"Der größte Spaß seit Progress Quest!" - Volker Schütz

Bei »The Chosen« wirkt Vieles linear, monoton, automatisiert und damit langfristig ein wenig ermüdend. Es geht durch sich ähnelnde Level gegen farbliche Variationen des Gegnertyps Zombie oder Werwolf. Alle Jubeljahre hauen diese Rabauken erst unseren Golem zu Klump und dann uns selbst auf die Kappe. Wir düsen per Tastendruck ins Labor zurück, kaufen einen »Hilfskreaturheilzauber« und weiter geht es.

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Für jede Geschmacksrichtung Held existiert zudem jeweils nur eine recht begrenzte Anzahl sinnvoller Ausrüstungsgegenstände pro Stufe. Mit denen bekleidet er/sie sich teilweise sogar von ganz allein. Da letztlich auch noch die Fertigkeiten für alle Charakterklassen gleich sind und ähnlich viele Kombinationsvarianten bieten wie »Retardo, das Einteilpuzzle für Praktisch Bildbare«, kommt sich der Spieler ein wenig überflüssig und das Spiel wie ein Grafikfrontend für »Progress Quest« vor.

Immerhin ist diese leichte Tendenz zur Ödnis die einzige wirkliche Schwäche. Denn »The Chosen« macht nahezu keine Fehler, die echten Frust aufkommen lassen. Über den Kauf wird man sich als echter Fan von Dungeoncrawlern daher kaum ärgern.

The Chosen ist für PC erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Lustige Waffen (wie MGs)
  • Alternative Ausrüstungskonfigurationen
  • Tag- und Nachtwechsel
  • Gegnerhinterhalte
  • Nettes Vampirjägersetting

Contra

  • Durchwachsene Animationen
  • Sprunghafter Schwierigkeitsanstieg
  • Wenig komplexe Fertigkeitskombinationen
  • Gleicher Fertigkeitsbaum für alle Charaktere
  • Zu leicht durch »PermaPort« ins Labor

Grafik

Bis auf stellenweise hölzerne Animationen und einen Hauch von Monotonie gibt es optisch nichts an The Chosen auszusetzen. Durch das regelmäßige Ausblenden von die Sicht verdeckenden Gebäudeteilen o.Ä. entstehen im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt nur vereinzelt Probleme mit der Spielkamera.

Sound

Auch im akustischen Bereich lässt sich wenig Spektakuläres vermelden. Die minimalistisch eingestreuten Dialoge sind ordentlich gesprochen und die Hintergrundmusik klimpert unaufdringlich vor sich hin, bzw. hebt im Kampfgeschehen an – der Situation angepasst.

Gameplay

Wem Diablo zu kompliziert erscheint, dürfte sich bei The Chosen wohl fühlen. Mit der richtigen Einstellung braucht es außer der Maus kein weiteres Eingabegerät. Ein wenig auf Gegner klicken, hin und wieder einen Heil-/ Manatrank schlürfen … viel entspannter wird es nicht.