Wo Fuchs und Hase sich in 4K gute Nacht sagen: Zum Start der Xbox One X veröffentlicht Microsoft einen durch und durch knuddeligen Konkurrenten zu Super Mario Odyssey und anderen 3D-Hüpfern.

Super Lucky's Tale - E3 2017: Super Lucky's Tale

Erinnert ihr euch noch an Blinx, die zeitreisende Grinsekatze? Nein? Das wundert uns nicht. 2002 wollte Microsoft Blinx auf der ersten Xbox als Maskottchen etablieren, als seinen eigenen Super Mario. Das ging gründlich in die Hose. Zwischendurch hätte Conker es nach seinem Wechsel zu Microsoft eigentlich noch richten können, das egozentrische Eichhörnchen bekam aber nie mehr ein wirklich neues Spiel auf das Fell geschneidert.

2017 ist es nun Fuchs Lucky, der in einem der wenigen neuen und nicht für andere Konsolen erhältlichen Titel den Start der Xbox One X befeuern soll. Falls ihr den Namen Lucky’s Tale schonmal gehört habt: 2016 gab es exklusiv für Oculus Rift ein gleichnamiges VR-Abenteuer. Dessen Hauptdarsteller erlebt nun eben ganz ohne VR ein konventionelles Jump and Run in 3D.

Super Lucky's Tale - Keine glückliche Geschichte

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Sammeln, was das Zeug hält: Super Lucky's Tale ist leider wenig originell
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Gute Story? Nein, sorry.

Zu Beginn wird Fuchs Lucky in ein magisches Buch gesogen, in dem eine kriminelle Katzenbande und ganz viel Sammelkram zu finden sind. Das ist wenig originell, aber wen kümmert bei diesem Genre schon die Geschichte? Da schert sich ein Super Mario ja auch nicht drum. Auf eurem Weg durch den Wälzer bereist ihr vier Welten, aus deren Hub-Bereichen jeweils mehrere Levels abzweigen. Naturgemäß sammelt ihr dort alles ein, was euch unter die Pfoten kommt: Neben Münzen und L-U-C-K-Y-Buchstaben sind Kleeblätter am wichtigsten, sie öffnen euch die Wege zu neuen Bereichen.

Insgesamt könnt ihr 99 Kleeblätter finden, allerdings ist das Spiel erstaunlich schlecht darin, euch darüber zu informieren, wo ihr noch was vergessen habt. In der Regel verfügen derlei Spiele über eine entsprechende Übersicht, in den extrem reduzierten Menüs von Super Lucky’s Tale findet ihr nichts dergleichen.

Super Lucky's Tale - Keine glückliche Geschichte

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Abwechslung, die keine Abwechslung ist: Labyrinthe und Rätsel müssen bezwungen werden
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Die einfach gehaltene Steuerung habt ihr sofort verinnerlicht und benötigt keine große Eingewöhnungszeit. Das Spiel bleibt über weite Strecken sehr einfach und verlangt euch bestenfalls bei den Bosskämpfen ein wenig was ab. Da wohl auch die Entwickler gemerkt haben, dass die sehr erwartbar konstruierten Levels nicht sonderlich aufregend sind, gibt es einige Variationen: Mal steuert ihr Lucky durch 2D-Abschnitte, die sich allerdings seltsam schwammig anfühlen. An anderer Stelle schrumpft Lucky und will als kleine Murmel durch einen Parcours gerollt werden.

Microsoft hat kein gutes Händchen bei den hüpfenden Maskottchen: Auch Fuchs Lucky liefert nur solide Standardkost ab, die man nach ein paar Tagen wieder vergessen hat.Fazit lesen

Zum Gähnen lieb

Der Look ist ebenso genretypisch wie die meisten Aufgaben: Alles sieht putzig und farbenfroh aus, die Kreaturen haben lustige Gesichter mit großen Augen. Befremdlich ist allerdings, dass ihr die Kamera nicht frei, sondern nur in vorgegeben Schritten bewegen könnt. Wahrscheinlich soll das Spiel auch den unerfahrensten Spieler nicht überfordern. Für die vier Welten benötigt man kaum mehr als die gleiche Anzahl an Stunden. Zwanghafte Komplettisten können noch eine kleine Weile danach in dem Spiel verbringen, dann ist aber auch Schluss.

Für Besitzer einer Xbox One X ist interessant, dass das Spiel zu den sogenannten Enhanced-Titeln gehört. Es läuft optional in 4K-Auflösung und hält dabei seine 60 Bilder pro Sekunde. Mit knapp 30 Euro ist es einer der günstigsten neuen Titel für die Xbox One X, der auch eine physische Verkaufsversion erhält. Ein höherer Preis wäre angesichts der Qualität und des Umfangs allerdings auch nicht angemessen gewesen.