Teil 4 der Terminator-Saga spaltet die Gemüter und sorgt für Streit in der gamona-Redaktion. Für die Einen ist der Film ein „krawalliger“ Sommer-Blockbuster, für die anderen ein überflüssiger, sinnentleerter Relaunch eines einst großartigen Kinomythos.

Das offizielle Spiel zum Film macht uns die Entscheidung umso leichter: „Terminator: Die Erlösung“ für PC, Xbox 360 und PS3 schrammt gerade so an der „goldenen Software-Himbeere“ vorbei und rettet sich mit Müh und Not ins untere Mittelfeld.

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Terminator 3.5

Als eine der wenigen Lizenz-Versoftungen erzählt „Terminator: Die Erlösung“ nicht einfach die Geschichte der Leinwandvorlage nach, sondern siedelt das Geschehen irgendwo zwischen dem dritten und vierten Kinofilm an. Ihr schlüpft in die Rolle von John Connor, stürzt euch in eine ausweglose Rettungsmission, deren Beweggründe völlig unklar bleiben, und richtet dabei eine Spur der Verwüstung in der Schaltzentrale Skynets an. Das Spiel transportiert den Plot genau so spannend, wie wir ihn hier beschreiben, nämlich ermüdend langweilig.

Terminator Salvation: The Future Begins - Die Erlösung für das Genre der Film-Versoftungen?

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Gestatten, Arnies Vorgänger, der T-800. Ein Grobian sondergleichen, der fehlende Intelligenz mit brachialer Gewalt und dicker Panzerung aufwiegt.
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Immerhin sind Charaktere, Gegner und Szenario dem Kinofilm entliehen. Dass der virtuelle Johnny-Boy dem Hauptdarsteller des Films, Christian Bale, genauso ähnlich sieht wie ein Porsche 911 einem Fahrrad, ist leicht erklärt: Der selbsternannte Videospiel-Fan Bale hat anscheinend bereits im Vorfeld die Mittelmäßigkeit des Spiels erkannt und sein Gesicht deshalb wohlweislich nicht zur virtuellen Umsetzung freigegeben. Weibliche Fans, die den Titel nur kaufen würden, um Herrn Bales Hintern wackeln zu sehen, hat „Die Erlösung“ damit automatisch bereits verloren. Core-Gamern ist’s wohl egal.

Die ärgern sich vielmehr über die hölzerne Inszenierung. Schlecht geschnittene, langweilige Zwischensequenzen, dümmliche Dialoge und immer gleiche Levelkonstruktionen sind eine Schmach für effektverwöhnte Games-Enthusiasten. Während im Film perfekt animierte Killermaschinen Furcht erzeugen, staksen im Spiel dröge dargestellte Metallskelette umher. Deren Auftritt ist noch dazu unverschämt kurz: Nach knapp fünf Stunden ist die Reise des virtuellen John Connor in „Terminator: Die Erlösung“ bereits wieder vorüber.

Packshot zu Terminator Salvation: The Future BeginsTerminator Salvation: The Future BeginsErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Dumm ballert schlecht

Gameplay-seitig orientiert sich Entwickler Grin (Ghost Recon, Bionic Commando) an der ebenfalls selbst entwickelten Film-Versoftung „Wanted“. In Third Person-Perspektive streift euer Alter Ego alias John Connor durch das verwüstete Los Angeles. Damit das Ganze nicht zum langweiligen Spaziergang verkommt, stellen sich ihm im Akkord Feindeswellen entgegen, die er gemeinsam mit KI-gesteuerten Charakteren unter Feuer nimmt.

Terminator Salvation: The Future Begins - Die Erlösung für das Genre der Film-Versoftungen?

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Gestatten, Arnies Vorgänger, der T-800. Ein Grobian sondergleichen, der fehlende Intelligenz mit brachialer Gewalt und dicker Panzerung aufwiegt.
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Was das Ganze mit „Wanted“ zu tun haben soll, fragt ihr euch? Ganz einfach: Ebenso wie im Profikiller-Spiel habt ihr gegen die anstürmenden Massen nur dann eine Chance, wenn ihr euch das 1:1 kopierte Deckungssystem zu eigen macht und vorsichtig vorgeht. Per Knopfdruck huscht ihr automatisch von Schutzwall zu Schutzwall, flankiert Feinde und fallt ihnen in den Rücken. Zumeist liegt dort deren Schwachstelle, wohingegen die Frontpartien bestens gepanzert sind und Kugeln wirkungslos abprallen lassen.

Schade nur, dass sich die Gegnertypen an einer Hand abzählen lassen und eure Mitstreiter die Intelligenz einer Amöbe aufweisen. Selbstlos wie wir nun mal sind, haben wir häufig das Feuer von Kontrahenten auf uns gezogen, damit unsere NPC-Kollegen freie Sicht auf ungepanzerte Stellen der Kontrahenten haben. Doch statt ungehemmt Magazin um Magazin zu entleeren, feuern sie zwei Schüsse, gehen ohne jeden ersichtlichen Grund sekundenlang in Deckung und wiederholen die Prozedur so lange, bis der Feind entweder eingeschlafen oder nach Minuten des Wartens dann doch endlich umgekippt ist.

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Jetzt wird’s haarig. Gegen eine solche Übermacht hilft nur der Einsatz des Raketenwerfers.
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Umgehen könnt ihr das Problem, indem ihr „Terminator“ gemeinsam mit einem, falls vorhanden, intelligenten Kumpel zockt. Im Koop-Modus via Splitscreen macht die Robo-Hatz nämlich deutlich mehr Spaß!

Nichtsdestotrotz bringt die erforderliche Ausnutzung von Schwächen in der Gegner-Verteidigung eine gewisse taktische Komponente mit sich. Das sorgt schlussendlich dafür, dass das Spiel nicht in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Zumindest Fans der Vorlage und beinharte Action-Puristen, die derzeit keinen anderen Titel auf der Speisekarte haben, dürfen einen Blick auf „Terminator: Die Erlösung“ wagen. Denn so mittelmäßig der Titel auch ist: Er ist das seit langer Zeit beste Spiel auf Basis der Lizenz.