Gamasutra hat eine Gehaltsumfrage unter Spiele-Entwicklern durchgeführt, um herauszufinden, was der durchschnittliche Spiele-Entwickler mittlerweile verdient. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Studien - Umfrage zeigt auf, was Spiele-Entwickler durchschnittlich verdienen

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Einerseits werden Spiele-Entwickler beneidet, schließlich arbeiten sie in einer Branche, die viele Spieler mit viel Spaß in Verbindung bringen. Den ganzen Tag nichts anderes als an neuen Spielen arbeiten - das muss doch toll sein. Andererseits scheint momentan kaum eine andere Branche so unstet zu sein wie die Spieleindustrie. In sich zusammenbrechende Publisher, die Studios mit sich in den Abgrund reißen, Entwickler, die nach Fertigstellung eines Spiels direkt gefeuert werden und Unternehmen, die zuviel riskieren und alles verlieren, selbst als AAA-Entwickler hat man heute nicht unbedingt einen sicheren Arbeitsplatz, geschweige denn als Indie-Entwickler.

Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Audience Insights hat Gamasutra eine Umfrage unter mehr als 4000 Spiele-Entwicklern aus aller Welt durchgeführt, um die aktuelle Gehaltslage von 2013 in der Spieleindustrie zu ermitteln. In erster Linie konzentriert sich diese Umfrage allerdings auf den US-Arbeitsmarkt, und auf Festangestellte.

Programmierer:

Unentbehrlich für die Spiele-Entwicklung und daher auch weiterhin unter den Bestverdienenden in der Spieleindustrie. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Programmierers liegt bei 93.251 Dollar. Einsteiger mit unter 3 Jahren Erfahrung erhielten im Schnitt 71.855 Dollar. Lead Programmer mit zwischen 3 und 6 Jahren Erfahrung erhielten im Schnitt 94.583 Dollar. Als Technical Director mit mehr als 6 Jahren Erfahrung erhielt man im Schnitt 135.781 Dollar.

Das durchschnittliche Jahresgehalt für europäische Programmierer liegt mit 47.312 Dollar weit unter US-Schnitt.

Artists und Animators:

Diese Gruppe sorgt für den Look eines Spiels, und ist von daher äußerst wichtig für die Attraktivität der Spiele. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Visual Artists liegt bei 74.349 Dollar. Einsteiger mit unter 3 Jahren Erfahrung erhielten im Schnitt 50.463 Dollar. Lead Artists mit zwischen 3 und 6 Jahren Erfahrung erhielten im Schnitt 71.029 Dollar, während Art Directors mit mehr als 6 Jahren Erfahrung durchschnittlich mit 110.000 Dollar entlohnt wurden.

Europäische Visual Artists erhielten durchschnittlich ein Jahresgehalt von 41.280 Dollar.

Game Designer:

Die Sparte der Kreativen im Schaffensprozess eines Spiels, und dennoch eines der schlechtbezahltesten Bereiche. Im Schnitt erhielten Game Artists ein Jahresgehalt von 73.864 Dollar. Einsteiger mit unter 3 Jahren Erfahrung erhielten im Schnitt 50.625 Dollar. Als Creative Director bzw. Lead Director erhielt man ein durchschnittliches Jahresgehalt von 68.654 Dollar. Mit mehr als 6 Jahren Erfahrung in dieser Position konnte man durchschnittlich 101.944 Dollar verdienen.

Auch hier liegt der europäische Jahresdurchschnitt mit 39.626 Dollar weit unter dem US-Schnitt.

Produzenten:

Sie halten die Fäden in den Händen und den Ball am Laufen bis das Spiel steht, oder fällt. Entsprechend der Verantwortung ist auch das Gehalt. Durchschnittlich verdient ein Produzent 82.286 Dollar im Jahr. Als Einsteiger mit weniger als 3 Jahren Erfahrung erhielt man immerhin noch 50.192 Dollar. Als Project Lead mit zwischen 3 und 6 Jahren Erfahrung verdient es sich nicht schlecht - durchschnittliches Jahresgehalt: 70.833 Dollar. Executive Producer mit mehr als 6 Jahren Erfahrung konnte man sich auf durchschnittlich 126.833 Dollar freuen.

Produzenten in Europa müssen sich dagegen mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 56.274 Dollar begnügen.

Audio Professionals:

Kein Spiel ohne Sound und Musik. Der Sound ist essentiell für die Atmosphäre, und so auch der Audioschaffende. Da allerdings die meisten in diesem Bereich projektbezogen arbeiten, war die Zahl der Zuschriften in diesem Bereich relativ niedrig. Im Schnitt verdiente ein Audioschaffender 95.682 Dollar. Wer eine Erfahrun zwischen 3 und 6 Jahren aufweisen kann, durfte sich über ein durchschnittliches Jahresgehalt von 60.227 Dollar freuen. Fürstlich entlohnt werden dagegen jene mit mehr als 6 Jahren Erfahrung, sie kommen auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 118.750 Dollar.

Aus Europa kamen zu wenige Antworten, um eine relevante Berechnung durchzuführen.

Qualitätssicherung:

Ein Spiel kann noch so gut sein, wenn es am Ende voller Bugs und / oder gar unspielbar ist, kann man es vergessen. EA und DICE können sicherlich ein Lied davon singen. Von daher ist die Qualitätssicherung eine wichtige Station in der Spiele-Entwicklung, trotzdem aber auch die schlechtbezahlteste. Im Schnitt erhielt man als Tester ein Jahresgehalt von 54.833 Dollar. Als QA Lead mit zwischen 3 und 6 Jahren Erfahrung verdiente man im Schnitt ein Jahresgehalt von 60.417 Dollar. Mit über 6 Jahren Erfahrung stieg auch der Lohn auf durchschnittliche 65.500 Dollar.

In Europa verdiente ein Tester durchschnittlich ein Jahresgehalt von 31.346 Dollar.

Business und Management:

Spiele-Entwickler sind keine studierten Manager. Sie wissen ein Spiel zu entwickeln, nicht aber es zu vertreiben oder ein Geschäft aufrecht zu halten. Ein fatales Beispiel kursiert derzeit durch die "Gerüchteküche". Dazu braucht man einfach Leute, die mit Zahlen umgehen können. Und die lassen sich fürstlich entlohnen. Im Durchschnitt verdient ein Manager rund 101.572 Dollar jährlich. Marketing-, PR-, und Sales-Manager mit zwischen 3 und 6 Jahren Erfahrung erhielten ein Jahresgehalt von durchschnittlich 81.042 Dollar, während Executive Manager ein sattes Jahresgehalt von durchschnittlich 156.731 Dollar einstrichen, eventuelle Boni nicht einberechnet.

Ein europäischer Manager erhielt dagegen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 57.500 Dollar.

Indie-Entwickler:

Dies sind die Zahlen der Festangestellten bei großen Studios. Indie-Entwickler haben selbstverständlich weit niedrigere Gehälter. So verdiente ein Indie-Entwickler im Schnitt gerade mal 11.812 Dollar im Jahr 2013. Deutlich besser ergeht es den Indie-Entwicklern, die im Team arbeiten. Deren Jahresgehalt lag durchschnittlich bei 50.833 Dollar.

Obwohl die täglichen Kickstarter-Kampagnen den Eindruck erwecken, nahezu jeder Indie-Entwickler würde den Weg über Crowdfunding versuchen, um ein Spiel zu finanzieren, sind es doch tatsächlich gerade mal 5 Prozent aller Indie-Entwickler, die diese Option auch nutzen, und auch nur ein verschwindend geringer Anteil derer konnte mehr als 200.000 Dollar über Crowdfunding einsammeln.

Spiele wie MineCraft suggerieren auch, dass man mit Indie-Spielen quasi über Nacht zum Millionär werden kann. Dem ist leider nicht so. 57 Prozent aller Indie-Entwickler konnten mit ihren Spielen nicht einmal 500 Dollar verdienen. Und nur 2 Prozent der Entwickler konnten sich über einen Umsatz von über 200.000 Dollar freuen. Es ist also ein weitaus härterer Job, sich als Indie-Entwickler zu betätigen.

Entlassungen:

2013 stieg auch die Zahl der Entlassungen von 11 auf 13 Prozent an. 59 Prozent der entlassenen Spiele-Entwickler fanden aber direkt wieder einen neuen Arbeitgeber. 22 Prozent nahmen einen Consulting-Beruf an, während 16 Prozent in die Indie-Branche überwechselten. Lediglich 10 Prozent der Entlassenen fanden keinen neuen Job.