Gamer sind ein beliebtes Ziel für Umfragen aller Art - immerhin stellen sie eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft dar und die Spieleindustrie ist ein milliardenschwerer Faktor. Eine aktuelle Umfrage von Harris Interactive beschäftigt sich daher mit dem Sozialverhalten, der Spieldauer und, wer hätte das gedacht, dem Sexleben der Spieler. Vorzugsweise der weiblichen Spieler.

Bei dieser Untersuchung, bei der über 2000 erwachsene amerikanische Frauen befragt wurden, zeichnete sich ab, dass die in der Gesellschaft verbreitete Vorurteile über Gamer nicht zutriffen. So hält sich hartnäckig das Gerücht, Spieler wären überwiegend männliche, übergewichtige, blasse Kellerkinder ohne Freunde. Die Befragung, bei der vor allem das Sexualleben, die Partnerschaft und sportliche Aktivität im Vordergrund stand, zeigt nun aber ein deutlich anderes Bild. Tatsächlich treiben weibliche Oline-Gamerinnen mehr Sport, als die Nicht-Online-Gamerinnen (38% der Online-Spielerinnen sind sportlich aktiv, von den Nicht-Spielerinnen sind es nur 34%). Interessanterweise haben die Online-Spielerinnen zwar zudem einen höheren Fernsehkonsum (74% im Gegensatz zu 71% der Offliner), aber auch mehr Sex! 38% der Befragten Online-Gamerinnen gab an, mindestens einmal in der Woche Sex zu haben - von denen, die keine Online-Games spielen, waren es nur 34%. Außerdem haben 38% der Online-Spielerinnen bereits ein Kind unter 18 Jahren. Die Offline-Spielerinnen kommen da nur auf 28%.

Auch was das soziale Umfeld angeht, sind die Online-Gamerinnen ganz und gar keine einsamen Kellerkinder. 64% von ihnen leben in einer Beziehung, mit der 70% sogar ziemlich glücklich sind. Und überhaupt hängen sie nicht nur zu Hause vor der Konsole oder dem PC oder nur mit dem Partner auf dem Sofa. 42% der Online-Gamerinnen hat mindestens einmal am Tag persönlichen Kontakt mit einer anderen Person (und damit ist nun kein Teamspeak-Gespräch gemeint, sondern eine direkte face-to-face-Interaktion. Bei den jungen Damen, die keine Online-Spiele spielen sind es übrigens nur 31%. Daraus könnte man schließen, dass die Gruppe der Online-Spieler durchaus sozialer veranlagt ist. Eine Annahme, die allerdings fehl geht, denn nur 16% der Befragten gaben an, dass sie spielen, um soziale Interaktionen zu erleben. Vielmehr wollen sie Stress abbauen (61%), sich die Langeweile vertreiben (58%) oder schlicht entspannen (58%).