Autor: Jörg Pitschmann

Neulich morgens nach durchfeierter Nacht: mit leicht verquollenen Augen schnappt sich Redakteur P. seine PSP und zieht sich zu einer längeren Sitzung ins heimische Badezimmer zurück. Mit leicht zitternden Händen startet er das Gerät.

Doch anstelle des erwarteten Autorennens, das ihn ins Reich der Lebenden zurückkatapultieren soll, zeigt sich plötzlich ein schräger blauer Vogel auf dem Bildschirm, der in bester Bill-Murray-Tonlage auf den erschütterten Schreiberling einplappert.

Und was noch schlimmer ist - das faselnde Federvieh erwartet auch noch Antworten… So oder ähnlich könnte sich der erste Kontakt des unbedarften Handheld-Zockers mit Sonys neuestem Streich für das kleine Schwarze abspielen.

Denn mit »Talkman« betreten die findigen Japaner erstmals das Gebiet der aktiven Sprachsoftware - oder besser »Sprechsoftware«, denn hier geht es nicht um akustische Steuerung, sondern um die unterhaltsame Vermittlung von Fremdsprachen. Und damit die PSP auch hören kann, was man sagt, haben die Entwickler ihr eigens ein Mikrofon spendiert. Wir haben uns mit Sonys Handschmeichler unterhalten.

Hör zu!
»Talkman« ist kein Spiel im eigentlichen Sinne. Stattdessen soll es auf spielerische Weise den Bogen zwischen Education und Entertainment spannen und so den Blick für neue Horizonte auf Sonys Klavierlackschönheit öffnen.

Talkman - Quatschen mit der PSP. Geht nicht? Doch - mit Talkman!

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Dabei ist das Prinzip des Schwafelns und Zuhörens auf Taschenkonsolen nicht neu. Immerhin hat die umtriebige Konkurrenz von Nintendo den DS von Hause aus mit einem Mikrofon versehen und stellt seit Erscheinen der kleinen Klappkonsole ein ums andere Mal unter Beweis, was für Spielkonzepte sich damit verwirklichen lassen.

Offenbar möchte Sony diesem Trend nicht hinterherhinken und hat seine fleißigen Entwickler ein Mikrofon konstruieren lassen, das zusammen mit »Talkman« ausgeliefert und einfach über die USB-Buchse mit der Konsole verbunden wird.

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Soweit, so gut. Doch leider erweist sich das Mikrofon als echter Flaschenhals bei der Sache. Denn das runde Plastikrohr ist bedauerlicherweise ein wenig instabil geraten. So kann es passieren, dass man verzweifelt versucht mit dem blaugefiederten Hauptdarsteller namens Max zu kommunizieren und sich die Stimme aus dem Leib brüllt - bis man entdeckt, dass das gute Stück nicht passgenau in der Anschlussbuchse sitzt und deshalb nicht funktioniert.Das dämpft die Stimmung ein wenig, denn mit angeschraubter Brülltüte passt die schlanke PSP in keine Schutzhülle mehr.

Also muss man das Mikrofon entweder nach jedem Gebrauch wieder abschrauben, oder man transportiert das Handheld ohne Kondom durch die Gegend.

Wer das lustige An- und Abschrauben des Teils auf sich nimmt, den erwartet zumindest ein amüsantes Stück Software. Nach dem Start stellt sich Vogel Max erstmal vor und liefert auf Wunsch eine Einführung in das Konzept von »Talkman«.

Ausgangspunkt jeder Aktion ist die virtuelle Wohnung des Schnabelschwaflers. Das Wohnzimmer fungiert dabei als Spielzentrale.

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Hier wählt man aus, ob man - vorgegebene - Textbausteine in fremde Zungen übersetzen lässt, seinen Sprachwortschatz trainiert, indem man von Max vorgetragene Sätze in der gewählten Sprache nachplappert oder die richtige Bedeutung eines Satzes bestimmen möchte. Obwohl der Übersetzungspart einige interessante Ansätze bietet, ist dieser Teil nicht wirklich gelungen.

Zwar bietet das Programm zu den unterschiedlichsten Themen - wie zum Beispiel »Einkauf« oder »Nachtleben« - vorgefertigte Sätze, doch die Auswahl ist dabei pro Thema sehr beschränkt.In insgesamt fünf Fremdsprachen kann man »Talkman« einsetzen. Zur Auswahl stehen neben Englisch und Französisch noch Italienisch und Spanisch sowie Japanisch (!). Pro Sprache wurden dem Programm etwa 6000 Vokabeln spendiert, wobei sich die Entwickler in der Auswahl an besonders häufig benutzten Worten orientiert haben.

Doch leider bieten die vorgegebenen Sätze allenfalls einen Gesprächseinstieg, eventuelle Nachfragen oder gar weitergehende Informationen finden praktisch keine Berücksichtigung.

Außerdem dauert es unverhältnismäßig lange, bis man den guten Max dazu gebracht hat, einem fremdländischen Gegenüber den Satz seiner Wahl zu vermitteln. Hinzu kommt die mangelhafte Lautstärke der PSP, die beispielsweise eine Kommunikation in lautem Umfeld praktisch unmöglich macht. Es sei denn, die Beteiligten wechseln für jeden Satz fröhlich den Kopfhörer.

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Das jedoch dürfte eine flüssige Verständigung eher schwierig machen. Immerhin finden sich die gewünschten Aussagen auch schriftlich auf dem Bildschirm der PSP. Das könnte über so manches Tonproblem hinweghelfen.

Da jedoch auch die angebotenen Antwortmöglichkeiten eher spartanisch ausfallen, wird »Talkman« als Übersetzungsprogramm wohl kaum über den Stellenwert eines lustige Gadgets hinausgehen. Reden Sie mit uns! Besser verhält es sich da schon mit dem Spielpart des Programms.

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Beim »Aussprache-Spiel« kommt es darauf an, Sätze möglichst ähnlich zur Vorgabe nachzuplaudern.

Das Prinzip ist übersichtlich und motiviert zum Weitermachen, denn das Ziel ist es, über korrekt nachgesprochene Sätze nach und nach ein Bild zu vervollständigen, das in 25 Quadrate aufgeteilt und zunächst komplett verdeckt ist.

Für jeweils fünf erfolgreich absolvierte Redewendungen oder Sätze wird eines der Teile aufgedeckt. Das verschafft einem durchaus eine mehrstündige Beschäftigung.

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Doch einen großen Wiederspielwert hat das ganze nicht, da hierfür der zur Verfügung stehende Sprachschatz nicht groß genug ist und man die meisten Redewendungen über kurz oder lang verinnerlicht haben dürfte. Doch es gibt ja noch das »Zuhörspiel«.

Dabei muss man aus vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten auf eine Frage in fremdländischer Zunge die richtige Antwort herausfinden. Auch hier führen jeweils fünf erfolgreich absolvierte Übungen zur Freigabe eines von 25 Bildteilen. Übrigens: Bewertet wird man natürlich auch.

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Je nachdem, wie gut oder wie schlecht man sich dabei anstellt, vergibt Max Noten von A bis D, wobei A für »Perfekt« steht, während man bei D um seine Versetzung fürchten muss.

Ein weiterer Pluspunkt von »Talkman« ist die Vertonung. Flügelschwinger Max labert mit der deutschen Synchronstimme von Bill Murray, und die Sprachbausteine sind allesamt ordentlich und verständlich eingesprochen - zumindest, soweit wir das mit unseren bescheidenen Englisch- und Französischkenntnissen beurteilen können.

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Auch grafisch ist dem Programm nichts vorzuwerfen. Die comichafte Präsentation ist zwar innovationsfrei, geht aber völlig in Ordnung. Die kleinen Animationen bei Szenenwechseln oder während der Spiele sind ebenfalls niedlich anzuschauen. Einzig die langen Ladezeiten zwischen den Abschnitten beanspruchen die Geduld des lernfähigen Zockers.

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Wer auf der Suche nach neuen Unterhaltungskonzepten für Sonys kleinen Alleskönner ist, sollte sich »Talkman« mal näher anschauen. Wer allerdings für seine Reise ein echtes Übersetzungstool sucht, der greift besser zum guten, alten Polyglott oder kauft ein gutes Wörterbuch.

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Auch grafisch ist dem Programm nichts vorzuwerfen. Die comichafte Präsentation ist zwar innovationsfrei, geht aber völlig in Ordnung. Die kleinen Animationen bei Szenenwechseln oder während der Spiele sind ebenfalls niedlich anzuschauen. Einzig die langen Ladezeiten zwischen den Abschnitten beanspruchen die Geduld des lernfähigen Zockers.

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Wer auf der Suche nach neuen Unterhaltungskonzepten für Sonys kleinen Alleskönner ist, sollte sich »Talkman« mal näher anschauen. Wer allerdings für seine Reise ein echtes Übersetzungstool sucht, der greift besser zum guten, alten Polyglott oder kauft ein gutes Wörterbuch.