Vergesst alles, was ihr über The Bureau: XCOM Declassified zu wissen glaubt! Zumindest ich musste meine Erwartungen, die ich an dieses Spiel hatte, komplett aufgegeben, als ich es nun, nach langer Funkstille, erstmals wieder von den Entwicklern 2K Marin (Bioshock 2) auf einer Veranstaltung in München gezeigt bekam.

The Bureau: XCOM Declassified - Überleben, Anpassen, Siegen15 weitere Videos

Weniger Bioshock, mehr Enemy Unknown

Einen quirligen Shooter im 60er-Jahre-Design, stilistisch irgendwo zwischen „Akte X“ und dem „Gigant aus dem All“, hatte ich erwartet. Stilistisch mag das auch irgendwo hinkommen, doch spielerisch trifft diese Umschreibung den Nagel meilenweit neben den Kopf.

The Bureau: XCOM Declassified - Headshot: Ballern mit Köpfchen! Der Geheimtipp des Jahres

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The Bureau spielt sich in vielen Belangen wie das Taktikspiel Enemy Unknown.
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Ihr habt XCOM: Enemy Unknown gespielt? Dann stellt euch das vor, und ihr seid schon nahe dran. Ja, The Bureau ist trotz der Ferne zur XCOM-Marke, in die es mit der letzten Namensänderung gerückt ist, näher dran an dem Taktikspiel als je zuvor. Bisweilen sind die beiden Spiele kaum mehr auseinanderzuhalten – nicht zu glauben: Rundentaktikspiel und Third-Person-Shooter, intuitiv scheint es zwischen diesen beiden Genres kaum Schnittmengen zu geben, 2K Marin gelingt es trotzdem, sie nicht nur miteinander zu versöhnen, sondern sie geradewegs zusammenzuschweißen.

The Bureau erzählt quasi die „Origin“-Geschichte des XCOM-Universums. Anfang der 60er Jahre von John F. Kennedy als Geheimdienst zur Erforschung außerirdischer Besucher gegründet, müssen sich die Agenten des „Büros“ schon bald nicht nur mit rätselhaften Vorkommnissen, sondern gar einer handfesten Invasion durch die kleinen grünen Männchen auseinandersetzen. Und mit großen hässlichen Männchen. Und übelriechenden entstellten Männchen. Und diesen gefährlichen mechanischen Dingern, au Backe…

The Bureau geht voll und ganz in diesem seinem Setting auf: Die Agenten sind hier keine muskelbepackten Space Marines in Panzeranzügen, sondern Gentlemen im weißen Baumwollhemd mit Hosenträgern und Fedora-Schlapphut. Sie sind die Ghostbusters-Ausgabe der eleganten Mad Men aus der gleichnamigen TV-Serie, die Mad Men in Black gewissermaßen.

The Bureau: XCOM Declassified - Headshot: Ballern mit Köpfchen! Der Geheimtipp des Jahres

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Mad Men in Black: Der Stil geht voll im 60er-Jahre-Ambiente auf.
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Das titelgebende Büro dient euch wie im Strategiespiel zwischen den Missionen als Basis. Hier könnt ihr erbeutete Alientechnologie erforschen, um neue Waffen herzustellen, eure Teamkameraden rekrutieren und ausrüsten, sowie die nächste Aufgabe festlegen. Nebenmissionen und kleinere Rettungstaten bringen euch Geld und Erfahrungspunkte, um die härteren Storymissionen knacken zu können.

Runden-Taktik küsst Third-Person-Action: die Liebe für’s Leben.Ausblick lesen

Auch diese Szene altbekannt: Per Hubschrauber geht es zum Einsatzort – in diesem Fall die Kleinstadt Pima, New Mexico. Hier treibt ein rätselhaftes Virus sein Unwesen, das die Bewohner innerlich verfaulen, zu einer Art Zombie mutieren lässt. Wir gehen die wie leergefegte Hauptstraße entlang, bewundern den 60er-Jahre-Chic, die pastellfarbenen Autos und verspielt dekorierten Diner, dann finden wir sie: die Übeltäter. Aliens!

Graue Zellen gegen grüne Männchen

Mein erster Impuls: zielen, feuern! Dumme Idee. The Bureau ist kein Shooter, der aus der Hüfte schießt, sondern aus dem Kopf. Ein Kopfschuss sozusagen. Per Knopfdruck wechsle ich in die Taktikansicht und bin erstmal baff: Von hier ist The Bureau kaum von seinem Rundenstrategiebruder XCOM: Enemy Unknown zu unterscheiden.

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Im Taktikmodus könnt ihr eurem Team Befehle erteilen und Spezialfähigkeiten aktivieren.
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Die Zeit steht still, schreitet nur in einer Art Super-Zeitlupe voran, und ich kann in Ruhe meinen Teamkameraden Befehle erteilen, die Situation abwägen und Spezialfähigkeiten auswählen. Das funktioniert exakt wie in Enemy Unknown: Das Schildsymbol zeigt mir mögliche Deckungen an – ist es ganz gefüllt, z.B. hinter einer Mauer oder einem Bus, bin ich vollständig geschützt, reicht der Balken nur bis zur Hälfte, z.B. hinter einer Parkbank oder einem Blumenkübel, ist der Schutz nicht ganz so effektiv.

Zunächst ist mir das aber schnuppe, bzw. als Anfänger zu kompliziert. Ich verlasse mich auf die gewohnte Vorgehensweise, baller mich durch und vertraue auf die Künstliche Intelligenz meiner Kameraden. Eine Weile geht das auch gut, doof sind sie jedenfalls nicht, dann irgendwann geht der erste zu Boden, und ich beginne umzudenken: teile mein Team auf, positioniere sie an strategisch vorteilhaften Positionen, lasse sie von Deckung zu Deckung vortasten, weise ihnen Ziele zu, lasse den Gegner ins Sperrfeuer nehmen, während ich mich selbst von der Seite anschleiche und dem Feind in den Rücken falle. Bingo! So spielt sich The Bureau: überlegt, taktisch, umsichtig.

Nach und nach mache ich mich mit den umfangreichen taktischen Möglichkeiten vertraut, die nur auf den ersten Blick erschlagend wirken, auf den zweiten kinderleicht zu bedienen sind: mein Medic heilt verwundete Kameraden, der Engineer platziert automatische Geschütztürme auf dem Schlachtfeld oder Minen, in die ich die Gegner mit etwas Geschick locke. Am coolsten ist die Telekinese-Fähigkeit, mit der ich anvisierte Gegner für ein paar Sekunden in der Luft schweben lasse und sie so schutzlos den Schüssen meiner Kollegen ausliefere.

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Heiler, Tank, Damage Dealer, Engineer: Die Klassen eurer Kameraden gehorchen bekannten Regeln.
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Mit zunehmender Erfahrung erlangen meine Teammitglieder immer neue Fähigkeiten, gefallene Kameraden werden durch neue Rekruten ersetzt, erbeutete Alientechnik wird in immer bessere Ausrüstung investiert. Erst Kugeln, dann Laser, dann Plasma – XCOM-Fans wissen Bescheid. Bleibt alles anders.