Bereits seit Dezember 2008 prügeln sich die Charaktere der Spieleschmiede Capcom und des Anime-Studios Tatsunoko auf japanischen Wii-Konsolen und in fernöstlichen Arcades. Erst im Januar nächsten Jahres dürfen auch Amerikaner und Europäer die Wii-Mote auspacken und mit Ryu, Megaman und Co. gegen irrwitzige Manga-Figuren wie Tekkaman Blade oder Joe the Condor antreten.

Wenn ihr euch jetzt fragt, wer die letzten beiden sein sollen oder ob man Tatsunoko essen kann, dann geht es euch genauso wie uns. Trotz Capcoms hierzulande unbekannten Gegnern haben wir uns den neuesten Teil der Vs.-Reihe angesehen und verraten euch, was im Januar auf Wii-Spieler zukommt.

Tatsunoko vs. Capcom: Ultimate All Stars - Exklusiv: Yatterman-2-Ankündigung im VideoEin weiteres Video

Tatsu-was?

Das japanische Entwicklerstudio Capcom hat sich in seinen Versus-Prüglern schon mit vielen Helden anderer Welten gemessen, die prominentesten Beispiele sind wohl SNK (The King of Fighters, Fatal Fury) und Marvel (Spider-Man, IronMan). Die bekannteste Serie von Tatsunoko ist wahrscheinlich Neon Genesis Evangelion, aber gerade von diesem beliebten Anime gibt es keine Vertreter im Spiel. Stattdessen kloppen wir uns mit dem "weltberühmten" Ippatsuman aus der Serie "Gyakuten! Ipattsuman" oder mit diversen verrückten Charakteren wie Jun the Swan aus der Serie "Science Ninja Team Gatchaman".

Tatsunoko vs. Capcom: Ultimate All Stars - Simpel, überdreht, witzig

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Tekkamen Blade gegen Ryu - der Tatsunoko-Star teilt ordentlich aus.
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Da die meisten Animes von Tatsunoko nie den Weg über den großen Ozean geschafft haben, müssen es die bekannten Capcom-Helden rausreißen. Neben einem Standard-Roster aus Street Fighter-Kämpfern wie Ryu, Alex und Chun-Li gibt es auch erfreuliche Überraschungen bei der Charakter-Auswahl. So dürfen wir sogar mit Zombie-Schlächter Frank West aus Dead Rising oder Viewtiful Joe aus der gleichnamigen Jump&Run-Serie antreten. Mit 26 Kämpfern ist die Auswahl zwar solide, aber im Vergleich mit den 56 Charakteren aus dem kürzlich erschienenen Marvel vs. Capcom 2 recht dünn.

Japano-Overkill

Im Gegensatz zu Street Fighter verlässt sich Tatsunoko vs. Capcom auf ein simpleres Kampfsystem mit nur drei Tasten - jeweils eine für eine leichte, mittlere und schwere Attacke. Als Ausgleich dafür kämpfen wir aber nicht allein, sondern im Tag-Team, wählen also zu Kampfbeginn gleich zwei Charaktere aus, mit denen wir in den virtuellen Ring steigen. Per Knopfdruck wechseln wir zwischen unseren zwei Auserwählten und ein Teil des erhaltenen Schadens wird regeneriert, wenn ein Charakter gerade nicht aktiv ist.

Packshot zu Tatsunoko vs. Capcom: Ultimate All StarsTatsunoko vs. Capcom: Ultimate All StarsErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Dennoch erreicht der Titel nicht mal ansatzweise die Spieltiefe von Capcoms aktuellem Vorzeige-Beat'em up Street Fighter 4. Dafür hat man schlicht zu wenig Kontrolle über die Kämpfer. Die sogenannten "Assist"-Attacken des jeweiligen inaktiven Team-Mitglieds sind beispielsweise vorbestimmt und variabel und somit nicht gezielt einsetzbar. Kurzzeitiger Kampf in der Luft und eine simple Griff-Mechanik bringen etwas Abwechslung in die Klopperei.

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Die Spezialattacken sind besonders spektakulär.
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Bei der Choreographie und der Präsentation des kämpferischen Spektakels zieht Tatsunoko vs. Capcom alle Register. Ihr findet die Ultra-Kombos aus dem vierten Teil der Straßenkämpfer-Serie beeindruckend? Dann wartet mal ab, bis ihr die Spezialattacke des Sci-Fi Helden Tekkaman Blade erlebt oder Zeuge des Raketenangriffs durch den Kampfroboter PTX-40A aus dem Third-Person Shooter "Lost Planet: Extreme Edition" werdet. Der PTX-40A gehört zusammen mit der riesigen Kampfmaschine Golden Lightan, die aussieht wie ein gigantischer Fleischklopfer, zu den zwei Übergrößen im Roster, die besonders kräftig austeilen, aber keinen Partner an ihrer Seite haben.

Was Tatsunoko vs. Capcom aber wirklich unterhaltsam macht, ist der übertrieben schräge und typisch japanische Humor des Spiels. Man muss sich schon schwer zusammenreißen, um beim Anblick von Roll nicht laut loszulachen. Roll ist die kleine Schwester von MegaMan, reicht den meisten Charakteren gerade mal zur Hüfte und ist lediglich mit einem Wischmop bewaffnet. Wenn das unscheinbare Mädchen aber anfängt wie wild zu putzen und ihren Gegnern einen Eimer Wasser über den Kopf schüttet, sollten selbst die stärksten Kämpfer auf der Hut sein.

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Optisch überzeugt Tatsunoko vs. Capcom schon jetzt.
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Wer die Charaktere bereits aus ihren Ursprungs-Serien kennt, wird besonders viel Freude mit Capcoms neuem Prügelspiel haben. Frank West nutzt genau wie in Dead Rising Golf- oder Baseballschläger, um seine Gegner zu malträtieren und zieht sich bei einer seiner Spezialattacken ein MegaMan-Kostüm über, um den Feind mit einem gewaltigen Energiestrahl wegzublasen. Wenn die Lebensanzeige von Roll Null erreicht hat, dann explodiert sie wie ihr großer Bruder im 8-Bit-Klassiker und mit Ryu ist natürlich auch der Signatur-Move der "Street Fighter"-Reihe wieder mit dabei: Hadouken! Außerdem scheinen unsere Helden mehrere Milliarden Lebenspunkte zu haben, denn bei jeder entfesselten Kombo werden uns große Zahlen wie "2287392 Billion Damage!" eingeblendet.

Simpel, überdreht, witzig - Tatsunoko vs. Capcom macht in kleiner Dosis schon jetzt viel Spaß.Ausblick lesen

Statt wie Marvel vs. Capcom 2 auf zweidimensionale Sprites und Hintergründe zu setzen, verlässt sich Tatsunoko vs. Capcom auf einen stilsicheren Cel-Shading-Look, der mit seinen originalgetreuen Charakteren und spektakulären Effekten geschickt die technischen Schwächen der Wii kaschiert. Bei der Wahl des Controllers werden dem Spieler zudem sämtliche Freiheiten gelassen: Wiimote ob mit oder ohne Nunchuck, Classic- und Gamecube-Controller oder Arcade-Stick – alles funktioniert einwandfrei und ist eingängig.