SWAT 4: The Stetchkov Syndicate (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Vor fast genau einem Jahr hat Vivendi Universal Games mit SWAT 4 einen richtig guten Taktik-Shooter ins Rennen geschickt, der bei Gamern und Presse gleichermaßen gut angekommen ist.

Der jüngste Spross der SWAT-Reihe zählt nicht zuletzt aufgrund seiner realistischen Darstellung von Polizeieinsätzen zu den besten Vertretern seines Genres. "The Stetchkov Syndicate" (TSS) erweitert das Hauptspiel nicht nur um eine Reihe von Missionen, die erstmals über eine zusammenhängende Story verfügen.

Auch neue Waffen, mehr Ausrüstung und ein neuer Koop-Modus lassen die Herzen der Fans schneller schlagen. Ob sich die Aufregung wirklich lohnt, verrät euch unser Test.

SWAT steht noch immer für "Special Weapons and Tactics", eine Spezialeinheit der US-Polizei. Diese Jungs rücken immer dann an, wenn die Cops mit ihrer Ausrüstung überfordert sind. SWAT (4) steht aber auch für einen der realistischsten Taktik-Shooter überhaupt, bei dem der Spieler die Führung eines fünfköpfigen Einsatzteams übernimmt, um brenzlige Situationen zu lösen.

Das hat sich im Vergleich zum Hauptprogramm auch bei TSS nicht geändert. Im Gegenteil, alle Hauptaspekte des Gameplays sind unangetastet und unverändert geblieben. SWAT-Veteranen werden deshalb nicht zum Umdenken gezwungen, können aber einige der neuen Features zu ihrem Vorteil einsetzen. Doch der Reihe nach.

SWAT 4: The Stetchkov Syndicate - Aufpolierte Taktik für Spezialeinsätze: Wir waren erneut auf Verbrecherjagd!

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Der Untertitel der Expansion deutet es schon an: dieses Mal hat es die vom Spieler geführte Spezialeinheit nicht nur mit einem ganzen Verbrechersyndikat zu tun, das ihn in einer einzigen Mission auf Trab hält. Die Entwickler haben versucht, einem der größten Kritikpunkte des Hauptspiels zu begegnen: Unzusammenhängende Missionen, die lediglich in einer losen Ordnung hintereinander abgespult werden und keinen Bezug zueinander haben.

Das soll mit TSS anders werden, alle sieben Missionen haben einen übergeordneten Handlungsrahmen verpasst bekommen.

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Das titelgebende Syndikat handelt mit Waffen und Drogen und trägt damit die Saat des Verbrechens in eine nicht näher bezeichnete Stadt. Klar, dass sich die Staatsmacht das nicht gefallen lassen darf. Als die Gewaltspirale eskaliert, wird das SWAT-Team zum Einsatz befohlen. Viel von dieser Hintergrundgeschichte bleibt beim Spieler aber trotzdem nicht hängen. Dazu werden die Story-Elemente nicht eindringlich genug - etwa mit Cutszenes - vorangetrieben, sondern lediglich mit Missionsbeschreibungen visualisiert. Um wirklich Spannung zu erzeugen und den Spieler in die Handlung zu vertiefen reicht das natürlich nicht aus.Das spannende Gameplay kompensiert die weiterhin vorhandenen Story-Schwächen allerdings.

Auch die sieben neuen Missionen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Irgendwo in der Stadt ist etwas passiert, es wurden Geiseln genommen und die Lage ist nicht eindeutig. Bevor wir aber am Schauplatz des Geschehens eintreffen, können wir uns in einer Einsatzbesprechung die wichtigsten Daten über das Gebäude beschaffen, unser Team mit Waffen und zusätzlicher Ausrüstung versorgen und die Einsätze somit im Voraus planen. Dabei steht uns diesmal ein weitaus größeres Arsenal zur Verfügung als bisher. Dadurch können die Vorlieben des Spielers bei der Planung wesentlich besser berücksichtigt werden. Neu sind beispielsweise das Colt-Präzisionsgewehr und das Stingray-Betäubungsgewehr. Sie unterscheiden sich zwar nicht grundlegend von bereits vorhandenen Schießprügeln, können aber durchaus nützlich sein.Ab sofort kann der Spieler seine Einheit auch ohne Schutzwesten auf Verbrecherjagd schicken. Die Kameraden bewegen sich dann schneller und öffnen Türen sowohl per Dietrich als auch mit Muskelkraft deutlich fixer. Dafür sind die Polizisten aber noch verwundbarer als sie es in SWAT ohnehin schon sind. Die Westen dürfen allerdings nur im Multiplayer-Modus abgelegt werden.

Im Verlauf des Spiels werden einige weitere Goodies freigeschaltet, die der Spieler optional einsetzen kann. So kann er eine Munitionstasche auswählen, mit der er die doppelte Menge Munition für die Primärwaffe mitführen kann. Auch eine Nachtsichtbrille gehört zu den möglichen Ausrüstungsgegenständen. Leuchtstäbe sollen dafür sorgen, dass der Spieler auch in verwinkelten Häusern nicht die Orientierung verliert. Da ihr unbegrenzt viele Leuchtstäbe einstecken könnt, sollte in einem gesicherten Raum stets einer davon zurückgelassen werden.

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Die größte Herausforderung von SWAT besteht nach wie vor darin, die beiden Teams Blau und Rot (die zusammen als Gold-Team bezeichnet und gesteuert werden) als Einheit zum Erfolg zu führen und sie gleichzeitig durch die Missionen zu leiten. Die dafür notwendigen Mittel gibt einem das Spiel an die Hand, umsetzen muss man es aber selbst. Glücklicherweise wird die Steuerung der unabhängigen Einheiten, die an verschiedenen Orten gleichzeitig agieren können, mit TSS verbessert. Ab sofort ist es möglich den beiden Squads Befehle zu erteilen, die sie aber nicht sofort ausführen, sondern sich "Merken" (Strg-Taste).

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Erst nachdem der Spieler als Teamführer den Befehl gibt loszuschlagen (Leertaste), setzen die KI-Kameraden die Befehle um. Das funktioniert zwar nicht perfekt, ist aber immer noch besser als beide Einheiten zeitversetzt zum Erstürmen eines Raums kommandieren zu müssen.

Beim Sichern der Räume muss peinlichst darauf geachtet werden, dass Zivilisten nicht zu Schaden kommen. Wer auf Unschuldige oder Polizisten ballert, ist gescheitert. Wird ein Hauptziel wie Geiselbefreiung nicht erreicht oder die eigene Spielfigur stirbt, ist die Mission gescheitert.Das passiert leider schneller als bei gewöhnlichen Shootern - schon wenige Treffer genügen und unsere Frau bekommt Witwenrente. Schon allein das sorgt dafür, dass keiner zu ungestüm drauflosstürmen kann und sich wie John Wayne aufführt. Darin liegt aber auch der Reiz des Spiels: Das Vorgehen will sorgsam geplant und umgesetzt werden.

Natürlich haben die Verbrecher etwas dagegen und nicht jeder Fiesling ergibt sich, sobald die SWAT-Einheit vor ihm steht und ihn auffordert, die Waffen zu strecken. Wer sich nicht ergibt, darf erschossen werden. Allerdings gibt es Abzüge bei der Missionsauswertung, wenn Verbrecher abgeknallt werden, die schon die Hände oben hatten. Dafür haben wir nun endlich ein effektives Mittel an der Hand, um Zivilisten oder Verbrecher auch in die Knie zu zwingen. Mit einer simplen Nahkampfattacke (Faustschlag) werden sie gefügig gemacht, gehen auf die Knie und können festgenommen werden.Insgesamt wirken die gut designten Level diesmal umfangreicher und größer als beim Hauptspiel, öfter als zuvor geraten die Cops auch in Hinterhalte. Leider ist die KI unserer Kameraden immer noch nicht wirklich toll, häufig rennen sie ohne Deckung zu suchen in das Feuer der Kontrahenten und werden so leichte Opfer der Kugeln. Das führt zwar nicht zum Missionsabbruch, bringt uns aber saftige Minuspunkte ein.

Und das ist ärgerlich, schließlich entscheidet die Wertung am Ende, ob wir zur nächsten Mission weiterziehen dürfen oder eben nicht. Lediglich auf der Stufe "Einfach" hat die Wertung keinen Einfluss auf das Weiterkommen. Übrigens soll nicht verschwiegen werden, dass das Einsatzteam auch diesmal wieder von ein bis zwei Scharfschützen unterstützt wird, deren Steuerung der Spieler auf Wunsch übernehmen kann. Die Sniper machen auf sich aufmerksam, sobald ihnen eine verdächtige Person vors Fadenkreuz läuft.

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Neu ist der Modus "Zuschlagen und Aufnehmen", bei der die Seite der Cops verhindern muss, dass die Verbrecher einen Koffer aus dem Haus schaffen. Integriert wurde auch Voice over IP, sodass keine Third-Party-Tools für Sprachkommunikation verwendet werden müssen. Grafisch ist das Spiel zwar kein Hochgenuss, befriedigt aber insgesamt die Ansprüche an einen modernen Shooter zufrieden stellend. Auch die Akustik kann sich durchaus hören lassen, womit vor allem die gute Vertonung des Polizeifunks gemeint ist, die dem Spiel die nötige Einsatzatmosphäre verleiht.

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Neu ist der Modus "Zuschlagen und Aufnehmen", bei der die Seite der Cops verhindern muss, dass die Verbrecher einen Koffer aus dem Haus schaffen. Integriert wurde auch Voice over IP, sodass keine Third-Party-Tools für Sprachkommunikation verwendet werden müssen. Grafisch ist das Spiel zwar kein Hochgenuss, befriedigt aber insgesamt die Ansprüche an einen modernen Shooter zufrieden stellend. Auch die Akustik kann sich durchaus hören lassen, womit vor allem die gute Vertonung des Polizeifunks gemeint ist, die dem Spiel die nötige Einsatzatmosphäre verleiht.