"Was?! Du kennst XCOM nicht?" - so oder so ähnlich klang die erste Reaktion meiner Kollegen, als ich fragte, was mich so ungefähr in The Bureau: XCOM Declassified erwarten wird. Aber gut, wenn man zum damaligen Zeitpunkt gerade einmal zehn Jahre alt war, konnte man mit Aliens und Verschwörungstheorien unter Umständen noch nicht allzu viel anfangen. Doch was genau ist The Bureau denn nun? Ein Shooter? Ein Strategiespiel? Beides!

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Strategie und Action – geht das?

Wer jetzt ungläubig den Kopf schüttelt und eine zwanghafte Mischung mit kantigen Spielmechaniken erwartet, liegt falsch. The Bureau: XCOM Declassified fühlt sich unglaublich rund an und verbindet beide Spielelemente, als wäre es das Einfachste der Welt. Vollkommen selbstverständlich aktiviert ihr bei Feindkontakt den sogenannten "Battlefocus" und gebt eurem Team Anweisungen, etwa das Deckungsuchen oder Angreifen eines Ziels. Diese Grundbefehle sind das Gerüst des Kampfsystems.

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Verfeinert wird dieses durch die im Laufe der Zeit freigespielten Spezialfähigkeiten eurer Agenten. Es gibt beispielsweise einen Engineer, der Minen legen oder einen Geschützturm aufstellen kann, oder einen Scharfschützen, der besonders gefährliche Ziele mit einem kritischen Treffer schnell ausschaltet.

Diese Vielfalt an Skills macht die Kämpfe äußerst interessant und komplex, was vor allem an dem umfangreichen taktischen Aspekt liegt. Wer versucht, sich in klassicher Ego-Shooter-Manier durch die Feinde zu ballern, wird schnell im Dreck liegen. Der clevere Einsatz von Fähigkeiten und Positionierung hingegen kann schnell die eine oder andere gefährliche Situation entschärfen.

The Bureau: XCOM Declassified - Action küsst Taktik

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Mit Schlapphut und Laserkanone gegen die Aliens.
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Leider nimmt das in seltenen Fällen der gerade aufgebauten Action den Wind aus den Segeln, doch das ist glücklicherweise eher die Ausnahme, und es sollte ohnehin niemand mit der Vorstellung eines "CoD oder Battlefield meets Akte X"-Spiels an The Bureau herangehen.

Packshot zu The Bureau: XCOM DeclassifiedThe Bureau: XCOM DeclassifiedErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Apropros Akte X: Die Geschichte lässt euch in die Rolle von Agent William Carter schlüpfen, einem ehemaligen Special Agent, der nach einem Überraschungsangriff inmitten der Alien-Invasion wieder zu Bewusstsein kommt und herausfinden muss, was passiert ist. Später werdet ihr ein Teil des Bureau und folgt den Befehlen von Direktor Faulke, um die Außerirdischen aufzuhalten. Die Handlung spielt in den frühen 60er-Jahren, sehr stimmungsvoll und passend in Szene gesetzt. Der Soundtrack, die Städte und vor allem die Agenten mit ihren weißen Hemden und Hosenträgern wirken perfekt der Zeit entlehnt.

Leider kann man das von den einzelnen Leveln beziehungsweise Missionen nicht immer behaupten. Während ihr der interessanten Geschichte folgt, lauft ihr durch teilweise stark eingegrenzte Gebiete, in denen es meist nur einen möglichen Weg gibt. Die meisten Türen, die euch nicht zu eurem nächsten Ziel führen würden, sind verschlossen, und nachdem ihr ein Zwischenziel erreicht habt, öffnet sich meist durch Magie eine neue Tür, hinter der ihr euren Weg fortsetzt. Zwar sollte man hier kein Open-World-Spiel erwarten, doch ein wenig mehr Freilauf hätte dem Spiel nicht geschadet.

Spannender Genre-Mix mit kleinen Schwächen, der Lust auf mehr macht.Ausblick lesen

Im Gegenzug punktet XCOM Declassified mit einer großen Anzahl von Fähigkeiten, die ihr für Agent Carter und die übrigen Agenten freischalten könnt. Zusammen mit den verschiedenen Waffen und anderer Ausrüstung zeigt das Spiel an dieser Stelle sogar leichte Rollenspielzüge, die dem Langzeitspielspaß äußerst guttun, möchte man doch die Spezialfähigkeit jedes einzelnen Agenten im Gefecht erleben.

The Bureau: XCOM Declassified - Action küsst Taktik

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Das Ziel vor Augen: Die Levels sind recht linear aufgebaut.
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Auch kann man durch die Wahl der passenden Backpacks die Begleiter an den eigenen Spielstil anpassen. Wem es beispielsweise auf die Nerven geht, alle paar Sekunden nach den NPCs zu sehen, der wird wohl am ehesten zu einem Rucksack greifen, der seinen Teammitgliedern größeres Durchhaltevermögen verschafft.

Wem das hingegen zu langweilig ist und wer taktischer spielen möchte, der könnte dafür sorgen, dass die Squad-Mitglieder mehr Schaden verursachen und daher eine wichtigere Rolle in den Kämpfen spielen. Hier sind zahlreiche Varianten möglich.