SWAT 4 (PC-Test)
von Nedzad Hurabasic

In der Januar-Ausgabe konntet ihr bei uns ein Preview zum Taktikshooter »SWAT 4« lesen. Das damalige Fazit fiel durchaus positiv aus und ließ alle Fans des Action-Genres hoffnungsvoll in die

Zukunft schauen. Nun ist das Spiel veröffentlicht worden und wir wollen euch sagen, ob der erste gute Eindruck sich im fertigen Spiel bestätigt findet.

SWAT 4 - Trailer

Special Weapons And Tactics = SWAT
In der vierten Auflage des Taktik-Shooters, bei dem man in die Rolle des Zugführers einer speziellen US-Polizeieinheit schlüpfen darf, geht man schwer bewaffnet gegen verschiedene Arten von Bösewichtern vor. SWAT steht dabei für "Special Weapons And Tactics". Diese Abkürzung hat sich in Amerika als Synonym für Polizeikräfte entwickelt, die immer dann auf den Plan treten, wenn herkömmliche Einheiten an ihre Grenzen stoßen und man gegen besonders schwere Jungs vorgehen muss.

Die den deutschen Spezialkräften wie dem SEK gleich zu setzenden Einheiten verfügen über eine spezielle Ausbildung und setzen deshalb in relativ kleinen und mobilen Teams auch schwere Waffen wie halbautomatische Maschinengewehre gegen Schwerverbrecher ein. In SWAT 4 dürfen wir als frische Absolventen einer Polizeischule gleich die Führung einer eigenen kleinen Einheit übernehmen.

Diese besteht aus insgesamt sechs Polizisten, einer davon ist allerdings ein fest positionierter Scharfschütze.

Den Leiter des Teams steuert man natürlich selbst, die vier anderen Gesetzeshüter sind in Zweiergruppen aufgeteilt und zwecks besserer Kommunikation (sprich: Spielsteuerung) in farbliche Kodierungen (Team Blau und Team Rot) unterteilt. Das gesamte mobile Einsatzteam wird mit Code Gold angesprochen.

Wie im realen Leben sollten wir uns zunächst einem speziellen Training unterziehen, bevor wir uns daran machen, die virtuellen Bösewichte zur Strecke zu bringen. Schließlich sollen wir die Führung einer Spezialeinheit übernehmen - und das will gelernt sein. Im Trainingszentrum für angehende Führungskräfte erlernt man die notwendigen Fähigkeiten, um als Leiter eines SWAT-Teams auftreten zu dürfen. Dazu zählt natürlich auch eine detaillierte Waffenkunde, noch wichtiger ist aber eine ausgiebige Taktikschulung.

SWAT 4 - Taktik-Action par Excellence?

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Zuerst wird man im Schnelldurchgang mit den gängigen Hand- und Schnellfeuerwaffen bekannt gemacht. Die Waffen verfügen alle über verschiedene Feuermodi wie Automatikfeuer, kurze Salven und manuelle Schussfolge. Als Abschluß der Waffenkunde stehen Blend- und Gasgranaten auf dem Programm, mit denen sich der Spieler vertraut machen sollte. Danach folgt der wichtigste Teil der Ausbildung: Taktisches Teamtraining. Hier lernt man alle notwendigen Steuerungselemente kennen, mit denen man seine Teammitglieder durch die Missionen führen wird. Wer bei dieser Ausbildung schlampt, oder nur mit einem Ohr hinhört, wird das später bereuen. Denn wildes vorstürmen wird in aller Regel mit dem Scheitern der Mission enden.

Packshot zu SWAT 4SWAT 4Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Mit der TAB-Taste schaltet man beispielweise zwischen den einzelnen Team-Farben hin und her, mit der rechten Maustaste kann das jeweilige Befehlsfenster geöffnen werden, um Anweisungen zum weiteren Vorgehen zu erteilen. Jedes Team-Mitglied trägt glücklicherweise eine Minikamera am Helm. Damit kann der Zugführer jederzeit die Situation überblicken, unabhängig von der Position seiner Kameraden.

Auf dem Trainingsgelände kann man in aller Ruhe die verschiedenen Steuerungselemente erlernen und so das koordinierte Vorgehen des eigenen Teams üben.

Vor allem Anfänger sollten die Trainingsphase mindestens einmal spielen, die Flut an Eindrücken und zur Verfügung stehenden Optionen ist sonst nicht beherrschbar. Hat man das Training zur Zufriedenheit des Ausbilders (und vor allem der eigenen) abgeschlossen, kann man sich entweder im Karriere-Modus oder bei einer Runde Instant-Action an die erste Mission wagen. Selbstverständlich geht jeder Mission eine eingehende Einsatzplanungvoraus, bei der man in einem Text und per Audio die Einzelheiten des Einsatzes erfährt. Anschließend kann man für sich selbst und seine Teamkameraden die Ausrüstung individuell zusammenstellen.

Die Bewaffnung reicht dabei von verschiedenen Sturmgewehren oder einer Schrotflinte als Primärbewaffnung über Kleinkaliberpistolen bis hin zu nicht-tödlichen Sekundärwaffen wie Pfefferspray, Elektroschocker und Gummigeschossen. Außerdem verfügt das Team über verschiedene Arten von Blend und CS-Gas-Granaten, auch Mini-Sprengladungen zum Öffnen von verschlossenen Türen fehlen nicht. Sobald man sein Team ausgerüstet hat, befindet man sich auch schon am Einsatzort.

Allerdings sind die Ladezeiten teilweise ziemlich lang, was sich vor allem dann nervend auswirkt, wenn man aufgrund eines Fehlers eine Mission nochmals beginnen will (oder muss).

Safety First
Auch wenn man bei allen Einsätzen gegen die unterschiedlichsten Verbrecher antreten muss und diese in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich sind, so darf man als Polizeibeamter natürlich nicht wild ballernd durch die Gegend rennen und auf alles schießen, was sich bewegt. Im Gegenteil: Das Erschießen von Drogendealern führt zu Abzügen in der abschließenden Missionsauswertung.

Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad darf man sich mehr oder weniger Fehler leisten, bevor der Einsatz als gescheitert gilt. Wenn man auf "einfach" spielt, darf man noch jeden Bösewicht umnieten, ohne negative Folgen befürchten zu müssen, Zivilisten dürfen aber auf keinen Fall getötet werden. Zwar steht uns bei jedem Einsatz eine Übersichtskarte zur Verfügung, doch die 2D-Ansicht der Gebäude lässt meist nur erahnen, wie man vorgehen kann. Eine Anzeige über den Standort des eigenen SWAT-Teams gibt es

SWAT 4 - Taktik-Action par Excellence?

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ebenso wenig, wie Informationen über potenzielle Gefahrenherde. Unüberlegtes Vorgehen führt fast immer zum Scheitern, deshalb sollte man sich ein taktisches Vorrücken zur Regel machen.

Aus diesem Grund heißt es, vorsichtig vorzugehen. Wenn möglich schickt man die eine Hälfte des Teams zum Hintereigang und geht mit den anderen beiden Beamten zum Vordereingang. Natürlich kann man verschlossene Türen aufsprengen, das könnte aber Geiseln gefährden. Also spioniert man mit ein bisschen High-Tech zunächst unter der Tür hindurch und verschafft sich einen Eindruck von der Lage dahinter. Erspäht man bewaffnetes Gesindel, gibt man seinem Team die Anweisung die Tür geräuschlos zu öffnen und schließlich eine Blendgranate in den Raum zu werfen, dann erst hinein zu stürmen. Wenn alles perfekt läuft, hat man dem zweiten Team am Hinterausgang möglichst zeitgleich einen ähnlichen Befehl gegeben, sodass die Verbrecher ins Kreuzfeuer geraten. Derart synchronisiertes Vorgehen fällt aber schwer, da es einen entsprechenden Befehl dafür nicht gibt.

Stürmt man in einen Raum hinein schreit man "Hände hoch, Polizei!" und einige schwere Jungs lassen angesichts der Übermacht und demEinsatz von CS-Gas tatsächlich auch schnell die Waffen fallen und ergeben sich, indem sie auf die Knie fallen. Viele können aber partout nicht zum Aufgeben überredet werden und es ist ihnen ziemlich egal, wer da schwer bewaffnet vor ihnen steht So ist man gezwungen, sie aus dem Verkehr zu ziehen - notfalls mit Waffengewalt.

Wenn man sein Team vorausschickt, reagiert dieses automatisch auf potenzielle Bedrohungen. Allerdings haben die KI-Kameraden wohl einen sechsten Sinn. Ohne die Aufforderung sich zu ergeben, werden Verbrecher häufig einfach über den Haufen geschossen. Egal ob man jemanden festgenommen oder ihn umgenietet hat, anschließend muss man die Lage per Funk dem Einsatzleiter mitteilen. Ansonsten gibt es Abzüge in der Gesamtwertung.

Der Scharfschütze ist übrigens ein Bonus, den man nur relativ selten einsetzt. Zu schlecht und beschränkt ist meist die Position bzw. die Sicht auf das Geschehen. Hier hätte man mehr draus machen können, dieAction beschränkt sich meist auf das mobile Einsatzkommando. So kämpft man sich durch 13 meist abwechslungsreiche Missionen. Wem das nicht ausreicht, der kann sich mit dem Quick-Mission Maker eigene Einsätze generieren. Einen großen Unterschied zum Karriere-Modus gibt es ohnehin nicht, da die Einsätze auch dort zusammenhanglos sind und keine übergreifende Story dahintersteckt.

Muss sie aber auch nicht, schließlich macht es trotz einiger Unzulänglichkeiten meist Spaß, sein SWAT-Team zu kommandieren. Zu den wenigen Kritikpunkten gehört beispielsweise die KI der Bösewichte.

Manchmal scheinen sie sich bereits ergeben zu haben, und plötzlich ballert einem unvermittelt jemand in den Rücken. Sowas nervt mit der Zeit gewaltig, zum Glück passiert es nicht allzu oft. Einige Feinde scheinen vollkommen aus dem Nichts aufzutauchen oder sich zunächst als Zivilisten getarnt zu haben. Anders ist das plötzliche Auftauchen von umherballernden Bösewichtern nicht zu erklären. Die nicht vorhandene Möglichkeit, den Einsatz des Teams zum taktisch zeitgleichen Vorgehen zu koordinieren, fällt ebenfalls negativ auf, aber nicht allzu schwer ins Gewicht. Immerhin kann man das Team mit der Anweisung an die Farbe Gold gemeinsam vorrücken oder einen Raum sichern lassen.

Multiplayer
Wer alle Missionen des Karriere-Modus hinter sich gebracht und auch keine Lust mehr auf weitere Einsätze im Singleplayer-Modus hat, kann sich noch verschiedenen Multiplayer-Modi zuwenden. Dabei spielt man im Koop-Modus mit bis zu vier Freunden zusammen im Team und macht den bösen Buben gemeinsam den Garaus. Ein durchaus unterhaltsamer Spielspaß, da hier das zeitaufwendige Kommandieren der eigenen Einheiten wegfällt und das Vorgehen besser abgestimmt werden kann. Außer dem Koop-Mode kann man im Internet mit bis zu 16 Spielern, verteilt auf zwei Seiten, gegeneinander antreten. Neben dem Deathmatch-Modus stehen noch die Spielmodi VIP-Personenschutz und Bombenentschärfung zur Verfügung. Hier übernimmt eine Gruppe von Spielern das SWAT-Team, die andere Seite mimt die Bösen. Insgesamt ist somit für einige abwechslungsreiche Schlachten zwischen Gut und Böse gesorgt..

Grafisch und technisch bietet SWAT 4 sicher nichts Außergewöhnliches, reiht sich aber solide in derzeitiges Shooter-Mittelmaß ein, ohne zu enttäuschen. Überzeugender ist da schon die Geräuschkulisse, bei der man zwischen verschiedenen Audio-Modi wählen kann. So kommt durch den immerwährenden Funkkontakt zur Zentrale und Einsatzleitung wirklich das Gefühl auf, sich als Polizist im Einsatz zu befinden.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ Große Anzahl an taktischen Möglichkeiten + Durchdachtes Spielsystem + Gute Atmosphäre + Spannendes Gameplay

Contra:

- Keine Speichermöglichkeit während Missionen - Unnütze Umgebungskarte - KI mit MackenPro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ Große Anzahl an taktischen Möglichkeiten + Durchdachtes Spielsystem + Gute Atmosphäre + Spannendes Gameplay

Contra:

- Keine Speichermöglichkeit während Missionen - Unnütze Umgebungskarte - KI mit Macken