Autor: Nedzad Hurabasic

Vor fünf Jahren erschien auf dem GameCube mit Super Monkey Ball der erste Teil des Geschicklichkeitsspiels und beigeisterte auf Anhieb viele Videospieler. Pünktlich zum Wii-Launch gibt's den Titel nun auch für Nintendos neuer Konsole. Die Version des Jahres 2006 trägt den Namen Super Monkey Ball Banana Blitz und wurde auf die Steuerung mit Wiimote und Nunchuk angepasst.

Auf welche Neuerungen sich Fans des flinken Äffchens Aiai und seiner Affenbande noch freuen dürfen und wie sich das Gameplay mit der Fernbedienung macht, lest ihr in unserem Report.

Zwei Welten
Super Monkey Ball Banana Blitz (SMB) ist ein zweigeteiltes Spiel, das auf der einen Seite ein Singleplayer-Abenteuer und zum anderen 50 Party-Spiele bietet. Anders als bei vorherigen Ablegern der Reihe sind die Party-Spiele diesmal von Beginn an zugänglich und müssen nicht freigeschaltet werden.

Die Mini-Spiele haben außerdem spielerisch nur in Ansätzen etwas mit dem Gameplay im Einzelspieler-Modus gemeinsam - abgesehen davon, dass man sie mit denselben Charakteren spielt. Beiden Modi gemein ist, dass die Wii-Steuerung speziell angepasst wurde. SMB-Fans werden daher ein Gameplay vorfinden, das ihnen in großen Teilen bekannt vorkommt, aber trotzdem einige grundlegende Veränderungen mit sich bringt.

Super Monkey Ball: Banana Blitz - Das heitere Bananensammeln hat die Wii erreicht: Alleine durchaus spannend, bei Partys unbrauchbar.

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Immer schön ins Zeug legen, dann gibts auch leckere Bananen!
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Der Singleplayer-Teil schickt euch nach wie vor auf eine Geschicklichkeits-Reise auf der Suche nach Bananen. Aiai liebt diese Frucht und sammelt sie daher, wo er nur kann. Ihr steuert ihn (oder einen der anderen Charaktere) in seiner durchsichtigen Kugel mithilfe der Wiimote. Der Nunchuk findet in diesem Modus keine Verwendung.

Die Affen-Kugel wird dabei durch Neigung der Fernbedienung durch die Level der acht Welten gelenkt - oder besser gesagt, wird eigentlich die Welt um die Kugel herum gedreht.

Schon kleine Bewegungen genügen, um die Ausrichtung des "Gefährts" zu ändern und damit die Richtung zu manipulieren, die es einschlagen soll. Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, wird die Wiimote beispielsweise nach unten geneigt und schon legt der Affe einen Zahn zu. Neben dem Sammeln der Bananen muss nämlich auch immer ein Zeitlimit eingehalten werden, Trödeln ist allein schon deshalb nicht angesagt.

Super Monkey Ball: Banana Blitz - Das heitere Bananensammeln hat die Wii erreicht: Alleine durchaus spannend, bei Partys unbrauchbar.

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Bergab gehts schneller - wer zu schnell ist, schießt aber auch schonmal übers Ziel hinaus!
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Wer es nicht schafft, in der vorgegebenen Zeit ins Ziel zu kommen, verliert ein Leben. Da ihr nach jeweils 20 gesammelten Früchten ein zusätzliches Leben erhaltet, gibt es zumindest anfangs damit kein Problem. Allerdings benötigt man schon ein wenig Übung und eine "fein justierte", ruhige Hand, denn zu grobschlächtige Bewegungen lassen das Äffchen schnell einmal übers Ziel hinaus schießen, bzw. in den Abgrund stürzen. Letzteres wird natürlich ebenfalls mit dem Abzug eines Lebens bestraft.

Springen & Bossfights
Neu ist auch, dass ihr ab sofort mit euren Helden springen könnt - nein, springen müsst. Das bewerkstelligt ihr entweder per A- oder B-Taste und dem gleichzeitigen Heben der Wiimote. Die Hindernis-Kurse sind dementsprechend auch auf dieses neue Feature ausgelegt und so verstellen des Öfteren Hürden den Weg. Dabei ist es nicht ganz unerheblich, für welche der Spielfiguren ihr euch entscheidet, von denen es diesmal sogar zwei neue gibt: Einige springen höher, andere sind besser darin, Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder in größeren Bällen untergebracht. Solltet ihr also bei einem der Parcours nicht weiterkommen, bietet es sich an, einen der anderen Charaktere auszuprobieren. Schließlich gibt es einen Übungsmodus, mit dem ihr jeden Level nach Belieben ausprobieren könnt.

Jede Welt besteht aus acht verschiedenen Strecken. Wer diese bewältigt trifft - auch das ist neu - auf einen Bossgegner. Gerade in diesen Herausforderungen wird besonders intensiv auf die neue Sprungfertigkeit zurückgegriffen und ihr versucht mit verschiedenen Taktiken den einen Schwachpunkt zu attackieren, den jeder Endgegner besitzt.

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Die Endbosse haben alle einen bestimmten Schwachpunkt. Den zu finden, ist das Kunststück.
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Besondere Schwierigkeit wird dadurch eingebaut, dass die Kamera nicht frei bewegbar und die Perspektive immer auf den Kontrahenten fixiert ist. Solltet ihr durch eure Manöver plötzlich mit dem Rücken zu ihm stehen, müsst ihr euch erst aufwändig drehen, bis ihr den Fiesling wieder im Visier habt.

Das kann durchaus zu ziemlich frustigen Momenten führen, weil sich in diesen Situationen die ansonsten sehr intuitive Steuerung als hinderlich erweist. Insgesamt ist die Schwierigkeit nicht ganz so knackig wie bei den Vorgängern, steigt aber im Spielverlauf vor allem durch recht harte Zeitlimits etwas an.

Party-Schreck
Bis hierhin hinterlässt Super Monkey Ball Banana Blitz einen positiven Eindruck und kann vor allem mit der neuen Steuerung überzeugen. Doch leider kann dieses Niveau bei dem Minispielen nicht gehalten werden. Masse statt Klasse, nach diesem Muster scheinen die Sega-Entwickler wohl vorgegangen zu sein.

Von den 50 Party-Games, die fast alle zu viert (nacheinander, miteinander, gegeneinander) gespielt werden, kann höchstens eine Hand voll überzeugen. Der Rest besteht aus Gurken, die entweder eine vermurkste Steuerung haben oder in Punkto Gameplay überhaupt nichts hergeben.

Super Monkey Ball: Banana Blitz - Das heitere Bananensammeln hat die Wii erreicht: Alleine durchaus spannend, bei Partys unbrauchbar.

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Bei den Mini-Spielen kommt man häufiger in Straucheln, als einem Lieb sein kann.
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Jedem Spiel geht eine kurze Einführung voraus, wo mit Symbolen erklärt wird, wie das Handling ablaufen soll. Dumm, wenn ihr ein Detail bis zum Start des Spiels vergessen habt, denn zurückspringen oder abbrechen ist nicht möglich. Bei Games mit Timer wartet man einfach ab (wobei es Spiele mit mehreren Minuten Länge gibt).

Bei anderen müsst ihr jedoch so lange mit Wiimote und Nunchuk fuchteln, bis ihr irgendwie die Bewegung herauswürgt und zum Startbildschirm befördert werdet. Was an dieser Stelle ein Segen ist, entpuppt sich sonst als Graus. Warum zum Teufel darf jedes Spiel immer nur einmal gezockt werden, warum kann ich nicht gleich wiederholen, einen neuen Versuch starten? Aber neiiiiiiin, jedes Mal muss man sich durch alle Menüs hangeln. Das nervt - und zwar gewaltig.

Die Spiele sind völlig ohne Konzept zusammengestellt worden, es entsteht der Eindruck einer Schnipsel-Orgie, bei der teilweise katastrophales Niveau erreicht wird. Wie kann man nur Spiele wie "Darts" auf die Menschheit loslassen? Schon nach wenigen Wurfverssuchen ist man geneigt, die Wiimote in den Fernseher zu werfen, weil die Steuerung einfach totaler Murks ist. Ähnlich schlimm ist "Posaune": Wir sollen eine Melodie nachspielen und dabei auf einer Farbpalette umherhüpfen. Hallo? Bei dieser unpräzisen Steuerung trifft man keine Farbe richtig, geschweige denn eine Note.

Super Monkey Ball: Banana Blitz - Das heitere Bananensammeln hat die Wii erreicht: Alleine durchaus spannend, bei Partys unbrauchbar.

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Bis zu vier Spieler dürfen gegeneinander antreten - nicht immer gleichzeitig wie hier.
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Vielen solcher miesen Beispiele mit unnatürlichen, unlogischen und unergonomischen Bewegungen stehen nur wenige gelungene Party-Games gegenüber. Das sind meist Games, bei denen das Handling simpel gehalten wurde. Seilspringen funktioniert z. B. ganz gut oder ein Space Invaders-Klon, auch Affen-Squash ist noch akzeptabel. Vor allem aber die Sport-"Simulationen" wie Bowling, Boxen oder Fechten können nicht annähernd an die Disziplinen von Wii Sports heranreichen. Unterm Strich lädt der Party-Modus alles andere als zum Feiern ein.

Optisch befindet sich SMB auf gehobenem GC-Standard, viel mehr dürft ihr jedoch nicht erwarten. Das Spiel sieht zwar etwas schöner aus als früher, bietet bessere Details und ist in sich stimmig. Gerade bei einigen Mini-Spielen fällt das Niveau aber deutlich ab und dann siehts teilweise auch einfach grauselig aus.