Und da soll noch einmal jemand sagen, Videospiele machen nicht kluk [Homer Simpsons' "kluk"]. Ganz im Gegenteil, laut einer Studie der University of Rochester steigere das Zocken sogar die Lernfähigkeit. Vor allem das Spielen actionlastiger Spiele wie Call of Duty. Also haut kräftig in die Tasten!

Studien - University of Rochester: Actionspiele helfen beim Lernen

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"Bist du auch so kluk wie ich?"
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Früher hatten es Spieler schwer. Wer leidenschaftlich gern zockte, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er durch das dauernde Spielen regelrecht verblöde. Dann kamen die schrecklichen Amokläufe auf, und es gesellte sich schnell der Vorwurf der gesteigerten Gewaltbereitschaft zum Verblöden hinzu. Wer spielt, war nunmehr ein verblödeter potentieller Amokläufer. Dass man auch noch ein dicker, pickeliger Soziopath sein soll, das sei mal nur kosmetisch genannt.

Mittlerweile haben sich genug Studien mit dem Spielen befasst. Viele der Vorwürfe wie mangelndes Sozialverhalten konnten erfolgreich widerlegt werden. Dass Videospiele einen verblöden sollen, das steht mittlerweile auch nicht mehr unangefechtet im Raum. Mehr noch, Spielen steigere sogar die kongnitiven Fähigkeiten eines Individuums. Unterschiedliche Genres bedienen dabei auch unterschiedliche Bereiche. Das Spielen von Shootern steigere so etwa das Reaktionsvermögen und die räumliche Wahrnehmung.

Aber nicht nur, denn wer häufig Actionspiele konsumiere, soll damit auch die eigene Lernfähigkeit steigern, so lautet zumindest das Fazit einer Studie der University of Rochester. "Vorhergehende Untersuchungen unserer und anderer Gruppe haben gezeigt, dass Spieler von Actiontiteln in vielen Bereichen überragend sind", so Daphne Bavelier, Forschungsprofessorin für Kognitions- und Neurowissenschaften an der Universität von Rochester. "In dieser neuen Studie zeigen wir, dass sie nur deshalb glänzen, weil sie bessere Lerner sind. Und das sind sie geworden, indem sie temporeiche Actionspiele spielen."

Um zu ihrem Ergebnis zu kommen, hat das Team mehrere Experimente durchgeführt. Einmal eine Aufgabe, bei der die Versuchspersonen gewisse Muster unterscheiden mussten, wobei sich hier Spieler von Actiontiteln besser anstellten, da sie im Gegensatz zu den Versuchspersonen, die keine Actiontiteln spielen, eine effizientere Vorgehensweise nutzten.

Dann kam ein Test, um auszuschließen, dass es nicht die actionlastigen Spiele sind, die den Spieler in seiner Lernfähigkeit verbessern, sondern, dass besser Lernfähige dazu tendieren, actionlastige Spiele zu spielen.

Dazu teilte man Versuchspersonen ohne oder nur mit wenig Spielerfahrung in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe sollte über 9 Wochen hinweg insgesamt 50 Stunden lang Actiontitel spielen, während die andere Gruppe im selben Zeitraum nur Spiele wie Die Sims spielen sollte. Auch hier zeigte sich, dass die Gruppe, die Actiontitel spielen sollte, ihre Lernfähigkeit steigern konnte.

Spieler von Actiontiteln waren eher in der Lage, perzentuelle Lernaufgaben nicht nur schneller zu meistern, sondern auch ihre Vorgehensweise zu optimieren, um die Aufgaben schneller zu lösen. Diese angeeignete Lernfähigkeit verging auch nicht nach einer gewissen Zeitspanne, sie blieb erhalten, wie sich in späteren Tests herausstellte.