System Shock 3? System Shock, das Reboot? Es sind wahrlich fantastische Zeiten für Fans des Sci-Fi-Klassikers, denn nicht nur arbeitet System-Shock-Schöpfer Warren Spector an einem dritten Teil, nein, auch das erste System Shock beamt sich als Reboot auf die PS4.

Das System-Shock-Reboot bringt die verrückte SHODAN zurück auf die PS4 – und sie klingt wunderbar böse:

System Shock - Unreal Pre-Alpha Trailer Nightdive Studios

In unserer Und was machen sie jetzt?-Serie werfen wir ein oder gleich zwei Äuglein auf die Legenden der Videospiel-Landschaft, verfolgen den Werdegang von Genies wie den Schöpfern von Final Fantasy, Half-Life oder Diablo und analysieren, woran die Spielegötter heute arbeiten. Dieses Mal dabei: System Shock und sein Vater Warren Spector.

System Shock 3: Und was machen sie jetzt? - SHODAN kommt zurück – und das gleich zweimal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 1/61/6
System Shock 3: Ja, ein neuer Teil wird kommen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Warren Spector. Eine Legende des Sci-Fi-Genres, oft seiner Zeit voraus und im Rückblick ein Game Designer, der die Art und Weise, wie Spiele heute funktionieren, geformt hat: Wing Commander, System Shock, Ultima Underworld: The Stygian Abyss, Thief und nicht zu vergessen: Deus Ex. Während die besten Game Designer und Entwickler während ihrer Karriere an einem großen Titel arbeiten und damit in die Videospielgeschichte eingehen, ist Spector der Schöpfer von gleich mehreren Klassikern, an wir noch immer gern zurückdenken.

Warren Spector: Mit Stift, Papier und MS-DOS

Bevor Spector mit Wing Commander seinen ersten Hit landet, arbeitet er sechs Jahre für Steve Jackson Games und TSR, wo er unter anderem Pen-&-Paper-Spiele in der Welt von Dungeon & Dragons schreibt. Seine Wurzeln als Geschichtenerzählen reichen jedoch bis in sein letztes Werk; mit Wing Commander, System Shock und anderen Blockbustern fand er immer neue Wege, den Spieler in die Welt zu zerren und nicht mehr loszulassen.

System Shock 3: Und was machen sie jetzt? - SHODAN kommt zurück – und das gleich zweimal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 1/61/6
Wing Commander: Erinnert ihr euch?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Im Prinzip versuche er schon seine ganze Karriere über, in seinen Computerspielen jenes Gefühl aufleben zu lassen, dass er mit dieser (D&D-) Spielerrunde erlebt habe”, verrät Gamersglobal in einem Interview mit Spector. Mit 34 Jahren wechselt er aus dem Stift-und-Papier-Business zu Origin, wo er an Ultima 6 und Wing Commander arbeitet. Origin Systems (bevor sie von EA aufgekauft und später mehr oder weniger geschlossen wurden) könnte auch als großer Bruder von Looking Glass Studios bezeichnet werden, die Firma, welche Spector später aufnimmt. Und zwar, um Spiele wie Ultima Underworld, System Shock und Thief zu kreieren.

Über EA, Tomb Raider und Command & Conquer

Alles ist verbunden. Ganz besonders in der Videospielindustrie, in welcher die finanziellen Probleme eines Publishers oft Opfer nach sich ziehen: Während das Tomb-Raider-Schiff Eidos Interactive zu sinken droht, kentert Looking Glass Studios, der Grund: kein Geld mehr. Eidos war im Vorfeld verantwortlich für die Vermarktung der Spiele des Studios.

System Shock 3: Und was machen sie jetzt? - SHODAN kommt zurück – und das gleich zweimal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 1/61/6
Command & Conquer im RPG-Genre – wie das wohl ausgesehen hätte?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Ergebnis: Mehrere Titanen der Videospielindustrie suchen eine neue Arbeit, darunter Warren Spector. Kein Wunder also, dass einige Studios die Chance ergreifen und ihre Griffel nach den bekannten Entwicklern und Produzenten ausstrecken: EA bietet Spector an, Command & Conquer auf seinem Weg ins Rollenspiel-Genre zu begleiten, doch Ion-Storm-Gründer John Romero kommt ihnen zuvor: “Unterschreibe den Vertrag (mit EA) nicht. Arbeite für Ion Storm und entwickle das Spiel deiner Träume.”

Heraus kommt Deus Ex – und später Thief 3: Deadly Shadows. Amüsant ist jedoch, dass Ion Storm später von Eidos Interactive übernommen wird, ehe es ebenso wegen finanzieller Schwierigkeiten schließen muss. Auch dieses Mal verlässt Spector das sinkende Schiff, bevor es gänzlich im Abgrund versinkt. Nächstes Ziel? Half-Life natürlich.

Half-Life: Eine weitere verlorene Episode

Warren Spector scheint sich das Ziel gesteckt zu haben, an jedem großen Sci-Fi-Videospiel mitzuwerkeln. Als er und einige ehemalige Mitglieder von Ion Storm Junction Point Studios gründen, geht es ins Half-Life-Franchise: Spector entwickelt eine Erweiterung zum Spiel, in der er insbesondere auf Ravenholm und Freemans Leben eingehen will.

System Shock 3: Und was machen sie jetzt? - SHODAN kommt zurück – und das gleich zweimal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 1/61/6
Spector arbeitete an einer Half-Life-Episode, die nie veröffentlich wurde
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Außerdem: Eine Magnet-Waffe sollte im Mittelpunkt eures Arsenals stehen, die im Gegensatz zur Gravity-Gun einen Ball ausstößt, der im Raum alles Metall an sich zieht. Klingt super, oder? Nur leider ist die Episode nie erschienen. Disney übernimmt Junction Point Studios und lässt Spector stattdessen an Epic Mickey arbeiten, ein Wii-Spiel, das mittelmäßige bis gute Kritiken einsteckt und 2 Millionen Kopien in Nordamerika und Europa verkauft.

Epic Mickey 2 floppt einige Zeit später und Junction Point Studios wird von Disney geschlossen. Wir schreiben das Jahr 2012 und die Half-Life-Community leckt noch immer ihre Wunden. Das Schicksal ist dem Franchise wahrlich nicht wohlgesonnen.

System Shock 3: Und was machen sie jetzt? - SHODAN kommt zurück – und das gleich zweimal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 1/61/6
Die neue SHODAN im System-Shock-Reboot
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

SHODAN kehrt zurück: System Shock 3 und ein Reboot

Sch-schau dich an, H-h-hacker. Ei-ei-eine erbärmliche Kreatur aus Fleisch und Knochen, die keu-keuchend und schwitzend durch meine Korridore rennt. Wie kannst du eine p-perfekte, unsterbliche Maschine herausfordern?” - SHODAN

Zumindest gibt es Hoffnung für System Shock. Spector verlässt 2013 mit inzwischen 58 Jahre die Industrie nach seiner Liaison mit Disney und unterrichtet Studenten an der University of Texas. Aber so ganz lässt ihn seine Vergangenheit nicht in Ruhe: Sein ehemaliger Looking-Glass-Kollege Paul Neurath gründet das Studio OtherSide Entertainment und lädt Spector 2016 ein, an System Shock 3 mitzuwirken. Zum Glück kann die Sci-Fi-Legende nicht widerstehen.

Bilderstrecke starten
(12 Bilder)

Es geht voran: System Shock 3 ist zwar noch in einer recht frühen Phase der Entwicklung, doch nachdem Starbreeze den Vertrieb übernommen und 12 Millionen Dollar in das Spiel gesteckt hat, können wir zuversichtlich nach vorn blicken. Außerdem basteln Nightdive Studios inzwischen an einem Reboot des Spiels, das ihr auf der offiziellen Seite unterstützen könnt. Wenn alles nach Plan verläuft, soll es schon 2018 auf PS4, Xbox One und den PC wandern.