Eine Umfrage unter Middle School- und High School-Schülern in den USA hat ergeben, dass der Großteil der männlichen Spieler die übersexualisierte Darstellung weiblicher Videospielcharaktere ablehnen. Wer hätte das gedacht?

Studien - Studie offenbart: Jungs halten Frauen in Videospielen für übersexualisiert

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Übersexualisierung? Dead or Alive, anyone?
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"Videospiele sind männliches Territorium und Männer stehen auf Frauen. Also macht die Frauen in Videospielen sexy, verdammt sexy. Dann klappt es auch mit den Verkaufszahlen!"

So oder ähnlich hätte das Mantra eines Publishers bis vor einigen Jahren noch lauten können. Messebabes, Zockerweibchen als besondere Rubrik und eine vollbusige [oder eher spitzbusige XXL-] Lara Croft. Und nicht zuletzt wackelnde Brüste als "besonderes Feature" - die Liste der Objektifizierung der Frauen und der allgemeinen Übersexualisierung des weiblichen Geschlechts war und ist lang. Auch heute könnte man meinen: Sex sells. Zumindest, wenn man sich viele japanische Spiele oder die Werbung zum Mobile-Titel Game of War mit Kate Upton ansieht. Oder wenn man einfach mal in die Realität blickt und weibliche Cosplayer betrachtet, die zwar zugegebenermaßen nur einen Charakter perfekt wiedergeben, sich aber immer die heißesten aussuchen, um ihre eigenen Reize in den Mittelpunkt zu rücken und damit in der Popularität steigen. Oder ganz einfach bei Twitch, wo zockende Mädels nicht einfach nur zocken, sondern auch nie mit ihren Reizen geizen, um möglichst viele Zuschauer an sich zu binden. Bis Twitch dem einen Riegel vorschob.

Doch ist es wirklich das, was Männer oder allgemein Spieler heutzutage sehen wollen? Laut einer kürzlichen Studie im Auftrag der Time nicht. Rosalind Wiseman, Charlie Kuhn und Ashly Burch ("Hey Ash, whatcha playin?") sprachen in den USA mit rund 1400 Middle und High School-Schülern im Alter zwischen 10 bis 18 Jahren und befragten sie in dieser kleinen Studie zur Darstellung von Frauen in Videospielen, was Mädels gerne spielen und ob das Geschlecht des Protagonisten ausschlaggebend sei für das eigene Interesse an einem Spiel. Die Ergebnisse dürften recht überraschen. Zumindest, wenn man ein verbohrter Publisher ist, der gerade Game of War herausgebracht hat:

  • 47 Prozent aller männlichen Middle School-Schüler und 61 Prozent aller männlichen High School-Schüler stimmten darüber ein, dass weibliche Charaktere in Spielen viel zu sexualisiert dargestellt würden. So teilte ein Schüler namens Theo mit, dass diese Objektifizierung der Frauen in Mortal Kombat X den eigentlich Zweck des Kampfes untergraben würden. "Ich würde die weiblichen Charaktere mehr respektieren, wenn sie mehr Würde zeigen würden."
  • 70 Prozent der weiblichen Befragten und ganze 78 Prozent (!) der männlichen Befragten gaben an, dass ihnen das Geschlecht des Protagonisten in einem Spiel egal sei. Interessanterweise war das bei den männlichen Befragten umso mehr der Fall, je älter sie waren, während weibliche Befragte umso mehr einen weiblichen Charakter spielen wollten.
  • Weibliche Spieler sitzen tatsächlich nicht nur da und spielen Die Sims, Pokémon oder Final Fantasy. 26 Prozent der Befragten spielen First-Person-Shooter, 36 Prozent spielen Rollenspiele und Action-Adventures und 17 Prozent spielen gern Sportspiele.

Auch wenn 19 Prozent der weiblichen Befragten überhaupt keine Videospiele spielen und der Anteil der nicht-spielenden Jungs bei gerade mal drei Prozent liegt, ist hier doch eine eindeutige Tendenz auszumachen. Spiele sind nicht mehr länger reines Männer-Hobby und Nerdtum bezieht sich nicht mehr länger auf verängstigte Männchen, die zwar mit keiner Frau sprechen können, dafür aufblühen, wenn es um ihre Lieblings-Sci-Fi-Fantasy-Serie, ihr Lieblings-Rollenspiel oder Technik geht. Immerhin erwartet die Comic Con 2015 in San Diego in diesem Jahr, dass 47 Prozent der Teilnehmer Frauen sein werden.

Studien - Studie offenbart: Jungs halten Frauen in Videospielen für übersexualisiert

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Da keucht er erst einmal, der fette Drake
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Aber nur mal so am Rande: Wie steht es um die Übersexualisierung des Mannes? Irgendwie ist bislang auch noch kein Held aufgetaucht, der trotz Plauze einen Hechtsprung von einem brennenden Laster zum anderen schafft und seine Wunden mit einer Portion Nachos und Käse-Dip versorgt.

Wie sieht es bei euch aus? Ist es euch wichtig, dass der Protagonist dasselbe Geschlecht besitzt wie ihr selbst und findet ihr, dass Frauen in Videospielen übersexualisiert dargestellt werden?

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