Zutaten für ein schickes Fantasy-Spiel: eine magische Welt, Waffen, Zaubersprüche, vergrabene Schätze, Kampftrolle. Stellt euch weiter vor: Ein kleiner Gnom tritt auf. Der Kampftroll mit seiner mannshohen Keule in der Hand sieht ihn, holt aus und…

„Eben nicht!“, ruft der Game Designer aus dem Hintergrund und greift ins Geschehen ein. Denn in Book of Unwritten Tales gibt es keine Kämpfe, keine Erfahrungspunkte oder gar Action-Einlagen. Hier zählen Köpfchen und der korrekte Einsatz des richtigen Gegenstands zur richtigen Zeit. Schließlich handelt es sich um ein Adventure – so macht es uns der gelungene Teaser-Trailer weis. Auf der GC durften wir einen ersten Blick riskieren und attestieren: DER Geheimtipp der Games Convention!

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Statt mit überlegenen Nahkampfwerten, gekonnten Akrobatikeinlagen oder purer Waffengewalt macht unser Gnom den ungeschlachten Kampftroll nach guter alter Adventure-Manier wider aller Naturgesetze platt: Benutze Gummi-Huhn mit Anker – schon haben wir eine Schleuder gebastelt, die den Troll nach kürzester Zeit wie einst Goliath ins Reich der Träume schickt.

The Book of Unwritten Tales - Überraschung: Die Fantasy-Parodie war DER Geheimtipp der Games Convention

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Gnom Wilbur rettet die Welt - und seine Kneipe.
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Der äußerst witzige Trailer zu Book of Unwritten Tales macht überdeutlich, wohin die Marschrichtung geht: Das Point n’ Click-Adventure in der Tradition unvergessener LucasArts-Klassiker wie Monkey Island nimmt gängige Fantasy-Klischees und -Genres aufs Korn – und drückt mit einem Lächeln im Gesicht ab. Herr der Ringe, World of Warcraft, Terry Pratchetts Scheibenwelt: Hier kriegen sie alle ihr Fett weg und werden liebevoll durch den Kakao gezogen.

Vier Trottel für ein Halleluja

Wieder einmal steht ein Fantasy-Reich am Rande des Untergangs: Die Armee der Schatten hat ihre finsteren Agenten ausgesandt, um ein mächtiges Artefakt an sich zu reißen, das das Schicksal des Reiches für immer verändern könnte. Zeit für wahre Helden, dem Bösen Einhalt zu gebieten…

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Die Mumie hat nicht mehr alle Tassen im Schrank - kein Wunder, wurde ihr doch beim Einbalsamieren die Nase durchs Hirn gezogen.
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Leider waren offenbar alle richtigen Helden gerade im Urlaub. Das einzig verfügbare Weltenretter-Gespann stammt offensichtlich aus dem Sommer-Schlussverkauf - allen voran der oben beschriebene Gnom Wilbur Wetterquarz. Der arme Wicht arbeitet aushilfsweise in der Kneipe seiner Eltern auf den verschneiten Gipfeln des Weißkammgebirges und träumt in seiner wenigen Freizeit von einem Leben als mächtiger Magier.

Ein Lebensziel, das bei seinen Eltern vermutlich ähnliche Reaktionen hervorruft wie der Wunsch kleiner Mädchen, sich als nächstes Popstars-Sternchen zu blamieren. Denn Gnome sind Tüftler und Erfinder – Zauberei ist ihnen suspekt, genauso wie große Abenteuer und das Retten ganzer Welten. Aber irgendeiner muss den Job ja machen…

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Elfe Ivo rettet die Welt - auch wenn sich das für eine Prinzessin nicht geziemt.
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Glücklicherweise ist Wilbur nicht allein: Ihm zur Seite stehen die Elfen-Prinzessin Ivo, der strahlende Held Nathaniel Bonnet und ein… äh, undefinierbares lila Viech, das dem Aussehen nach zur selben zoologischen Gattung zu gehören scheint wie Elmo aus der Sesamstraße. Angesichts einer solchen Party kann der Weltenrettung eigentlich nichts mehr im Wege stehen…

Der Tod auf dem Arbeitsamt

Ähnlich wie die knuffige Raupe Spot im nächsten Hit der „Edna bricht aus“-Macher, The Whispered World, soll das nur als „Vieh“ bekannte lila Wollknäuel über praktische Fähigkeiten verfügen, die in verschiedensten Rätseln ihre Nützlichkeit unter Beweis stellen. Und diese könnten das Aushängeschild von Book of Unwritten Tales werden.

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Opfer der Globalisierung: In Adventures ist der Tod arbeitslos.
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So zeigten uns die Entwickler bereits eine Szene, die schon bald Kultstatus im Genre haben dürfte: Im späteren Spielverlauf muss sich Gnom Wilbur Zutritt zum Totenreich verschaffen. Der einfachste Weg dorthin führt natürlich über den eigenen Tod – nur zu dumm, dass man in Adventurespielen nicht sterben kann…

Schnell muss eine Lösung her, um Gevatter Tod den Gang zum Arbeitsamt zu ersparen. Glücklicherweise findet Wilbur das „Buch der Toten“, in das er kurzerhand seinen Namen einträgt und so dem Sensenmann weismacht, er sei bereits gestorben. Ein Hoch auf so viel Einfallsreichtum!