Baseball ist ein Sport, der hierzulande äußerst unpopulär ist. Obwohl sich das verwandte „Brennball“ in den Schulen großer Beliebtheit erfreut, interessiert sich kaum jemand für die große amerikanische Vorlage. Dass Baseball gerade auf der Wii sehr viel Spaß machen kann, hat bereits Nintendo mit der hauseigenen Wii-Sports-Sammlung gezeigt. Nun steht die erste umfangreiche Interpretation des Sports für Nintendos Konsole bereit – wir greifen zum Schläger und testen den Titel.

Härtetest für die Handgelenksschlaufe!

Was Nintendo bereits in niedlicher und abgespeckter Form bei Wii Sports gezeigt hat, baut 2K Sports nun mit „The Bigs“ aus. Statt Baseball auf das reine Werfen und Schlagen zu beschränken, bieten die Entwickler von Visual Concepts auch ein ausgefeiltes Laufspiel. Zudem orientiert sich die Präsentation an realistischen TV-Übertragungen – statt knuffiger Miis laufen hier die Stars der amerikanischen Baseball-Liga auf, die dank umfangreicher Lizenzen gut zu erkennen sind.

The Bigs: Baseball - Homerun mit der Wiimote: Selten fühlte sich Baseball so echt an.

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Die Animationen der Spieler sind gut gelungen.
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Die Steuerung erfolgt grundsätzlich per Wiimote und Nunchuk. Möchtet ihr also ein Duell gegen einen Kumpel austragen, müssen beide Spieler über die entsprechenden Eingabegeräte verfügen. Ähnlich wie bei Wii Sports spielen Bewegungen der Wiimote eine große Rolle. So führt ihr Würfe durch eine Schleuderbewegung der Wiimote aus, während ihr durch das gleichzeitige Drücken der Tasten die Wurfart bestimmt. Von Slidern, über Cutter bis hin zu kniffligen Curveballs ist alles möglich. Mit dem Analogstick des Nunchuk könnt ihr zudem die Richtung eures Wurfes kontrollieren.

Steht ihr auf der anderen Seite des Feldes, schwingt ihr ebenfalls per Wiimote euren Baseballschläger. Da ihr spätestens für das unmittelbar folgende Laufspiel den Nunchuk benötigt, werdet ihr bei der natürlichen Ausführung der Schlagbewegung von der verbundenen Zusatzhardware behindert. Beim Schlagen kommt es in erster Linie auf das Timing an. Zwar dürft ihr auch hier per Analogstick grob eine Richtung wählen, doch wirkte sich das in den meisten Fällen kaum aus. Das Drücken der Tasten A und B kontrolliert, ob ihr einen kräftigen Schlag oder eher einen kurzen Abpraller fabriziert. Je nach Gegner haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile.

Trommelnd auf dem Weg zur Base

Habt ihr den Ball auf eine möglichst weite Reise geschickt, lässt euer Akteur den Schläger fallen und nimmt die Beine in die Hand. Nun gilt es, den Spieler möglichst flott zur nächsten Base zu steuern. Per Analogstick müsst ihr die nächste Plattform anvisieren und schon läuft der Spieler los. Um das Ganze ein wenig zu beschleunigen, dürft ihr per Trommelbewegung der Wiimote für einen schnellen Sprint sorgen, der häufig darüber entscheidet, ob die nächste Base noch erreicht wird, bevor der Gegner den Ball zurück gespielt hat.

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Die Präsentation des schnellen Sports kann sich durchaus sehen lassen.
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Heftige Bewegungen dieser Art sorgen beim Spiel mit Freunden immer wieder für Erheiterung und nicht zuletzt für die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Ein wenig umständlich gestaltet sich das Ganze, wenn ihr mehr als einen Spieler auf den Weg gebracht habt. In diesem Fall wechselt ihr per Tastendruck zwischen den Akteuren, was im Eifer des Gefechts schon mal problematisch sein kann.

Insgesamt gelungene Arcadeumsetzung des Baseballsports. Dank eingängiger Steuerung bietet der Titel viel Kurzweil für Duelle mit Freunden!Fazit lesen

Ein wenig zäh gestaltet sich das Feldspiel in der Verteidigung. Per Z-Knopf wechselt ihr zwischen den Spielern, während ihr per Analogstick die entsprechende Richtung einschlagt. Leider wirken eure Feldspieler ein wenig unbeweglich, was sich insbesondere dann bemerkbar macht, wenn sie mal in die falsche Richtung unterwegs sind. In solchen Situationen dauert es viel zu lange, die im echten Leben flinken Baseball-Profis zu wenden. Dies kommt natürlich dem Angriffspiel zugute, was sich in Form hoher Ergebnisse auswirkt.

Arcadespaß dank Power-Ups

Insgesamt spielt sich „The Bigs“ nicht zuletzt aufgrund der intuitiven, aber im Vergleich zu einer konventionellen Variante unpräziseren Steuerung, sehr arcadelastig. Dazu trägt auch das Power-Up-Feature bei, mit dem ihr durch gelungene Offensiv- und Defensivaktionen eine Anzeige füllt. Ist diese Leiste voll, dürft ihr einen besonders spektakulären Schlag vom Stapel lassen, bei dem der Ball einen Lichtschweif hinter sich herzieht und beim Kontakt mit der Anzeigetafel explodiert. Als Werfer schleudert ihr eurem Gegenüber den Ball dagegen derart hart entgegen, dass er nahezu keine Chance hat, den Wurf zu parieren.

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Auch typische Siegerposen dürfen natürlich nicht fehlen.
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Die Präsentation des Spiels ist insgesamt sehr gut gelungen. Sämtliche Stadien wirken recht detailliert und erlauben sogar den Blick auf typische Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Stadt im Hintergrund. Auch die Spieler verfügen über realistische Gesichtstexturen und schöne Animationen. Hier hapert es allerdings ein wenig an Abwechslung, und auch der eine oder andere Übergang zwischen den Animationsphasen hätte ein wenig mehr Sorgfalt vertragen können.

Mangel an Spielmodi

Cool sind der Spielkommentar und die Sounds, die direkt aus den kleinen Wiimote-Lautsprechern erklingen und kennzeichnen, dass ihr den Ball beim Schlag getroffen habt. Deutlich brachialer geht es bei dem sehr gelungenen Soundtrack zu, der mit vielen lizenzierten Songs bekannter Bands wie den Stone Temple Pilots oder Motörhead aufwartet.

Abgerundet wird das Spiel durch eine Home Run Challenge, bei der zwei Spieler per Splitscreen gegeneinander antreten. Das Ziel besteht darin, als erster zehn Punkte zu erzielen. Der Aufgabenbereich beschränkt sich dabei allein auf das Schlagen – die Bälle werden euch von einem KI-Pitcher zugeworfen. Einzelspieler freuen sich zudem über die Rookie Challenge. Hier kreiert ihr euren eigenen Spieler, den ihr kontinuierlich ausbaut und bis an die Spitze der Baseball-Liga führt.