Im Jahre 1993 gab es schon einmal ein Spiel namens Syndicate. Damals war man als Kommandant eines Konzerns unterwegs, der ein Team von vier Agenten steuerte und als „Mann fürs Grobe“ die Feinde des eigenen Syndikats auslöschen musste. Die Handlung war in einer nicht all zu fernen Zukunft angesetzt, in der Menschen mittels Kybernetik und Computerchips aufgewertet werden können. Es ist natürlich klar, dass die einzelnen Syndikate um die Vorherrschaft auf diesem Marktsektor kämpfen und daher hochgezüchtete und auf diese Weise verbesserte Agenten in Gefechte schicken, um Technologien zu klauen.

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In der 2012 erscheinenden Neuauflage dieses Stoffes, der von Starbreeze ("Chronicles of Riddick") produziert und von EA veröffentlicht werden wird, schlüpft der Spieler in die Rolle eines jener Agenten. Allerdings wird der Strategieanteil somit völlig ausgelöscht. Das Remake ist ein Shooter. Ein Shooter, der jedoch dem futuristischen Setting Rechnung trägt. Ein Gewissen ist hier völlig fehl am Platz. So kann der Spieler mittels „Breaching“ die Soldaten der Gegenseite hacken, so dass deren Chips verrückt spielen und sie sich praktischerweise selbst erschießen oder das Feuer auf ihre Kameraden eröffnen.

Auch Wissenschaftler oder unbewaffnete Mitarbeiter des infiltrierten Feindkonzerns werden als Gegner angesehen und beispielsweise von dem Partner des Spielers kaltblütig erschossen. Überhaupt geizt das Spiel nicht mit expliziter Darstellung von Gewalt. Das Ganze sieht nicht überzogen aus, stellt aber recht anschaulich dar, was passiert, wenn ein menschlicher Körper mehrmals von Kugeln getroffen wird.

Syndicate - Die dunkle Seite von Deus Ex

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Syndicate ist knallhart.
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Syndicate verfügt aber abseits der üblichen Shootermechaniken auch über Elemente, die einem Rollenspiel entlehnt sind. So kann man den Charakter upgraden, um bestimmte Elemente wie beispielsweise einen Adrenalinrausch einzusetzen (mehr Schaden, Zeitlupe, erhöhte Schadenresistenz). Diese Upgrades müssen aber freigeschaltet werden und hier wird Syndicate richtig widerlich. Für eine solche Verbesserung ist natürlich Technologie vonnöten. Und wo bekommt man die her? Natürlich aus bestimmten Gegnern!

Diese haben nämlich auch solche Chips im Kopf und wenn man die haben will, muss man sie sich eben holen. Einige versuchen zwar ihren Chip zu schützen, in dem sie sich eine Kugel in den Kopf jagen, aber da es das Missionsziel ist, gerade diesen Chip zu holen, verfehlen sie natürlich das Wunderwerk der Technik und sterben umsonst.

Packshot zu SyndicateSyndicateErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Nun packt man sich die Leiche und holt ein kleines und unheimlich fies aussehendes Instrument hervor. Schön animiert wird das dem Toten nun ins Ohr gerammt, woraufhin es kleine Tentakel ausfährt, die dem Pechvogel das begehrte Upgrade aus dem Hirn ziehen. Der erste Gedanke: Zum Glück ist der Mann schon tot! Man wird sich fragen, woher ich das mit den Tentakeln weiß, sind sie doch im blutüberströmten Kopf des Kontrahenten und damit eigentlich unsichtbar.

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Die Robotersicht. Und Tentakel.
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Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei dem Spielcharakter um einen stark verbesserten Cyborg. Und der hat naürlich Röntgenaugen, mit denen er die Tentakeln im Kopf des anderen gut sehen kann. Außerdem kann man auch scharf erkennen, wo sich die Upgrades befinden.

Die Inszenierung von Syndicate ist eben so gewaltig wie gut gemacht. Die „Breaching“-Fähigkeiten des Protagonisten sind sinn- und auch stilvoll in Szene gesetzt, die Ballereien sehen stark aus und wirken ungemein realistisch. Also zumindest soweit man das bei einem Shooter sagen kann, der in einer hoch technisierten Zukunft spielt. Die explizite Gewaltdarstellung mag nicht jedermanns Sache sein, kann sogar durch ihre Kaltblütigkeit übel aufstoßen, zeugt aber von einer konsequenten und glaubwürdigen Umsetzung eines menschenverachtetenden Konflikts um die Monopolstellung auf dem Technikmarkt.