen wird, müsst ihr regelmäßig Abschüsse verzeichnen oder die überall versteckten Skull-Symbole von den Wänden schießen, die den Timer und damit die Mehrfachboni ebenfalls am Laufen halten. Zusätzlich werdet ihr am Levelende für eine hohe Trefferquote und eine möglichst unversehrte Spielfigur mit Extrapunkten belohnt.

The Club - Wenn Sonic zur Kalaschnikow greift: In dieser Simpel-Ballerei bedeutet Geschwindigkeit alles.

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Happy New Year!
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Allerdings sind euch auf eurem Weg zum Superstar nicht nur diverse Schergen im Weg, sondern auch die Technik von The Club. Zum einen nervt das mit einer ziemlich detaillierten Optik ausstaffierte Game zwischen den verschiedenen Durchgängen (ihr habt für jedes Parcours maximal fünf Versuche, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen) mit ständigen Ladescreens, was bei der PS3 selbst durch die Installation des Spiels keine Besserung brachte.

Viel schwerer wiegt bei einem Shooter jedoch die arg träge und viel zu schwammige Steuerung, die das präzise Anvisieren der Gegner deutlich erschwert. Zwar bieten die Optionen Anpassungsmöglichkeiten, doch diese lindern die Probleme nur - beseitigen lässt sich die Problematik leider nicht. Nicht gerade von Vorteil ist hierbei die schlechte Erkennbarkeit der Gegner, die man häufig erst beim zweiten oder dritten Hinsehen ausmachen kann. Dies ist bei einem Spiel, bei dem man ständig unter Zeitdruck steht, verständlicherweise nicht gerade erheiternd.

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Solange der Bonus-Timer läuft, wird das Punktekonto prall gefüllt.
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Problematisch ist auch der ziemlich hohe Schwierigkeitsgrad, der schon auf Stufe "normal" sehr steil und schnell ansteigt und für den einen oder anderen Frustmoment sorgt. In diesem Zusammenhang soll auch erwähnt werden, dass es durchaus zu Instant-Toden kommt: Da kann die Tötungs-Runde noch so gut gewesen sein - eine Rakete aus dem Hinterhalt und ihr dürft von vorne beginnen, was nicht gerade motivierend ist.

Spaßiger ist hingegen der Multiplayer-Modus des Spiels. Sowohl bei 360 als auch PS3 (beide Versionen sind übrigens nahezu identisch), hatten wir während unserer Tests keinerlei Verbindungsprobleme zu beklagen. Allerdings hätte der Serverbrowser in beiden Fällen durchaus übersichtlicher ausfallen dürfen - lediglich zehn Partien werden dargestellt.

Es kann jedoch vorkommen, dass alle Sessions belegt sind und man ständig die Anzeige neu aktualisieren muss, bis man einen freien Slot ergattert. Auch online geht ihr natürlich auf die Jagd nach Punkten, wobei unterschiedliche Wettkampf-Modi für genug Abwechslung sorgen und auch die Maps sehr gut für diese Art von MP-Shooter geeignet sind.