Tales of Monkey Island – Test

PC

Kurz vorm Finale - Guybrush vor Gericht!

von Thomas Goik, 02. November 2009 09:36 Uhr

Dramatik kurz vor Schluss

Die Geschichte um LaEsponga "nicht ganz so" Grande und die Voodoo-Pocken von LeChuck nimmt endlich richtig Fahrt auf, The Trial and Execution of Guybrush Threepwood überrascht mehr als einmal mit unerwarteten Storywendungen und dramatischen Enthüllungen. An zwei Stellen wird die Episode sogar richtig ernsthaft, was zunächst untypisch für das alberne Abenteuer wirkt, sich aber schnell als echter Motivationsschub herausstellt: Nach keiner anderen Episoden wollten wir so sehr wissen, wie es weitergeht.

Auf Flotsam treffen wir neben dem Marquis DeSinge viele Bekannte aus Episode 1, etwa den Porzellan-Piratensammler D'Oro, der nicht nur ein Auge verloren hat, sondern auch gleich zu unseren Anklägern gehört. Morgan LaFlays Charakter wird weiter ausgebaut, Guybrush ist verständlicherweise nicht gut auf die Verräterin zu sprechen. Auch LeChuck und Elaine rücken endlich wieder in den Mittelpunkt der Geschichte und vollenden zusammen mit der Voodoo-Lady die Star-Besetzung dieser Folge. Zwar freuen wir uns über das Schlitzohr Stan, aber vermissen auch gleichzeitig den sprechenden und körperlosen Totenkopf Murray, der mit seinem Größenwahn der vorherigen Episode viele Lacher beschert hat.

Screenshot zu: Kurz vorm Finale - Guybrush vor Gericht!Stan beweist auch in der Tales-Reihe seinen ausgeprägten Sinn fürs Geschäft.

Bei der Präsentation hat sich nicht viel getan, Folge 4 der Insel-Rätselei basiert auf dem gleichen, technisch schwachen Grundgerüst, wie die vorherigen Episoden. Comicstil und die hervorragenden Animationen hauchen den Charakteren Leben ein, und es fällt auf, dass Telltale Games zunehmend auf düstere Areale setzt, um die schicken und stimmungsvollen Lichteffekte zu betonen – Stans Leuchtreklame hüllt die Docks von Flotsam Island in ein stimmiges Neonblau, die Bar überzeugt mit klassischem Kerzenlicht-Ambiente. Der Dschungel kommt aber genauso trist daher, wie schon in Launch of the Screaming Narwhal.

Was bei der Grafik fehlt wird mit der Soundkulisse wiedergutgemacht: Fantastische Sprecher, atmosphärische Hintergrundgeräusche und ein Musikmix aus altbekannten und neuen Karibik-Klängen lassen einen in das Piratenabenteuer eintauchen. Gerade Stans typische Begleitmusik geht uns einfach nicht mehr aus dem Kopf.