Stealth-Spiele sind immer so eine Sache: Zuviel Aufenthalt in dunklen Gassen kann das Gameplay unnötig verlangsamen, Langeweile ist die logische Konsequenz. Daher erfordern Stealth-Elemente eine gute Balance zwischen selbigen und den restlichen Gameplay-Zutaten.

Es gibt aber auch Spiele wie Th3 Plan, die vollkommen aufs Schleichen setzen und auf den damit kombinierten Waffeneinsatz á la Splinter Cell komplett pfeifen. Kann das spannend und unterhaltsam sein? Die vor über einem Jahr veröffentlichte PS2-Version wurde von der Presse zerrissen, Versuch Numero Zwei findet auf dem PC statt. War es der "Plan" der Entwickler, uns wirklich zu schocken? Ihr erfahrt es in unserem Review!

Boah, wie öde!
Wer den Film "Der Diamantencop" mit "Bad Boy" Martin Lawrence in der Hauptrolle gesehen hat, für den wirkt die Story von Th3 Plan wie ein Déja-vù: Grob genommen geht es um zwei äußerst clever agierende Diebe, Robert und Stephen, die von ihren Fähigkeiten her auf gleicher Stufe stehen, jedoch unterschiedliche Charakterzüge aufweisen.

Während Robert streng nach aufgestellten Regeln handelt, bricht Stephen oftmals Konventionen. Als sie den Auftrag ihres Lebens erhalten, willigt Robert nur recht widerwillig ein. Zwei Rembrandt-Gemälde sollen gestohlen werden, für unsere Elstern kein Problem.

Th3 Plan - Auf leisen Sohlen: ein planloses Spiel, das sich gerne wieder schleichen kann...

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Nein, wir sind hier nicht in Matrix, und das ist auch nicht Trinity.
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Plötzlich aber ein schwerwiegender Fehler: Stephen löst den Alarm aus, lässt Robert zurück und macht sich mitsamt Gemälde vom Acker. Unser Protagonist wandert derweil ins Kittchen. Drei Jahre vergehen, bis uns ein adretter Typ für einen erneuten Coup überreden will. Wir sitzen zwar immer noch im Knast, Hilfe zum Ausbruch wird uns jedoch angeboten. Zudem erfahren wir, dass Stephen seinen Deal damals nicht zum Abschluss bringen konnte. Nun sind wir am Zug. Vorher müssen wir jedoch aus dem hübschen orangefarbigen Overall raus…

Start, Ausschalten, Herunterfahren...
Klingt bisher alles recht interessant, oder? Jegliche Vorfreude möge aber nun in der Tonne landen: Th3 Plan ist einfach nur grausam. Das Spielprinzip besteht darin, nach bester Metal Gear Solid-Manier unbemerkt an Wachen vorbeizuschlendern, Schlüssel zu finden, Schalter zu drücken und Türen zu knacken. Das war es dann aber auch schon.

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Sieht spannender aus, als es ist.
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Scheinbar ein cooles Gimmick erweist sich die Splitscreen-Technik jedoch bereits beim ersten Versuch als echtes Hindernis: Geht es zum Beispiel darum, eine Wache abzulenken, fangen wir mit unserer ersten Spielfigur ein Gespräch an, schalten den Bildschirm des zweiten Charakters hinzu, mit dem wir dann unbemerkt an der Wache vorbeikommen können. Mag dies an Fummeligkeit bei zwei Figuren noch erträglich sein, verknoten wir uns spätestens dann, wenn es gilt, mit drei Personen in verschiedenen Fenstern im richtigen Moment das Richtige zu tun.

Hinzu kommt, dass uns die Kamera immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Automatische Justierung? Fehlanzeige. Mit der Maus dürfen wir manuell immer wieder drehen, bis uns der Rosenkohl aus den Ohren wächst. Unsere Figur steuern wir indes mit den Pfeil- bzw. WSAD-Tasten. Ist eine Interaktion möglich, ist dies in einer separaten Leiste zu sehen.

The Bad and The Ugly
Genauso bescheuert wie die Steuerung ist auch die künstliche Intelligenz der Wachen geraten. Trotz auf der Minimap einsehbaren Sichtfeldern der Widersacher merken diese oft gar nicht, wer da gerade an ihnen vorbei spaziert. Entweder haben sie ihre gelben Armbinden mitsamt dreier schwarzer Punkte vergessen, oder jemand hat bei der Entwicklung der KI ordentlich gepennt. Aber hey, dafür sehen sie unseren Charakter manches Mal gar durch Betonwände, ist ja auch was…

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"Was spielst du da für einen Müll? Es heißt Th3 Plan. Deinstalliere es sofort!"
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Wollt ihr noch mehr Schlechtes über Th3 Plan hören? Wie wäre es mit den langweiligen und nach Korsettprinzip designten Levelschläuchen, der drögen Inszenierung, der schnarchigen Handlung oder ruckeligen Comicstrip-Sequenzen á la Max Payne? Bluten euch schon die Ohren? Nein? Okay, zwei Sachen wären da noch!

Die Optik war selbst für damalige PS2-Verhältnisse ein Graus, und jetzt sollen wir verwöhnte PC-Spieler damit zufrieden sein? Never! Kantige Figuren, Animationen jenseits rheumageschädigter Pantomime-Darsteller und absolut leere und gähnend triste Innenräume wie auf der Expo. Das ist alles, was uns Th3 Plan grafisch zu bieten hat. Igitt!

Nicht besser sieht es auf der akustischen Seite des Spiels aus. Wenn die englische Synchronisation gerade mal nicht komplett ausfällt, kann sie dennoch nicht überzeugen. Soundeffekte sind zudem rar gesät, allenfalls die Hintergrundmusik überzeugt ausnahmsweise.