SWAT 4 (PC-Preview)
von Thomas Bayer

Aufgeregt spricht der Mann am anderen Ende der Leitung in den Telefonhörer. Eine Adresse des Vorfalls kann er nicht liefern - dafür weiss er umso besser, dass sein Freundin eine Kugel in der Schulter stecken hat.

Erst nach hartnäckigem Nachfragen ist er in der Lage, Angaben über die Lage des Nachtclubs zu machen, in dem schießwütige Gäste sich ein tödliches Feuergefecht liefern. Sofort wird das SWAT-Team losgeschickt, um vor Ort für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

SWAT 4 - Trailer

Taktische Shooter erfreuen sich weiterhin ungebrochener Beliebteit. Statt plumpem Herumballern ist wohlüberlegtes Vorgehen angesagt. Einzelkämpfer stellen schnell fest, dass sie ohne Unterstützung schneller in den ewigen Jagdgründen landen, als sie ihr Magazin leerballern können. In SWAT 4 schlüpft der Spieler in die Rolle des Commanders eines SWAT Teams - die Elite der amerikanischen Polizieeinheiten. Das SWAT wird immer dann angefordert, wenn die Kacke so richtig am Dampfen ist - von langweiligen Observationen und Steifendienst bleibt ihr also glücklicherweise verschont.

Bevor es allerdings richtig losgeht, sollte der Trainingsparcour absolviert werden. Hier kann geübt werden, was später während der Einsätze besser nicht schief gehen sollte. Zunächst steht eine kleine Waffenkunde inkl. Schießübung auf dem Programm. Dabei lernt der angehende SWAT-Officer, dass es wenig ratsam ist, den Abzug solange durchzudrücken, bis die Waffe nur

noch ein wenig gefährliches "Klick" von sich gibt. Vollautomatische Waffen besitzen einen derartigen Rückstoß, dass selbst die Arnies unter den Polizeibeamten spätestens nach dem vierten Schuss höchstens noch den Himmel durchlöchern.

Kurze Feuerstöße heisst also die Devise - glücklicherweise lassen sich alle automatischen Waffen auf Halbautomatik (ein Schuss) oder einen Burst-Modus (Salve aus drei Schüssen) umstellen. Damit können auch Spieler mit tendenziell eher nervösem Finger die Streuwirkung einigermaßen in Grenzen halten. Alle Waffen wurden realen Schießprügeln nachempfunden und dürfen je nach Anforderungen mit verschiedenen Munitionsarten bestückt werden. Sind die Zielscheiben ausreichend durchsiebt, lernt ihr, wie Türen auch dann aufgehen, wenn der Besitzer derselben eigentlich seine Ruhe haben möchte. Mit dem Dietrich oder alternativ einem kleinen Paket C2-Sprengstoff geben die lästigen Schlösser schnell nach - das Ganze geht dank eines kontextsensitiven

SWAT 4 - Der kommende Taktik-Knüller im Preview!

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Fadenkreuzes absolut problemlos von der Hand. Der Ausbilder wird nicht müde euch zu erklären, dass beim SWAT die menschlichen Verluste stets minimal gehalten werden müssen. Mittels Pfefferspray und drei verschiedenen Granatenvarianten (allesamt nicht tödlich) können sowohl böse Jungs als auch unkooperative Zivilisten derart eingeschüchtert werden, dass sie sich ohne Waffengefalt fesseln lassen. Wer trotzdem Gegner oder gar Zivilisten ohne Schießbefehl abknallt, wird später in den Missionen mit empfindlichen Abzügen bei der Bewertung bestraft. Zum Abschluss des Tutorials gilt es, den Commander-Modus kennen zu lernen. Der Spieler wird stets von zwei Teams aus je zwei SWAT-Mitgliedern begleitet (Team rot und Team blau). Diesen können mit dem Kommand-Menü Befehle wie "Öffnen und Sichern", "Folgen", "Bereich sichern", "Granate werfen" und viele mehr zugerufen werden. Dickes Plus für die Atmosphäre: Sobald ein Befehlerteilt wird, klingt der entsprechende Sound aus den Boxen. So bekommt der Spieler tatsächlich das Gefühl, "mitten drin statt nur dabei" zu sein. Dank des komplett überarbeiteten Commander-Menüs macht es nun richtig Spaß, den Chef zu spielen. Vier vordefinierte "Styles" (Bedienungsmöglichkeiten) stehen zur Verfügung.

So wird beispielsweise mit einem Druck auf die rechte Maustaste das Menü geöffnet und danach mit Hilfe des Mausrads der gewünschte Befehl ausgewählt. Da die verfügbaren Optionen sich stets den Gegebenheiten anpassen ist es nicht notwendig, immer durch sämtliche Möglichkeit zu scrollen. Zusätzlich dazu gibt es ein "Quick Command"-Feature. Dieses bietet - je nach Positionierung des Fadenkreuzes - stets den naheliegensten Befehl (z.B. "Open & Clear" für Türen) an. Ein simpler Druck auf die Leertaste genügt dann, und das Team macht sich an die Arbeit. Wer den beiden Zweierteams separate Befehle erteilen möchte -beispielsweise um gleichzeitig einen Bereich zu sichern und eine Tür aufzubrechen), wählt über die TAB-Taste die Befehlsempfänger aus. Damit der Commander stehts weiss wo sich seine Helfer befinden, kann durch eine "Bild-im-Bild"-Funktion der Sichtbereich der Männer im oberen Bereich des Bildschirms eingeblendent werden.

Packshot zu SWAT 4SWAT 4Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Wird diese Ansicht "aktiviert", können über die Ansicht des entsprechenden Team-Mitglieds weitere Befehle gegeben werden. So ist es beispielsweise möglich, ein Haus gleichzeitig von zwei Seiten zu infiltrieren, ohne ständig von einem Team zum anderen rennen zu müssen.

Veteranen der Vorgänger-Spiele aus der SWAT-Reihe dürfen optional auch zum alten Kommande-Interface greifen. Empfehlenswert ist das allerdings nicht - die Entwickler haben wirklich ganze Arbeit geleistet, die Bedienung geht schnell in Fleisch und Blut über. Da das Überraschungsmoment oftdarüber entscheidet, ob eine Mission friedlich oder ein einer wilden Schießerei endet, schleppen die Teams jede Menge nützlicher Dinge mit sich herum. Unter anderem ein Gerät, mit dem es möglich ist, um Ecken zu spähen und eventuell dahiner lauernde Gegener frühzeitig auszumachen. Diese werden dann schnell Bekanntschaft mit Reizgas, Blendgranaten oder den sogenannten "Stingers" machen - das sind Splittergranaten, die kleine Gummigeschosse enthalten. Egal für welche der unangenehmen Möglichkeiten der Spieler sich entscheidet - alle Personen im nächsten Raum werden für die nächsten paar Sekunden so sehr mit sich selbst beschäftigt sein, dass sie sich in den meisten Fällen wiederstandslos festnehmen lassen.

Am Anfang jeder der vierzehn Einzelspieler-Mission steht ein ausführliches Briefung. Die gesamte Missionsvorbereitung ist komplett vertont - sogar der dazugehörige Notruf lässt sich auf Wunsch abspielen. Um eine Vorstellung des Zielgebietes zu bekommen, dürfen Lageplänge inspiziert werden, um danach den richtigen Ort für den Zugriff auszuwählen. Bei den meisten Missionen existieren darüber hinaus pro Zugriffspunkt mehrere Eingänge.

Die Missionen stellen allesamt unterschiedliche Anforderungen an die Ausrüstung, und so kann jeder der fünf Teammitglieder (der Spieler plus vier KI-Polizisten) individuell ausgerüstet werden. Neben verschiedenen Waffen und Munitionstypen dürft ihr euch selbst und eure Gefährten auch mit Granaten, Schutzgegenständen wie Gasmasken o.ä. und sonstigem Equipment ausstatten. Befinden sich im Einsatzgebiet viele Zivilisten, ist z.B. der Gebrauch von Schrotflinten nur begrenzt sinnvoll. Wer sich vor Projektilen und/oder Gas schützen möchte, muss allerdings mit Behinderungen rechnen.

Schwere Rüstungen behindern das schnelle Vorankommen und wer eine Gasmaske trägt, darf sich über ein eingeschränktes Blickfeld nicht beklagen.Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, geht's ab in Zielgebiet. Die Aufgaben sind sehr vielfältig und sorgen dafür, dass die Einsätze nicht langweilig werden. Damit das Wiederholen einer gescheiterten Mission trotzdem spannend bleibt, befinden sich die Zielpersonen und Zivilisten bei jedem an anderen Positionen. Wer zuvor beispielsweise aus einem Hinterhalt heraus angegriffen wurde kann nicht sicher sein, dass an dieser Stelle aus beim zweiten Anlauf wieder Gefahr droht. SWAT erzeugt eine beindruckende Atmosphäre, was das Spiel zu einem großen Teil der Realitätsnähe verdankt.

So müssen z.B. neutralisierte Gegner, gefesselte Zivilisten und getötete Kameraden via Funk an die Einsatzleitung gemeldet und Beweise (z.B. Schusswaffen) gesichert werden. Wer das vergisst, den erwarten am Ende der Mission Punktabzüge, die möglichweise das Scheitern der Mission bedeuten. Sind alle Missionsziele erfüllt, folgt Debriefing. In dieser abschließenden Missionsbesprechung werden nochmals alle Ziele detailliert aufgelistet und bewertet.

Die maximale Gesamtpunktzahl beträgt stets 100 Punkte. Für Fehler oder nur teilweise erfüllte Aufgaben gibts Abzüge. Je nach Schwierigkeitsgrad (Leicht / Normal / Schwer / Elite) muss eine bestimmte Mindestpunktzahl erreicht werden. Genügt die Punktzahl nicht, bleibt nur das Neustarten der Mission. Wer erfolgreich alle 14 Einzelspielermissionen bewältigt hat, braucht trotzdem keine AngstMultiplayer-Action

Im Multiplayer-Modus bietet SWAT entweder das typische "gutes Team gegen böses Team"-Match oder einen kooperativen Modus an. Im Koop-Modus gibt's erneut 14 Missionen zu bewältigen, ähnlich der Einzelspieler-Kampagne. Diese sind verständlicherweise erheblich schwerer als der Singleplayer-Part von SWAT und laut den Entwicklern auch für fortgeschrittene Spieler eine verdammt harte Nuss. Wers nicht so friedlich mag und lieber "Team-Deathmatch" zockt, der darf mit maximal 16 Spielern im Netzwerk oder übers Internet in die virtuelle Polizistenhaut schlüpfen.

vor Langeweile zu haben. Mit Hilfe des "Quick Mission Makers" können beliebig viele weitere Missionen generiert werden. Einfach Missionstyp und einige weitere Parameter einstellen, und schon geht's los. Wer eine besonders coole

Mission zusammengestellt hat, kann diese auch speichern und an Freunde schicken.

Grafisch macht SWAT 4 einen absolut soliden Eindruck, die Tribes Vengeance Engine sorgt für eine realistische Darstellung der Umgebung. Dank Physikengine dürfen auch schon mal Donut-Pakete mit einem beherzten Schuss aus der Schrotflinte in der Umgebung verteilt werden - der Interaktivitätsgrad reicht aber nicht an Physik-Primus Half-Life 2 heran.
SWAT 4

Unser Ersteindruck

SWAT 4 macht sowohl im Single- als auch im Multiplayermodus Hoffnung, dass uns am 5. April ein echter Toptitel erwartet. Die gelungene Präsentation, zusammen mit vielen sinnvollen Verbesserungen und einem hohen Realismusgrad sollten jedem Fan von Taktikshootern das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.