Schon vor einigen Monaten, ja, sogar im letzten Jahr, ist mit Test Drive Unlimited der neueste Ableger der Rennspielserie für Xbox 360 erschienen. Erst jetzt wurden die PC- und PS2-Fassungen nachgereicht, wobei ein Grund für die Verzögerung weder ersichtlich ist, noch begründet wurde. Doch das ist ein eher unbedeutender Nebenkriegsschauplatz.

Ebenso wenig wollen wir an dieser Stelle lange auf die bis 1987 zurückreichende Test-Drive-Geschichte eingehen, denn dieses Thema haben wir in unserem Special bereits zur Genüge abgehandelt, sodass wir uns ohne weitere Umschweife unserem Bericht über diese beiden neuen Spielversionen zuwenden können. Zwei zum Preis von Einem, sozusagen.

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Bevor ihr die Fragen aller Fragen stellt ("Gibt es einen Unterschied zwischen Xbox 360-Version und PC/PS2") nehmen wir die Antwort gleich vorweg: Ja, es gibt Unterschiede. Einige Punkte berühren nur "gefühlte" Abweichungen (z. B. Steuerung), andere sind tatsächlich nachweisbar (weniger Fahrzeuge bei PS2). Grundsätzlich handelt es sich aber bei beiden Fassungen im Vergleich zur Xbox 360 trotzdem um dasselbe Spiel.

Test Drive Unlimited - Eine Legende auf vier Rädern: Grenzenlose Freiheit und Rennspaß pur jetzt auch auf PC und PS2.

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Die Übersichtskarte lässt die Größe der Insel erahnen.
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Daher beginnt auch hier euer Abenteuer im ersten MMORG (Massively Multiplayer Online-Racing Game) der Spielegeschichte mit einem Flug nach Hawaii. Genauer gesagt nach Oahu, der drittgrößten Insel des Insel-Archipels, auf der sich auch die Hauptstadt Honolulu befindet. Für Test Drive Unlimited wurden extra 1.600 Kilometer Straße und Teile der Umgebung sehr detailliert nachgebildet. Dass sich die Entwickler von Eden Games viel Mühe bei der möglichst detailgetreuen Umsetzung gemacht haben, beweist nicht nur diese Zahl, sondern auch die Summe von 15.000 US-Dollar, die die Nachbildung jedes der mehr als 130 Originalfahrzeuge gekostet haben soll.

Am Anfang war der Bleifuß
Doch zurück zum Spiel, wo es nach eurer Landung gleich ans Eingemachte geht: Ihr mietet einen Wagen, mit dem ihr euer erstes Ziel ansteuert. Gleich im Anschluss wird vom Startkapital eine eigene Karosse zugelegt. Danach braust ihr mit feinster GPS-Unterstützung zu einem Makler, bei dem ihr den Rest eurer 200.000 Dollar in ein Luxus-Domizil inklusive Garage investiert. Mehr Vorgaben macht euch das Spiel nicht. Ihr brettert nach Belieben über die Straßen des Eilands und nehmt je nach Laune verschiedene Aufträge an oder bestreitet Herausforderungen und Rennen gegen KI-Gegner oder, wenn ihr gerne online zockt, gegen menschliche Kontrahenten.

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Preisfrage: Wer überholt hier wen?
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Dabei gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Missionen/Spielmodi, die auch teilweise von den sieben verfügbaren Fahrzeugtypen abhängig sind. So führt ihr Kuriermissionen aus, bei denen die wertvollen Boliden möglichst keinen Kratzer abbekommen dürfen, wenn ihr die satte Bonuszahlung nicht verpassen wollt. Das gestaltet sich schwieriger, als es sich zunächst anhört. Wer kann schon seinen "Bleifuß" zügeln, wenn er am Steuer eines Lamborghini oder Ferrari sitzt?

Noch dazu machen einem die häufig unvorhergesehen abbiegenden KI-Fahrer nur allzu gerne einen Strich durch die Rechnung. Daher heißt es dann lieber auf "Schleichfahrt" zu gehen und ganz brav die Verkehrsregeln zu befolgen - auch wenn's in der Seele schmerzt.

Bling bling
An Abwechslung mangelt es wahrlich nicht. Wenn euch die höchst lukrativen Kuriermissionen zu langweilig sind, fahrt ihr Top-Modelle vom Einkauf nach Hause und erhaltet als Dank dafür Kleider-Coupons, mit denen ihr eure Figur ausstaffiert, nehmt Anhalter mit und rast natürlich in diversen Rennen gegen die Zeit, Widersacher oder legt "Bestzeiten" bei Radarfallen hin. Das alles natürlich immer mit dem Ziel, den eigenen Geldbeutel zu füllen, sich mehr Autos, Häuser und schönere Klamotten zu kaufen und sich in Online-Ranglisten zu etablieren.

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Das Dinner mit dieser streng guckenden Dame fällt teurer aus als erwartet!
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Während ihr kreuz und quer über die Insel rast, kommt natürlich auch der Sightseeing-Aspekt nicht zu kurz. Das Gute an Test Drive Unlimited ist, dass man niemals zu etwas gezwungen wird - unlimitierte Spielfreude eben. Wer einfach nur herumkurven möchte, um die Aussicht zu genießen, kann das jederzeit und so lange tun, wie er will. Als angenehmer Nebeneffekt werden dabei weitere Teile des Eilands für euch zugänglich - Orte, die ihr bereits besucht habt, könnt ihr auf der Map umgehend ansteuern. Alle anderen müssen erst persönlich aufgesucht werden, so z. B. der neue Autohändler, die Tuning-Werkstatt oder auch die Lackiererei (die jedoch erst mit einem siegreichen Rennen freigeschaltet werden will).

Auffällig ist jedoch, dass es auf der Insel trotz des durchaus vorhandenen Verkehrs keinerlei Fußgänger gibt. Ob das eine Design-Entscheidung war oder man schlicht nicht wollte, dass diese über den Haufen gefahren werden können? Möglicherweise hätten sie auch zu viel Performance verbraucht. Nicht in allen Missionen seht ihr euch mit fließendem (Gegen-)Verkehr konfrontiert. Oft genug bestreitet ihr eure Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und könnt einfach drauflos heizen.

Die Siege werden euch meist nicht allzu schwer fallen. Die KI-Fahrer der PC-Version können es kaum einmal mit euch aufnehmen und zeigen vor allem in Kurven gravierende Schwächen. Auch an das Handling der Fahrzeuge müsst ihr euch zunächst gewöhnen. Grundsätzlich orientiert sich Test Drive Unlimited eher an Simulationen denn an Arcade-Racer, und das merkt man deutlich.

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Nostalgiker nehmen natürlich mit der Cockpit-Perspektive vorlieb.
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Die Steuerung scheint zudem etwas schwammig und unpräzise, was vor allem deshalb schnell zum Nachteil wird, weil schon die kleinste Berührung mit anderen Vehikeln oder anderen Objekten zum Crash führt. Unfälle haben jedoch abgesehen vom Zeitverlust (oder dem Verlust von Boni bzw. Fahrgästen) keinerlei Auswirkungen. Weder gibt es ein Schadensmodell, noch werden dadurch die Fahreigenschaften beeinträchtigt.

Zusätzlich erschwert wird die Raser-Karriere gelegentlich durch plötzlich aufpoppende Fahrzeuge, denen man nur mit einer Notbremsung oder geschicktem Ausweichen entgehen kann. Von den im Vorfeld kolportierten technischen Fehlern ist uns aber abgesehen davon nichts negativ aufgefallen. Einige kleinere Mängel gab es jedoch bei der PS2-Version, wo sich beim Nutzen der Insel-Karte unschöne Grafik-Effekte bemerkbar machten. Außerdem war gelegentlich die Stimme des GPS-Navigationsgerätes verzerrt. Dafür ist es immerhin möglich, bei geeignetem TV-Gerät den 60 Hz-Modus zu nutzen. Ohnehin sieht die PS2-Fassung durchaus gut aus, auch wenn sie selbstverständlich weder mit PC noch 360 mithalten kann und vor allem bei den Streckendetails Abstriche gemacht werden müssen.

Inhaltlich gibt es wie bereits beschrieben einige Unterschiede So ist beispielsweise die Anzahl der verfügbaren Spielmodi etwas geringer und ihr müsst etwa auf Kurier- und Modellmissionen verzichten (selbst wenn man einmal davon absieht, dass den Online-Modus aus Gründen der geringen Verbreitung kaum ein PS2-Spieler nutzen wird). Darüber hinaus fallen so marginale Dinge wie das Einkleiden der eigenen Spielfigur weg, und auch die Anzahl von 80 Fahrzeugen ist deutlich geringer ausgefallen als beim PC. Einige Unterschiede gibt es zudem hinsichtlich des Gameplays.

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Verdammt, jetzt wird's eng. Und da kommen auch noch die Cops!
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So erhaltet ihr auf der PS2 Extrapunkte für Drifts und Sprünge und sogar fürs einfache Dahinfahren, diese werden in der Wertung für Meisterpunkte akkumuliert, mit denen man später - nein, wir wollen nicht alles verraten... Außerdem gibt es vor jedem Rennen die Auswahl über drei Schwierigkeitsstufen, wovon am Ende der ausgezahlte Betrag abhängig ist. Dazu sei noch erwähnt, dass die KI-Gegner selbst auf der Einstellung "normal" deutlich schwerer zu besiegen sind als auf dem PC und damit auch das Geldverdienen nicht ganz so einfach ist.

Aber auch auf der PS2 weisen die Kontrahenten dieselben Schwächen bei Kurvenfahrten auf, was man natürlich ebenso wieder zu seinem Vorteil nutzen kann. Die Konsolenversion nimmt den Gamer mehr bei der Hand und führt ihn auf Wunsch von einem Renn-Event zum nächsten. Das Gefühl der spielerischen Freiheit tangiert das jedoch in keinster Weise, denn nach wie vor ist es möglich, sich völlig frei auf der Insel zu bewegen. Die Einteilung in drei Renn-Klassen macht, nebenbei bemerkt, das Wiederholen der Rennen etwas umständlicher und kostet mehr Zeit. Störend macht sich zudem bemerkbar, dass es gar keine Rückansicht bzw. keinen funktionierenden Rückspiegel gibt, mit dem man die Konkurrenz im Auge behalten könnte.