Nostalgie ist eine eigenartige Sache. Bei unseren Rückblicken tendieren wir Spieler dazu, alles ein bisschen zu verklären, durch unsere verwässerten Quadratäuglein jedes Pixelabenteuer als epische Reise wahrzunehmen, ganz egal, ob es tatsächlich gut war oder nicht. Und dann kommt einer daher, kauft sich einen dieser legendären Namen und macht etwas ganz anderes draus – großes Tennis.
Kompetent, kurz und krachplatt. Syndicate will viel, schafft wenig und hinterlässt trotz guter Action einen fahlen Nachgeschmack.FazitEs gibt Leute, die behaupten, ein Spiel wie das alte Syndicate ginge heutzutage gar nicht mehr, und vom finanziellen Standpunkt her wird man ihnen zähneknirschend zustimmen müssen. Kein aktueller Publisher, der in der Szene irgendwas zu sagen oder vermarkten hat, würde sich auf eine Iso-Taktik-Ballerei wie die Kapitalismus-Dystopie aus dem Hause Bullfrog einlassen. Es sei denn natürlich, man holt ein fähiges Shooter-Studio wie Starbreeze ran (unter anderem die Macher von The Darkness und The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena) und modelt das ganze Teil auf FPS. Doch dann sei die Frage erlaubt: Wozu überhaupt die Lizenz?
Wahrscheinlich, weil generische Cyberpunk-Universen in der Industrie wie Pilze aus dem Boden schießen und man ein Profil braucht. Ein altes Franchise zu reaktivieren ist immer noch leichter, als ein neues zu etablieren, und vielleicht, nur vielleicht, macht man trotz des Seitensprungs ins Ballergenre ein paar alte Fans neugierig. Wie mich zum Beispiel – als ich erst akzeptiert hatte, dass Syndicate nicht wirklich Syndicate sein würde, war ich gespannt, freute mich. Starbreeze kann tolle Shooter machen, und möglicherweise haben wir hier einen echten Gewinner an der Hand.
Starbreezes Zukunft kann sich sehen lassen, aber viel steckt nicht dahinter.Doch was macht man aus einer Lizenz, die bislang keine Geschichte, sondern nur dichte Atmosphäre zu bieten hatte? Im Grunde bedeutet es carte blanche, eine Möglichkeit, eine eigene und faszinierende Geschichte zu erzählen – was aber, wenn man das vielleicht gar nicht so gut kann? Werden sich die Spieler von satter Action ab- und Deus Ex wieder zuwenden, wenn die Handlung nicht mitreißt?
Denn die erste und ernüchternde Berichterstattung von der Front ist: Das tut sie nicht. Syndicate erzählt irgendwas, irgendwie, aber bei mir kommt im Grunde nur weißes Rauschen an. Eine Story mit gerade mal vier Charakteren, drei, wenn man den mal wieder wortlosen Helden mit dem schön bescheuerten Namen Kilo abzieht. Die anderen drei sind schale Abziehbilder aus der Retorte: Der Corp-Chef ist der böse Obermotz. Dann wäre da der Kollege, der später zum Widersacher wird, und die Dame, die der Stein des Anstoßes für die Handlung ist: Biochemikerin verrät ihren Konzern, der Cyborgs wie Kilo mit bestimmten Chips ausstattet, und bei der Suche nach ihr stößt unser Held auf üble Machenschaften und RAAAAAAUSCH.
Zu allem Überfluss ist dem Autor von Syndicate im letzten Moment offenbar noch eingefallen, dass jedes Werk mit Cyborgs, gerade im Cyberpunk, die Frage nach der Menschlichkeit künstlichen oder modifizierten Lebens stellen muss – eben die Frage, ob Androiden von mechanischen Schafen träumen oder ob modifizierte Menschen auch modifizierte Seelen haben. Anstatt also als zentrales Thema des ganzen Spiels auf solche Fragen hinzusteuern, stolpern wir mit Kilo im letzten Spieldrittel unbeholfen von einer Brachialmoralisierung zur nächsten. All das kulminiert in einem Finale, dessen Blöd- und Abruptheit ihresgleichen suchen.
Aber am Ende bleibt nur krachplattes Geballer - auch im Koop-Modus.Es ist wirklich zum Heulen, und wer vermutet, dass man ohne künstliche Streckung aus so einer Grundlage nur bedingt viel Spiel herausholen kann, liegt richtig – in der gamona-Redaktion flimmerte bereits nach etwa fünf Stunden der Abspann. Das ist schon hart an der Grenze der Zumutbarkeit, ich vertrete aber die Ansicht, dass fünf Stunden intensives und cooles Spielerlebnis mehr wert sind als zwanzig Stunden sich dröge dahinschleppendes Rumgesumpfe. Ist Syndicate also, wie sein Protagonist, ein äußerst fähiger Hybrid, der auf Action gebürstet ist? Oder ist es, ebenfalls wie sein Protagonist, ein eher persönlichkeitsloses Halbwerk, das nichts zu sagen hat?
Der stumme Cyberklops Kilo hat also einen Chip im Kopf, wie eigentlich auch sonst jede Person, die er trifft. Doch Kilo ist auf den Kampf spezialisiert, und während ihm das natürlich regenerative Lebensenergie und Know-How mit sämtlichen Ballermännern beschert, ermöglicht es ihm auch, mit den Chips seiner Gegner Schindluder zu treiben. Nachdem mit dem Steuerkreuz eine von drei Fähigkeiten ausgewählt wurde, muss man bei einem der Feinde ein fixes Reaktionsminispiel absolvieren, ganz ähnlich dem "Active Reload" bei Gears of War. Ist sein Timing besonders gut, ist der Effekt zudem stärker.
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Und nur von einer "Dienstleistung" bei Prostitution zu sprechen, finde ich zumindest besprechenswert.
Schon gewusst, dass in jedem Land auf dieser Erde nach der eventuellen Legalisierung von Prostitution auch gleichzeitig die Verbrechen an Frauen und Frauen die sich prostituieren, gestiegen ist, und zwar enorm? Von der Haltung gegenüber Frauen und Prostituierten sollte ich gar nicht erst anfangen, da reicht es aus wenn man sich zeitgenössische Musik anhört.
Ich halte nichts davon einen Menschen wie Ware zu behandeln, Dienstleistung hin oder her- ein Mensch hat keinen Preis.
Troll over
Make your return to Arcadia in this amazingly innovative First Person Shooter and protect Stark from the Alienzombie invasion, lead by that nasty guardian who turned out to be a Nazi after all.
Since we forced all employees to play the original, it's going to be PERFECT! Preorder now and get the exclusive April Ryan underwear DLC at launch day!
Opfer? Täter??
Hallo?
Das ist eine Dienstleistung, für die man bezahlt, kein Verbrechen. Wenn du damit ein Problem hast, dann geh nicht hin und verurteil eine ganze Branche dafür, dass du damit nicht klar kommst.
Das mit dem "Drecksack" tut mir leid und wird wieder zurück gezogen, da bin ich wohl übergekocht.
Na da kennt sich aber einer aus ;)
So ist es. Ich hatte keinerlei Verunglimpfung, Diskriminierung oder Ähnliches im Sinn. Ich wollte nur ausdrücken, daß Syndicate bestenfalls ein kurzes und teures Vergnügen ist, das einen aber nicht berührt, prägt, einem hängenbleibt. Eben keine große Liebe.
Und wer aufgrund eines einzigen Satzes in einem Test meint, jemanden als widerlichen Drecksack bezeichnen zu müssen, sollte sich ein wenig an die eigene Nase fassen.
Es ist von Starbreeze da sollte man mal ne Ausnahme machen.
Spiele die man gerne gespielt hat und an die man sich noch Jahre später gerne erinnert, verkauft man auch nicht. Man holt sie irgendwann wieder aus dem Regal und spielt sie wieder durch. Kann mir nicht vorstellen, dass es bei Syndicate jemand machen würde. Und dann soll man dann noch einem, um die Quailtät geprellten Kunden, der für den Mist seine hart verdiente 50€ hingeblättert hat, erklären, dass er es nicht weiter verkaufen darf. Hö hö hö...